Zum siebten Mal in Folge hat sich die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden einer freiwilligen Umweltbetriebsprüfung nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) unterzogen. Ein unabhängiges Umweltgutachterbüro bestätigte nach einer aufwändigen Prüfung kürzlich den beiden Standorten Nationalparkverwaltung und Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ das Erreichen aller Anforderungen an Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung nach EMAS. Der Nationalpark Berchtesgaden ist damit weiterhin der einzige deutsche Nationalpark mit zertifiziertem Umweltmanagement.
„EMAS ist ein ist ein von der Europäischen Union entwickeltes Umweltmanagementsystem, das Unternehmen und Organisationen dabei unterstützt, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern, Ressourcen zu schonen, Kosten zu senken und rechtssicher zu agieren“, erläutert Nationalparkleiter Dr. Roland Baier. „Unser Ziel in diesem fortlaufenden Prozess ist es, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung systematisch in alle internen Prozesse zu integrieren. 2028 möchten wir den Status Netto-Null-Emissionen erreichen und damit die erste treibhausgasneutrale Schutzgebietsverwaltung Deutschlands werden. Nach unserem bereits siebten erfolgreichen EMAS-Audit sind auf dem besten Weg, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.“

Nationalparkleiter Dr. Roland Baier (l.) und Nationalpark-Umweltmanagerin Ragna Schnurer (2.v.r.) freuen sich über die erfolgreiche EMAS-Validierung durch das unabhängige Umweltgutachterbüro „OmniCert“, vertreten durch Auditor Thorsten Grantner (2.v.l.) und Prokuristin Marei Grantner (r.).
Im Rahmen der aktuellen Prüfung legte das unabhängige Gutachterbüro „OmniCert“ aus Bad Abbach in Niederbayern besonderen Wert auf die Entwicklung der Emissionen, den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch, die Mobilität der Mitarbeitenden und sowie die Bemühungen der Nationalparkverwaltung um Erforschung, Erhalt und Steigerung der Biodiversität. Seit 2018 hat die Nationalparkverwaltung ihre Treibhausgasemissionen von 316,52 auf 210,90 Tonnen im Jahr 2024 reduziert – ein Rückgang um gut ein Drittel. Möglich wurde diese deutliche Minderung unter anderem durch die schrittweise Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energiequellen. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt aktuell bei 74,15 Prozent, bei der ersten EMAS-Erhebung im Jahr 2018 waren es nur 28,2 Prozent. Verbesserungspotential und Möglichkeiten zur weiteren CO2-Einsparung sieht Nationalpark-Umweltmanagerin Ragna Schnurer vor allem bei der Mobilität der Mitarbeitenden: „Derzeit nutzen die Kolleginnen und Kollegen vor allen den eigenen PKW für die Wege zur Arbeitsstelle. Wir arbeiten aktuell an verschiedenen Konzepten, unserem Team alternative Möglichkeiten für die Mobilität vor Ort anzubieten. Zum Beispiel das Job-Bike oder Fahrgemeinschaften. Bei Dienstreisen verzichten wir wo immer möglich auf Flugzeug und Dienstwagen und wählen stattdessen Bus und Bahn.“ Auch die Nutzung von Photovoltaik möchte die Nationalparkverwaltung künftig weiter ausbauen, bei Auftragsvergaben werden Nachhaltigkeitskriterien künftig eine wichtigere Rolle bei der Beauftragung spielen.
Das Gutachterbüro „OmniCert“ aus Bad Abbach in Niederbayern bescheinigte der Nationalparkverwaltung nach einem aufwändigen und detaillierten Audit ein verlässliches, glaubhaftes und wahrheitsgetreues Bild sämtlicher Angaben und Daten der Umwelterklärung. Auf dieser Grundlage bestätigte die Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern der Nationalparkverwaltung in Folge ein EMAS-geprüftes Umweltmanagement mit Gültigkeit bis November 2028. Das betriebliche Umweltmanagement im Nationalpark Berchtesgaden berichtet jährlich und wird fortlaufend evaluiert.




