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Nürnberg: Eröffnung des Dokumentationszentrums

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Der Countdown zur Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände läuft weiter: Am Dienstag, 30. September  haben Oberbürgermeister Marcus König und Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner nun auch das Studienforum offiziell wiedereröffnet, das seit 2021 aufgrund der Umbauarbeiten in einen Baucontainer ausgelagert war.

Entworfen von dem österreichischen Architekten Günther Domenig und ursprünglich am 4. November 2001 als Ort der Vermittlungsarbeit eröffnet, war das Studienforum von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil des Dokumentationszentrums. Im Zuge der derzeitigen Ausbauarbeiten wurde das Studienforum neu ausgestattet, ohne dessen architektonische Form zu verändern. Jetzt können Schulklassen und Besuchsgruppen in drei modernen Seminarräumen Bildungsformate durchführen, die den Standards eines kreativen Lernlabors entsprechen.

Oberbürgermeister Marcus König hebt die Bedeutung des Studienforums hervor: „Das Dokuzentrum ist eines unserer Flaggschiffe der historischpolitischen Bildung. Die Wiedereröffnung des Studienforums ist ein bedeutender Schritt für die Vermittlungsarbeit in Nürnberg. Moderne, gut ausgestattete Räume schaffen die Grundlage, damit gerade junge Menschen Geschichte nicht nur aufnehmen, sondern auch verstehen und reflektieren können. Nur so gelingt eine nachhaltige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – ein zentraler Auftrag, der hier vor Ort eindrucksvoll gelebt wird.“

Für Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner ist die offizielle Wiederinbetriebnahme des Studienforums ein wichtiger Meilenstein in der Fertigstellung des Dokuzentrums: „Bildung ist nur dann nachhaltig, wenn wir die Möglichkeit zur Reflexion schaffen. Wir brauchen Diskussionsräume, in denen besprochen und verarbeitet werden kann, was in der Ausstellung und auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände gesehen und aufgenommen wird. Es sind aber auch ganz handfeste Räumlichkeiten gemeint, in denen Geschichtsvermittlung professionell stattfinden kann – technisch modern ausgestattete Bereiche mit einer guten Aufenthaltsqualität: Das alles bietet das neugestaltete Studienforum.“

Oberbürgermeister Marcus König und Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner erhielten zugleich Einblicke in ein ganz besonderes Vermittlungsformat. Bei diesem Programm sollen Schülerinnen und Schüler überprüfen, was die Nationalsozialisten unter dem Begriff der „Volksgemeinschaft“ während der Reichsparteitage verstanden. Die Animated Novel „Nürnberg 1934“ zeigt einen SAMann, eine Zuschauerin und ein jüdisches Kind, die Nürnberg während des Reichsparteitags ganz unterschiedlich erleben. Die Teilnehmenden suchen in der Ausstellung Objekte, die sie aus der Animated Novel kennen und die das Leben in der NSZeit veranschaulichen. Präsentiert wurden die Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern des PaulPfinzingGymnasiums in Hersbruck sowie dem Museumspädagogen Dr. Ingmar Reither vom Kunstund Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg.

Das Dokumentationszentrum, baulich in den Nordflügel der unvollendeten Kongresshalle eingepasst, wird derzeit nach beinahe 25 Jahren erfolgreicher Arbeit an das wachsende Aufgabenspektrum und den aktuellen technischen Standard musealer Bildungseinrichtungen angepasst. Die Modernisierung des Studienforums ist Bestandteil der großen Ausbauarbeiten, die nun Schritt
für Schritt zum Abschluss kommen. In Betrieb genommen sind bereits die Räumlichkeiten im neu erschlossenen Sockelgeschoss: Der neue Haupteingang führt nun barrierefrei ins neue Foyer und auch das inklusive „Café Arthur“ hat seine Türen geöffnet. Geplant hat den Ausbau das Nürnberger Büro Fritsch, Knodt, Klug + Partner, die Projektleitung erfolgt durch das Hochbauamt der Stadt Nürnberg. Sowohl die bauzeitliche Architektur bleibt ablesbar, wie auch die Eingriffe von Günther Domenig aus den 1990erJahren.

Es wurden neue Perspektiven und Einblicke geschaffen, verbunden mit einer deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Besuchenden. Das Gesamtprojekt wird gefördert durch den Bund und den Freistaat Bayern. Die Neukonzeption der Dauerausstellung wird gefördert durch den Bund: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch den Freistaat Bayern. Diese Maßnahme leistet einen wichtigen Beitrag, Nürnberg schrittweise inklusiver zu gestalten. Sie ist Teil des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention (UNBRK). Den Ersten Aktionsplan hat der Nürnberger Stadtrat im Dezember 2021 einstimmig beschlossen. Um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Nürnberg zu verwirklichen, wurden und werden umfangreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Weitere Informationen befinden sich unter inklusion.nuernberg.de. ja

Bericht und Bilder: Stadt Nürnberg

Foto: studienforum1.jpg BU: Bei der Wiedereröffnung des Studienforums im Dokuzentrum kommen Oberbürgermeister Marcus König und Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Bildnachweis: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg

Foto: studienforum2.jpg BU: Farbenfrohe Polster ermöglichen lockere Gesprächsrunden. Bildnachweis: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg

 


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Toni Hötzelsperger

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