Schon im vergangenen Jahr hatte sich der Bauausschuss mehrfach mit Lärmschutzwänden befasst, so zweimal am Kiem-Pauli-Weg 7, Ecke Grassauer Straße, wo der Antrag auf Errichtung einer Lärmschutzwand in Holzoptik aus WPC Material, Wood Plastic Composite, also einer Mischung von Holzfasern oder Holzmehl und Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen, zweimal abgelehnt wurde. In der jüngsten Sitzung am Donnerstag befasste sich der Bauausschuss mit drei neuen Anträgen auf Errichtung von Lärmschutzwänden im Gemeindegebiet.
Diesmal stand die Errichtung eines Schallschutzzaunes beim Nachbarn, Kiem-Pauli-Weg 9 auf der Tagesordnung, die – aus Lärchenholz gebaut – seit langem besteht und der Bauausschuss im Laufe der Diskussionen als Beispiel für eine gelungene Schutzwand gelobt hatte. Bürgermeister Herbert Strauch (FBL, Freie Bürgerliste) informierte in der Sitzung, dass diese Wand am Kiem-Pauli-Weg 9 wegen des Baus eines Geh- und Radwegs entlang der Kreisstraße TS 45 kürzlich entfernt werden musste. Als Ersatz wurde der neue Schallschutzzaun entlang der Grundstücksgrenze mit einer Gesamtlänge von 23 Metern und einer Höhe von zwei Metern in Lärchenholz gebaut. Allerdings wurde er versehentlich auf der Grundstücksgrenze errichtet. Eine Versetzung auf den notwendigen Abstand von einem halben Meter zur Grundstücksgrenze erfolge zeitnah, so dass es sich hier um eine formelle Baugenehmigung handle, sagte der Rathauschef. Der Antragsteller begründete die errichtete Wand damit, dass die angrenzende Kreisstraße stark frequentiert sei und eine Höhe von zwei Metern dringend notwendig sei, um den Lärm der vorbeifahrenden Autos wirksam zu mindern. Eine geringere Höhe würde den Schutzzweck nicht erfüllen. Dem Antrag wurde einstimmig stattgegeben.
Gemäß der Bayerischen Bauordnung seien Einfriedungen bis zu einer Höhe von zwei Metern verfahrensfrei, so Strauch. Nach der Ortsgestaltungssatzung der Gemeinde und der Einfriedungssatzung von Februar 2008 soll eine Lärmschutzwand nur eine Höhe von einem Meter haben. Das Grundstück liege an einem geraden Stück der Kreisstraße, wo die Kfz gefühlt schneller unterwegs seien.Grundsätzlich sagte Anton Stefanutti (Grüne) zu den Lärmschutzwänden, dass sie für das Ortsbild „einfach bescheiden“ ausschauen, „wie die Zonengrenze im Kleinformat“, wenn sich eine nach der anderen entlang einer Straße errichtet würden. Dringend notwendig sei, den Anblick durch Büsche, Sträucher und Bepflanzung aufzulockern. Die Gemeinde solle die Antragsteller dringend darauf hinweisen. Dazu seien die meisten auch sicher bereit.
Lärmschutzwand am Pöllerpark
Ein weiterer Antrag bezog sich auf die Errichtung eines Lärm- und Sichtschutzzaunes zum Pöllerpark im Geltungsbereich des Bebauungsplans Vorder- und Hinterbichl. Einstimmig genehmigte der Bauausschuss die Errichtung eines Lärm- und Sichtzauns in Höhe von 1,80 Meter aus Lärchenholz in einer Länge von elf Metern und einem Bodenabstand von acht Metern, weil es wegen der Höherlegung der Grassauer Straße mit neuem Fahrradweg und der Komplettrodung des Baumbestands, unter anderem einer alten Eiche, zu erhöhter Lärmbelästigung kam. Ein natürlicher Sichtschutz sei nicht mehr gegeben, hieß es in dem Antrag. Auch eine Gartenhütte musste auf dem Grundstück wegen der Kanalsanierungsarbeiten abgerissen werden, deren Errichtung an anderer Stelle ebenfalls einstimmig stattgegeben wurde. Der Bürgermeister informierte, dass auf Gemeindegrund am Pöllerpark noch Büsche und eine Hecke gepflanzt werde.
Einstimmig genehmigte der Ausschuss auch einen Antrag auf den Austausch einer nicht heimischen Hecke gegen einen Schallschutzzaun auf einem Grundstück an der Grassauer Straße 65. Der neue Schallschutzzaun in einer Höhe von 1,95 Metern und einer Länge südlich von 21 Metern zur Gemeindestraße und östlich 13 Metern zum Nachbarn auf der Grundstücksgrenze entspricht der gleichen Höhe wie die Hecke. Die Schallschutzwand aus Aluminium wird mit Echtholz aus Lärche verkleidet. Das genehmigte der Bauausschuss nur unter der Vorgabe, dass die Echtholzverkleidung dauerhaft erhalten und instandgehalten wird.
Bericht und Foto: Christiane Giesen – Beispiele für Lärmschutzwände im Gemeindegebiet Übersee, wie sie im vergangenen Bauausschuss gezeigt wurden. – Foto einer Lärmschutzwand an der Grassauer Straße




