Alle zwölf Landesverbände des Deutschen Trachtenverbandes (DTV) nahmen an der diesjährigen Klausursitzung teil, die im Sitzungssaal des Alten Rathauses der Residenzstadt Gotha stattfand. Präsident Knut Kreuch begrüßte die Teilnehmenden und gab zu Beginn einen umfassenden Sachstandsbericht zur aktuellen Situation im Deutschen Trachtenverband.
Ein zentrales Thema der Beratungen war die zukünftige Ausrichtung des Deutschen Trachtentages. Da die Bezeichnung in der Bevölkerung häufig mit einer öffentlichen Veranstaltung verbunden wird, beschlossen die Landesvorsitzenden, den Deutschen Trachtentag ab 2026 für Besucherinnen und Besucher zu öffnen. Neben der Verleihung der Tracht des Jahres sollen künftig auch Heimatabend, Jugendtanzveranstaltungen und weitere Programmpunkte öffentlich zugänglich sein.
Die kommenden Termine des Deutschen Trachtentages im Überblick:
- 2026: Lübbenau im Spreewald (29.–31. Mai 2026) – Ablaufplanung wurde in Gotha besprochen
- 2027: Suhl, Thüringen (23.–25. April 2027)
- 2028: Fulda, Hessen (Termin folgt)
Zudem wurde auf das Deutsche Trachtenfest 2029 hingewiesen, das vom 4. bis 6. Mai 2029 in Gotha stattfinden wird. Ein weiterer Schwerpunkt war das Kinderschutzkonzept der Deutschen Trachtenjugend. Dieses basiert auf dem Schutzkonzept der Bayerischen Trachtenjugend und soll künftig in allen Landesverbänden des DTV Anwendung finden. Intensiv diskutiert wurden außerdem die aktuellen Rahmenbedingungen des neuen GEMA-Rahmenvertrages sowie die Notwendigkeit einer zukünftigen Beitragserhöhung im Verband.
Besorgnis löste die Mitteilung aus, dass für die Projektstelle der DTV-Geschäftsstelle bislang kein Verlängerungsbescheid vorliegt, obwohl der aktuelle Förderzeitraum bereits am 31. Dezember 2025 endet. Betroffen sind sowohl der Thüringer Landestrachtenverband als auch der Deutsche Trachtenverband. Aufgrund dieser unsicheren Personalplanung mussten weitere organisatorische Punkte zunächst zurückgestellt werden. Gleichzeitig wurde die Bedeutung einer stärkeren öffentlichen Präsenz des Verbandes hervorgehoben. Geplant sind unter anderem eine intensivere Bewerbung des Tags der Tracht, ein öffentlich zugänglicher Deutscher Trachtentag sowie der Aufbau eines Social-Media-Auftritts, der vorerst durch die Geschäftsstelle der Deutschen Trachtenjugend betreut wird.
Trotz der derzeit herausfordernden Rahmenbedingungen verständigten sich die Landesvorsitzenden darauf, auch im kommenden Jahr erneut eine gemeinsame Klausur abzuhalten.
Bericht und Bilder: Günter Frey, Bayerischer Trachtenverband








