Im Rahmen der Ausstellung „ARTEdate“ in der Stadtgalerie Freilassing stellte Galeristin Marah Strohmeyer-Haider den Künstler Willee WTH Regensburger vor. Der Maler, Bildhauer und Autor gewährte dabei persönliche Einblicke in seinen Lebensweg und las am Sonntagvormittag aus mehreren seiner Bücher. Ziel der Veranstaltungsreihe sei es, so Strohmeyer-Haider, nicht nur das im Atelier Entstandene zu zeigen, sondern auch die Persönlichkeit hinter der Kunst sichtbar zu machen.
Regensburger, dessen Initialen WTH für Wilhelm Thomas stehen, blickt auf ein vielseitiges künstlerisches Schaffen zurück: Neben freier Kunst realisierte er Kunst am Bau, entwarf Theaterkostüme und arbeitete an Filmproduktionen mit. Philosophische Fragestellungen ziehen sich durch sein Werk ebenso wie die Überzeugung, dass alles miteinander verbunden ist.
Diese Haltung spiegelt sich auch in seinen Büchern wider, aus denen er Passagen las. Dinge geschahen in seinem Leben wie durch Fügungen, so zum Beispiel auch der Weg der „Maske der Tarahumara“, die mehrmals ihren Besitzer wechselte, bis sie bei Willee WTH Regensburger ankam. Ihren Weg beschreibt er in seinem Buch „Das Museum der vergessenen Wahrheiten“, in dem er Politik, Kolonialismus und Familiengeschichte verbindet.
Sein Buch „Krafttierreisen“ wiederum entstand aus seiner seit Jahrzehnten ausgeübten schamanischen Heilpraxis und beschreibt Rituale, Masken und eine meditative Wahrnehmung der Welt, in der Mensch und Natur eine Einheit bilden. Das Ziel von Krafttierreisen sei eine Erweiterung der Lebenserfahrung, Erreichen einer psychischen Stabilität und das Entdecken einer spirituellen Welt.
In „Der Bien“ mit poetisch-surrealen Bildern und gesellschaftlichen Reflexionen schreibt Regensburger über Themen im Zusammenhang mit Bienen, ergänzte jedoch Faktisches mit Erfundenem. Bei näherem Hinsehen jedoch verweist das Geschehen, das aus der Sicht der Bienen beschreiben ist, auf menschliches Verhalten. Darüber steht der Gedanke, dass es (nicht nur) bei den Bienen um die Gesamtheit der Individuen geht, die gemeinsam einem Geist folgen.
Auch in den „American Stories“ oder Erzählungen rund um den Vulkan Chimborazo sind autobiografische Erfahrungen verwoben. „Auch an dieser wunderbaren Begegnungswelt möchte ich Sie teilhaben lassen“, sagte er. Der Lebensweg von Dominikus, des Bruders seines Stief-Urgroßvaters beschäftigte ihn. Anhand der Postkarten, die dieser aus den verschiedenen Ländern nach Hause schickte, empfand er dessen Reisen mit Erzählungen nach und illustrierte sie. „Die Farbigkeit der Welt ist so groß, dass die Welt zu einem Ort des Lichts wird. Die Unterscheidung des Auges hört auf, und die Wahrnehmung des Geistes beginnt“.
„Helden hören den Ruf zur eigenen Bestimmung“, interpretiert Marah Strohmeyer-Haider die Kunstwerke von Willee Regensburger (wir berichteten). Sich für den Weg bereit zu machen, weil man sein wahres Sein erkennen möchte, gehört zum Reifungsprozess. In den abschließenden Worten aus den „American Stories“ betonte Regensburger die Verantwortung des Einzelnen, nicht wegzusehen, wenn Handeln notwendig ist.
Sein Werk in Wort und Bild zeugt davon, wie bewusstes Wahrnehmen und der Blick zurück Zusammenhänge sichtbar machen – und wie aus gelebtem Leben Kunst entsteht.
Bericht und Bilder: Brigitte Janoschka







