Ostern naht und damit die Ostersaison der Tiroler Festspiele Erl. Von Palmsonntag bis Ostermontag locken wiederum Opern- und Konzertveranstaltungen in das Festspielhaus Erl. Auch 2026 bildet geistliche Musik einen programmatischen Schwerpunkt und erneut wird – nach der Passionsmusik von Christian Kolonovits im Vorjahr – der stilistische Fächer in den Konzerten breit geöffnet:
Er reicht heuer von der Barockzeit bis in den Jazz des 20. Jahrhunderts. Als szenische Oper steht die Wiederaufnahme der Erfolgsproduktion Parsifal aus der Ostersaison 2025 mit nahezu komplett neuer Besetzung auf dem Programm. Richard Wagner bildet auch den Fokus des Familienkonzerts, das Lebensstationen des großen Komponisten und seine Musik kurzweilig und humorvoll beleuchtet. Das Programm im Detail:
Mit CONCORDIA Sozialprojekte arbeiten die Tiroler Festspiele Erl seit vielen Jahren zusammen. Für die heurige Benefiz-Matinee zugunsten von CONCORDIA (29. März) haben die Festspiele den Dirigenten und Chorleiter Heinz Ferlesch eingeladen, der mit ausgesuchten Solist:innen und dem Chor ad Libitum sowie dem Originalklangensemble Barucco – beide von ihm begründete Klangkörper – Georg Friedrich Händels Israel in Egypt zur Aufführung bringt. Monumentale Chöre, dramatische Klangbilder und eindringliche Arien machen dieses Oratorium zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Die gefeierte Parsifal-Inszenierung von Philipp M. Krenn aus dem Vorjahr kehrt mit neuer vokaler Strahlkraft zurück (Gründonnerstag und Ostersonntag, 2. und 5. April). Der amerikanische Tenor Jamez McCorkle gibt in der Titelrolle sein Österreich-Debüt. An seiner Seite steht Ricarda Merbeth als Kundry auf der Bühne, eine der großen Stimmen des Wagner-Fachs und ebenfalls erstmals in Erl zu hören. Mit Michael Nagy ist der bejubelte Amfortas aus dem Vorjahr – als einziger aus der letztjährigen Solistenbesetzung – wieder mit dabei. Den Gurnemanz singt René Pape, einer der großen Bässe und bedeutenden Interpreten dieser Partie unserer Zeit. Als Klingsor ist mit dem norwegischen Bariton Audun Iversen ein weiterer Erl-Debütant zu erleben. Die Musikalische Leitung obliegt wie bereits 2025 dem besonders Wagner-erfahrenen Chefdirigenten der Tiroler Festspiele Erl, Asher Fisch.
Der Karfreitag (3. April) steht wiederum im Zeichen der Passionsgeschichte und einer ihrer Vertonungen. 2026 präsentieren die Festspiele Johann Sebastian Bachs Johannes-Oratorium. Am Dirigentenpult steht mit Tobias Wögerer ein aufstrebender Dirigent der jüngeren Generation. Er ist seit 2022 an der Volksoper Wien als Kapellmeister engagiert.
Ein besonders außergewöhnliches Werk geistlicher Musik steht am Karsamstag (4. April) auf dem Programm: Der amerikanische Pianist, Bandleader und Komponist Duke Ellington, einer der bedeutendsten Musiker:innen der Jazzgeschichte, schrieb anlässlich der Einweihung der neuen Grace Cathedral in San Francisco ein religiöses Konzert. Dieses Sacred Concert für Big Band, Chor, Solisten und Tänzer wurde 1965 aufgeführt, gefolgt von weiterentwickelten Neuauflagen der Komposition, mit denen ihr Schöpfer samt Big Band durch Amerika und Europa tourte. Ellington bezeichnete diese Werke als „das Wichtigste, was ich jemals gemacht habe“. Da er keine verbindliche Partitur hinterließ, rekonstruierten die dänischen Komponisten und Musiker John Høybye und Peder Pedersen eine Fassung, die in Erl mit der Big Band der Universität Mozarteum Salzburg und dem Bachchor Salzburg unter der musikalischen Leitung von Christoph Pepe Auer erklingen wird. Von Auer steht außerdem ein eigenes Werk auf dem Programm und darüber hinaus ein Stück des finnischen Komponisten Jukka Linkola.
Die Vermittlung von Musik und Musiktheater für Kinder und Familien bildet bei den Tiroler Festspielen Erl ganzjährig einen wesentlichen Aspekt des Programms. Das Familienkonzert am Ostermontag (6. April) lädt unter dem Titel Wagnis Wagner zu einer musikalischen Reise durch das schillernde Leben des Komponisten, die „unterhaltsam, packend und nicht belehrend“ ist, wie Christiane Lutz verrät, die das Projekt im Vorjahr erfolgreich für das NEST in Wien konzipiert hat.
Intendant Jonas Kaufmann:
„Ostern ist ein Fest der emotionalen Ausnahmezustände. Auf die Trauer folgt Freude darüber, dass der Tod nicht das Ende von allem darstellt und auf Dunkelheit das Licht folgt. Wir laden Menschen von Klein bis Groß sehr herzlich ein, sich von den vielfältigen musikalischen Gedanken zu Suche, Erneuerung, Erlösung und Freude in unserem Programm bewegen zu lassen und freuen uns auf eine gemeinsame Osterzeit in Erl.“
Programm der Tiroler Festspiele Erl Ostern 2026:
Sonntag, 29. März 2026 – 11:00 Uhr
- Benefiz-Matinee zugunsten von CONCORDIA
- Georg Friedrich Händel: Israel in Egypt
- Miriam Kutrowatz, Sopran · Maria Ladurner, Sopran · Alois Mühlbacher, Altus · Johannes Bamberger, Tenor · Matthias Helm, Bass · Daniel Ochoa, Bass Chor Ad Libitum · Barucco
- Heinz Ferlesch, Musikalische Leitung
Donnerstag, 2. April 2026, Sonntag, 5. April 2026 – jeweils 16:00 Uhr
- Richard Wagner: Parsifal – Wiederaufnahme
- Musikalische Leitung: Asher Fisch · Regie: Philipp M. Krenn · Bühnenbild: Heike Vollmer ·
- Kostüme: Regine Standfuss · Licht: Stefan Schlagbauer ·Video: Thomas Achitz
- Amfortas: Michael Nagy · Titurel: James Platt · Gurnemanz: René Pape · Parsifal: Jamez McCorkle ·
- Klingsor: Audun Iversen · Kundry: Ricarda Merbeth · Gralsritter: Egor Zhuravskii, Sorin Coliban
- Knappen: Annina Wachter, Camilla Lehmeier, Kristofer Lundin, Josip Švagelj
- Blumenmädchen: Annina Wachter, Stefani Krasteva, Zoe Hippius · Lina Tsiklauri, Camilla Lehmeier,
- Ani Kushyan · Stimme von Oben: Ani Kushyan
- Chor der Tiroler Festspiele Erl · Einstudierung: Olga Yanum Orchester der Tiroler Festspiele Erl
Freitag, 3. April 2026 – 15:00 Uhr
- Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion
- Evangelist, Tenor: João Terleira · Jesus, Bass: Jacques Imbrailo · Pilatus, Bass: Edward Grint ·
- Sopran: Karola Schmid · Alt: Jasmin Etminan
- Chor der Tiroler Festspiele Erl · Einstudierung: Olga Yanum Orchester der Tiroler Festspiele Erl Musikalische Leitung: Tobias Wögerer
Samstag, 4. April 2026 – 19:00 Uhr
- Duke Ellington: Sacred Concert
- Jukka Linkola, The Fulfillment of Love
- Christoph Pepe Auer, Serenity’s Harmony
- Duke Ellington, Sacred Concert (Arr.: John Høybye, Peder Pedersen)
- Karin Bachner, Sopran · Eli Hooker, Stepptanz
- Bachchor Salzburg · Big Band der Universität Mozarteum Salzburg
- Christoph Pepe Auer, Bandleader und Solo-Saxophon
- Michael Schneider, Dirigent
Montag, 6. April 2026 – 16:00 Uhr
- Familienkonzert Wagnis Wagner
- Ein inszenierter Porträtkonzert
- Musik von Richard Wagner
- Konzept: Christiane Lutz
- Musikalische Leitung: Andreas Abegg
- Inszenierung, Bühne und Dramaturgie: Lisa Padouvas ·
- Kostüme: Nina Paireder
- Minna Wagner: Patrizia Leitsoni
- Steuermann/Franz Seraph von Pfistermeister/Froh: Maximilian Müller
- Herold/König Ludwig/Donner: Lazar Parežanin Orchester der Tiroler Festspiele Erl
Text und Bildmaterial: Tiroler Festspiele Erl








