Wenn in Rosenheim Amateurfunker ihre Antennen ausrichten, geht es längst nicht mehr nur um Nostalgie oder Hobby-Bastelei. Die Mitglieder des Ortsverbands C14 im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) testen aktuell eine der modernsten Technologien im Kurzwellenfunk: FreeDV. Doch was verbirgt sich dahinter – und warum ist das auch für Menschen ohne Technik-Kenntnisse interessant?
Sprache digital – aber offen für alle
FreeDV ist eine neue Art, Sprache über große Entfernungen zu übertragen. Vereinfacht gesagt: Statt wie beim klassischen Radio das Sprachsignal direkt zu senden, wird die Stimme bei FreeDV erst in digitale Daten umgewandelt, komprimiert und dann verschickt. Beim Empfänger setzt ein Computer die Daten wieder in verständliche Sprache um.
Das Besondere: FreeDV ist komplett quelloffen. Das bedeutet, jeder kann nachvollziehen, wie die Technik funktioniert, sie verbessern oder anpassen – ohne Geheimnisse, ohne Lizenzgebühren. Entwickelt wird sie von einer internationalen Gemeinschaft von Funkamateuren, die gemeinsam an modernster Signalverarbeitung und künstlicher Intelligenz arbeiten.
Warum das wichtig ist
In einer Zeit, in der viele digitale Kommunikationsdienste von wenigen großen Firmen kontrolliert werden, setzt FreeDV ein Gegenzeichen: Hier bestimmen die Nutzer selbst über ihre Technik. „Freiheit zum Experimentieren” lautet das Motto – ein Grundwert, den der Amateurfunk seit jeher verkörpert.
Praktisch bedeutet das: Selbst bei schlechten Empfangsbedingungen, etwa bei Gewitter oder über tausende Kilometer Entfernung, bleibt die Sprachqualität bei FreeDV erstaunlich klar. Die Technik kommt mit sehr wenig Daten aus – gerade mal 700 bis 1600 Bit pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein normales Telefonat im Mobilfunk benötigt ein Vielfaches davon.
Rosenheim: Eine Tradition mit Zukunft
Die Rosenheimer Funkamateure blicken auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Bereits 1935 wurde in einer Fachzeitschrift die Gründung einer Ortsgruppe in Rosenheim erwähnt – damals mit fünf Mitgliedern unter der Leitung von Funkamateur Kagermeier. Seitdem hat sich viel getan: Aus der kleinen Gruppe wurde der heutige Ortsverband C14, der auch mit der Technischen Hochschule Rosenheim zusammenarbeitet und Nachwuchs fördert. Ob Notfunk bei Katastrophen, technische Experimente oder der einfache Plausch über Kontinente hinweg – die Rosenheimer Funkamateure verbinden Tradition mit Innovation. Und genau diese Mischung macht sie zu Pionieren bei der Erprobung neuer Technologien wie FreeDV.
Mitmachen erwünscht
Sie müssen kein Technik-Experte sein, um sich für das Thema zu begeistern. Der Ortsverband C14 bietet regelmäßig Einführungen und Unterstützung für Neueinsteiger an. Wer mehr erfahren möchte, findet Informationen, Termine und Kontaktmöglichkeiten auf der Webseite des Ortsverbands: www.charly14.de. Dort berichten die Funkamateure auch regelmäßig von ihren Aktivitäten, Projekten und den Möglichkeiten, die der Amateurfunk heute bietet – von der weltweiten Vernetzung bis hin zum lokalen Notfunk.
Interesse geweckt? Einfach mal vorbeischauen – oder online stöbern. Denn Amateurfunk ist mehr als Technik: Es ist Verbindung. Über Grenzen hinweg.
Auf einen Blick: Funkamateure Rosenheim (C14)
• Der Verein: Die Ortsgruppe Rosenheim des Deutschen Amateur-Ra-dio-Clubs (DARC) trägt das vereinsinterne Kürzel C14 („Charly 14“).
• Tradition: Seit nunmehr 91 Jahren ist die Gruppe fester Bestandteil der Rosenheimer Technik-Szene.
• Aktivitäten: Erprobung digitaler Funktechniken (wie FreeDV), Satelli-tenfunk, Notfunk-Konzepte für die Region und Ausbildung zum Funk-amateur.
• Wer kann mitmachen? Jeder! Ob Technik-Profi, Schüler oder Rentner – der Einstieg ist über spezielle Ausbildungskurse möglich.
• Kontakt & Info: Alle Termine zu den monatlichen Treffen und techni-sche Hintergründe gibt es online unter www.charly14.de
Kontaktmöglichkeiten und Informationen zu dem DARC-Ortsverband in Rosenheim finden Sie unter: www.charly14.de
Bericht, Foto und Kontakt: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im DARC e. V.:
Wolfgang Müller, Zillenweg 3, 83115 Neubeuern
Telefon 01567-9496312, E-Mail: db8wm@darc.de
Als größter Verband von Funkamateuren in Deutschland hat der DARC e.V. rund 30.000 Mitglieder. Damit ist über die Hälfte der deutschen Funkamateure im Verein organisiert. Der DARC vertritt die Interessen der Funkamateure bundesweit und engagiert sich bei der Förderung des Amateurfunks auf allen Ebenen – auch international als Mitglied der International Amateur Radio Union (IARU). Informationen zum DARC finden Sie im Internet unter www.darc.de.




