Auf EU-Ebene wird gerade ein neues Gesetz verhandelt. Geht der Gesetzesvorschlag so durch, wie er aktuell diskutiert wird, gäbe es bald für einen Großteil der Neuen Gentechnik-Pflanzen keine Risikoprüfung mehr – und für Produkte, die aus diesen Pflanzen hergestellt werden, keine entsprechende Kennzeichnungspflicht.
Delegierte eines breiten Bündnisses aus 18 Bauern-, Umwelt- und Verbraucherorganisationen forderten die CSU heute vor ihrer Parteizentrale auf, sich in Brüssel für gentechnikfreie und patentfreie Lebensmittel einzusetzen. Denn mit dem auf EU-Ebene geplanten Gesetz wäre es auch nicht mehr möglich, die Erzeugung von Saatgut oder die Herstellung von Lebensmitteln vor Gentechnik-Verunreinigungen zu schützen. Wir alle hätten keine Wahlfreiheit mehr, weder bei der Frage, wie wir Saatgut und Lebensmittel erzeugen, noch bei der Frage, was wir essen und trinken wollen. Außerdem würde ein aufgeweichtes EU-Gentechnik-Recht eine Flut von Patenten nach sich ziehen. Der freie Zugang zur genetischen Vielfalt würde weiter eingeschränkt, und die Landwirtschaft insgesamt in eine enorme Abhängigkeit gebracht.
Thomas Lang, 1. Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ): „Ökologische Landwirtschaft arbeitet gentechnikfrei. Wir sind überzeugt, die Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft angesichts von Klimawandel, Artensterben und degenerierten Böden steht, auf nachhaltige Weise bewältigen zu können – anstatt durch eine Aufweichung des bestehenden Gesetzes den Profit großer Saatgutkonzerne zu maximieren und neue Abhängigkeiten zu schaffen. Die bayerischen VertreterInnen in Brüssel müssen sich dafür einsetzen, dass die ökologische sowie die konventionelle, gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft in Bayern weiter bestehen können! Bäuerinnen und Bauern wollen nicht von Agrarkonzernen abhängig sein, Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wenig. Echte Wahlfreiheit und keine Patente, das fordern wir!“
Folgende Organisationen waren am Aschermittwoch in Passau dabei:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Landesverband Bayern e.V., Biokreis e.V., Bioland Bayern, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. Landesteam Bayern, BUND Naturschutz in Bayern e.V., Demeter Landesverband Bayern e.V., Greenpeace München, Interessengemeinschaft Nachbau, junge AbL Bayern, Kein Patent auf Saatgut!, Katholische Landvolk Bewegung (KLB) Landesverband Bayern, Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) e.V., NaturFreunde Bayern, Rapunzel Naturkost, Slowfood München, TAGWERK e.V., Zivilcourage.
Bericht und Bild: LVÖ




