Tourismus

Prien bleibt Tourismus-Spitzenreiter

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Prien am Chiemsee hat sich als führende Tourismus-Destination im Chiemsee-Alpenland etabliert. Wie nach jedem erfolgreichen Jahr wurden auch dieses Mal wieder einige wenige Stimmen laut, die den Tourismus in der Marktgemeinde grundsätzlich in ein kritisches Licht rücken. Zu viele Gäste, zu hohe Belastung, zu wenig Nutzen für die Einheimischen – so lauten die bekannten Vorwürfe.

Doch was passiert, wenn man diese Debatte nicht emotional, sondern faktenbasiert führt? Die aktuelle dwif-Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus liefert für die Seegemeinde eine klare Antwort. „Der Tourismus in Prien ist kein Belastungsfaktor ohne Gegenwert. Er sichert Arbeitsplätze, Einkommen und Kaufkraft für einen erheblichen Teil unserer Bevölkerung“, betont Bürgermeister Andreas Friedrich. Die Zahlen belegen diese Aussage: Mit einem jährlichen Bruttoumsatz von 139,8 Millionen Euro ist Prien mit Abstand die führende Tourismus-Destination in der Region. Die Studie wird turnusgemäß alle fünf Jahre erstellt, zuletzt für 2019 und aktuell für das Jahr 2024. Der Tourismus ist damit der zentrale Wirtschaftsmotor der Gemeinde. Die touristische Wertschöpfung liegt bei 76,5 Millionen Euro, der Anteil am Primäreinkommen bei 18,8 Prozent. Das entspricht einem Einkommensäquivalent von theoretisch 2.056 vollbeschäftigten Personen. Damit liegt Prien deutlich über anderen Gemeinden und über dem regionalen Durchschnitt des Chiemsee-Alpenlandes, wo der entsprechende Wert bei 3,8 Prozent liegt. Er sichert Beschäftigung, stärkt den Einzelhandel und das Gastgewerbe und sorgt für eine jährliche Gesamtwertschöpfung von über 140 Millionen Euro.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die wirtschaftliche Stärke, sondern das Verhältnis von Nutzen und Belastung. Genau hier setzt die Studie einen wichtigen Kontrapunkt zur häufig pauschalen Tourismusdebatte. Trotz 2,161 Millionen touristischer Aufenthaltstage pro Jahr bleibt die Belastung für die Gemeinde überschaubar. Mit einer Übernachtungsintensität von 60,4 Nächten pro Einwohner wird die Infrastruktur Prien am Chiemsee nicht überfordert. Die touristische Intensität bewegt sich auf einem Niveau, das wirtschaftliche Vorteile ermöglicht, ohne die Lebensqualität der Einheimischen zu gefährden. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Prien profitiert vom Tourismus, ohne sich ihm zu unterwerfen. Der Erfolg basiert nicht auf Maximierung um jeden Preis, sondern auf einer strukturell ausgewogenen und verantwortungsvoll gesteuerten Entwicklung. Damit widerlegt die Studie das oft gezeichnete Bild vom Tourismus als einseitigem Belastungsfaktor.

„Bei allem Verständnis für die Belastungen wird oft zu wenig gesehen, welche enorme Wertschöpfung der Tourismus unserer Lebensqualität vor Ort beisteuert. Allein der monetäre Anteil der Gäste am örtlichen Einzelhandel liegt bei rund 21,2 Millionen Euro. Der Tourismus steht bei uns in einem sehr positiven Verhältnis zu dem, was unserer Gemeinde abverlangt wird“, fasst Tobi Huber, Fachbereichsleiter für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung, zusammen. Prien am Chiemsee zeigt damit, dass Tourismus dann Akzeptanz findet, wenn er messbaren Nutzen bringt und die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nimmt. Im Rahmen der weiteren Entwicklung soll ein besonderer Fokus darauf liegen, die nach wie vor stark unterschiedliche Verteilung zwischen Haupt- und Nebensaison auszugleichen und gezielt die Nebensaison zu stärken.

Bericht: Markt Prien a. Chiemsee /  Luftbild Prien/Berge / Foto Tobi Huber: In einer Zeit, in der immer wieder über die Schattenseiten des Tourismus diskutiert wird, zeigt die dwif-Studie für Prien ein deutliches Bild: Tourismus kann, wenn er richtig gesteuert wird, sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig sein – zum Wohl aller. Der Nutzen für die Bevölkerung übersteigt die Anforderungen an Infrastruktur und Organisation deutlich, und das sowohl messbar als auch durch unabhängige Daten belegt.

Weitere Informationen sind im Tourismusbüro Prien unter Telefon +49 8051 6905-0 oder info@tourismus.prien.de sowie im Internet unter tourismus.prien.de erhältlich.


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Toni Hötzelsperger

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