Allgemein

Pittenharter gratulieren Erna Hundsberger

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Lebensfreude und Herzlichkeit ist das Rezept für das zufriedene Leben von Erna Hundsberger aus der Gemeinde Pittenhart  –  bei guter Gesundheit feiert sie am Sonntag ihren 90. Geburtstag.

Zufriedenheit, Freude am Leben und eine herzerwärmende Dankbarkeit begleiten den Alltag der Jubilarin Erna Hundsberger. Am 15. Februar 1936 begann das Leben von Erna, als erstes Kind von Florian und Anna Niedermaier erblickte sie in Pittenhart das Licht der Welt. Zusammen mit ihren jüngeren Brüdern Flori und Hermann ist sie in der traditionellen KFZ-Werkstatt und Tankstelle Niedermaier in Pittenhart aufgewachsen. Die Schulzeit von 1942 bis 1950 verbrachte Erna Niedermaier im benachbarten Schulhaus in der Ortschaft, nach acht Klassen, wie damals üblich wurde noch die Hauswirtschaftsschule in Wasserburg angehängt, die sie mit drei Freundinnen aus der Gemeinde besuchte. Für eine  Ausbildung im Einzelhanden bot sich das elterliche Geschäft an, ergänzend wurde die Berufsschule in Traunstein besucht. Damals eine Seltenheit, wenn ein junges Mädchen den Führerschein machte, für die Tochter eines Autohauses eine Selbstverständlichkeit, gehörte doch der Inhaber der Trostberger Fahrschule zu der Kundschaft der Niedermaier‘s.

Nach Ausbildungsende führte Erna Niedermaier der berufliche Weg Richtung Tegernsee, wo sie für die Bäckerei Guggenhuber die Verkaufsfahrerin die Verteilung der Backwaren erledigte. Die Werktage lebte Erna bei dem befreundeten Bäckersehepaar, Wochenende zog es sie immer wieder in den Chiemgau, gab es in Pittenhart doch den Schreinerburschen Josef Hundsberger, den sie immer wieder gerne gesehen hat. Die beiden hatten nicht nur Interesse aneinander, auch pflegten sie gemeinsame Hobbys, wie das Motorradfahren. Aus der jugendlichen Freundschaft wurde bald eine unzertrennliche Liebe. Am 27. September 1958 schlossen Erna und Josef vor Pfarrer Gschlößl in der Pittenharter Pfarrkirche den Bund der Ehe und wie sich die Jubilarin freudig erinnert, haben sie eine schöne und große Hochzeit im damaligen Brandl-Saal gefeiert. Die Hochzeit brachte für die Braut einen Umzug mit sich. Das Hundsberger-Anwesen mit Lebensmittelgeschäft und Schreinerei in Pittenhart wurde ihr neues Zuhause und fortan stand Erna im Laden und bediente die Kunden. Im Laufe der Jahre wurde das Lebensmittelgeschäft vergrößert und das Angebot von Lebensmittel und den täglichen Bedarfsartikeln erweitert. Sicherlich können sich die älteren in der Gemeinde an das legendäre Softeis erinnern, dass es bei der Hundsberger Erna für ein paar Pfennige zum Kaufen gab. Freundlich war sie immer, ihre Kunden lagen ihr am Herzen und die Kunden liebten ihre freundliche Art, mit der sie ihre Kunden bediente. Bis ins Jahr 2000 haben die Hundsbergers ihr Lebensmittelgeschäft betrieben.

Groß war die Freunde der jungen Eheleute, als 1963 ihr Töchterchen Erna geboren wurde. Die angeborene körperliche Behinderung ihres Sonnenscheines brachte aber eine große Herausforderung und unzählige Fahrten nach München zu den einzelnen medizinischen Behandlungen und Rehamaßnahmen mit sich. Wie ein Wunder war es, als die Tochter an ihrer Erstkommunion eigenständig zum Altar gehen konnte. Neben all der Arbeit im Lebensmittelgeschäft und bei Josef in der Schreinerei und dem Bestattungsunternehmen fand die Familie immer wieder Zeit für Ausflüge und Urlaube, die sie gerne in der Wachau verbrachten, die Marillenknödel und der gute Wein sind in guter Erinnerung der Jubilarin. Sie erzählt auch gerne von den Kegelabenden, die mit befreundeten Ehepaaren in Suranger besucht wurden. In späteren Jahren hat sich das Ehepaar Hundsberger den Seniorenausflügen angenommen. Jede Fahrt die mit den Pittenhartern Senioren unternommen wurde, haben sie sorgfältig geplant, sind vorher die Strecke abgefahren und haben sich die Gasthäuser, die besucht wurden genau unter die Lupe genommen.

Anfang der 1980 Jahre hat Tochter Erna geheiratet und mit Schwiegersohn Sepp kam eine große Hilfe in die Familie  und im Februar 1984 zusätzlich mit der Geburt von Enkel Georg neues Leben. Eineinhalb Jahre später erblickte Enkelin Christine das Licht der Welt. Wie die zweifache Oma heute sagt: „Es war einfach nur schön als die Enkel kamen!“ Gerne waren sie Großeltern und freuten sich über ihre beiden Enkel, die sie inzwischen zur fünffachen Uroma machten. Wie das Leben so spielt, ist es ein Kommen und Gehen, im Dezember 2020 musste sich die Familie von Ehemann, Vater und Opa Josef Hundsberger verabschieden. Josef war nach kurzer Krankheit verstorben.

Kurz nach dem Tod von Josef gab es für Erna nochmals eine einschneidende Veränderung in ihrem Leben. Sie zog innerhalb des Dorfes um. Das Haus von Enkel Georg, seiner Frau Sandra und den 3 Urenkelin ist nun ihr neues Dahoam. Gut eingebettet in die Familie und bestens versorgt darf die Oma und Uroma ein sorgenfreies Leben genießen und das wichtigste, die fühlt sich wohl und ihr geht es sehr gut, wie sie sagt. Ihre Lebensfreude und ihre Herzlichkeit sind förmlich ansteckend. Wenn Urenkelin Sophia mal ausgeht und sich bei der Uri verabschiedet, gibt ihr diese auf den Weg mit: „Mach es dir lustig und genieße deine Jugend“ Mit der Familie, ihren Brüdern und Schwägerinnen und der nächsten Verwandtschaft wird am Sonntag das schöne Jubelfest gefeiert und alle freuen sich, dass sie die Mama, Oma und Uri so gesund, geistig fit und lebensfroh in ihrer Mitte haben.

Bericht und Foto: Emmy Künzner-Hingerl



Redaktion

Toni Hötzelsperger

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!