Wenn Tiere eine Sonnenfinsternis erleben und Kinder tanzen – Vorlesen, Musik und Mitmachen: Kulturverein begeistert junge Zuhörer mit fantasievollem Kinderprogramm
Ainring. Mit viel Musik, Bewegung und Fantasie hat der Kulturverein seine zweite Kinderveranstaltung der Reihe gestaltet. Erika Emans begrüßte im voll besetzten Saal zahlreiche Kinder mit ihren Eltern. Von der Bühne strahlte eine helle Sonne – und mit ihr erwachten die Bauernhoftiere aus dem Bilderbuch „Jemand frisst die Sonne auf“ von Ruth Sonneborn zum Leben.
Erzähler Thorsten Köpke lieh den Tieren seine Stimme, sang und begleitete sich und die Kinder dabei immer wieder auf der Gitarre. Das Ensemble „Tre Donne“ mit Dorothea Biehler (Violine), Gül Pluhar (Viola) und Katja Labbow (Violoncello) nahmen die Kinder mit auf ein musikalisches Abenteuer, in dem Henne, Hahn, Ente, Schwein und Ziege plötzlich glauben, jemand würde die Sonne fressen.
Nach dem Konzept von Katja Labbow, die Figuren und musikalische Gestaltung entwickelte, wurden die Kinder selbst Teil der Geschichte. Sie sangen bekannte Lieder wie „Kommt ein Vogel geflogen“, „Bruder Jakob“ oder „Alle meine Entchen“ zur musikalischen Begleitung und bewegten sich bei klassischen Melodien gemeinsam mit den Tieren der Geschichte. Besonders viel Spaß machte das gemeinsame Laufen, Stampfen und Hüpfen zum schwungvollen „Alla Turca- Rondo“ von Wolfgang Amadeus Mozart: Die Kinder eilten von Tier zu Tier, um vor der drohenden „gefressenen“ Sonne zu warnen.
Jedes Tier erhielt sein eigenes musikalisches Porträt. Das Schwein wälzte sich genüsslich im Schlamm zu „Summertime“ von George Gershwin. Weitere Stücke – von einer wiederentdeckten „Ganz kleinen Nachtmusik“ von Mozart bis zum „Moment musical“ von Franz Schubert – ließen die Tiere musikalisch lebendig werden. Köpke verwandelte ihre Geräusche – Flattern, Krähen, Schnattern oder Quieken – in eine spielerische Sprachmusik.
Schließlich löste die weise Schildkröte das Rätsel: Es war eine Sonnenfinsternis. In der plötzlich stillen Dunkelheit intonierte das Ensemble das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ und alle durften mitsingen. Als das Licht zurückkehrte, durften die Kinder zum Menuett aus dem Notenbüchlein von Johann Sebastian Bach’s Frau Anna Magdalena Bach um die strahlende Sonne tanzen.
Der begeisterte Nachwuchs zeigte deutlich, wie viel Freude Musik, Geschichten und Bewegung im gemeinsamen Tun machen können.
Der Kulturverein setzt die Reihe fort: Am 24. April folgt im Pfarrzentrum Mitterfelden die (bereits ausverkaufte) Veranstaltung „Die Geschichte vom neugierigen Kätzchen“. Am 13. Juni dürfen Kinder ab sechs Jahren im Haus der Kultur bei einem KinderKunstKurs zu Schuberts „Forelle“ Musik in Farben und Formen verwandeln.
Das Kinderbuch-Mitmach-Musical „Jemand frisst die Sonne auf“ wird nochmal im Rahmen der Mozarttage am 12. April um 14:30 Uhr im Königlichen Kurhaus Bad Reichenhall aufgeführt.
Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka
6086: Alle tanzen um die Sonne.
6084/ 6070: Dass eine Sonnenfinsternis nichts Angsteinflößendes ist, lernen die Tiere und damit die Kinder bei diesem Stück.
Spendenübergabe an den Kulturverein
Der Kulturverein durfte sich kürzlich über eine Spende von 1.500 Euro für das Kinderprogramm KUKI von der Bürgerstiftung der Sparkasse Berchtesgadener Land freuen. Deren Vorsitzende, Theresia Petram, übergab den symbolischen Scheck im Beisein von Stiftungsrat Hans Eschlberger und Kassier des Kulturvereins Tobias Quaiser an die Vereinsvorsitzende Erika Emans.
Eschlberger lobte deren Einsatz für die Kinder und die abwechslungsreichen Veranstaltungen für das junge Publikum, das so von Kindesbeinen an mit klassischen Instrumenten in Kontakt kommen kann.
„Lebendige Kultur für Kinder – das ist ein tiefes Anliegen des Kulturvereins der Gemeinde Ainring.
Ein lebendiges Kulturerlebnis ist ein wertvoller Beitrag zu einer gesunden Entwicklung unserer Kinder. Es schult die Sinne, weckt ein reiches Gefühlsleben, fördert die Empathie und regt zur Reflexion an. Die Kinder werden ganzheitlich angesprochen. Dadurch können sowohl kognitive, als auch seelische und physische Prozesse angeregt werden“, so Emans.
Durch spartenübergreifende Veranstaltungen von hoher künstlerischer Qualität will der Kulturverein Kindern erfüllende kulturelle Erfahrungen schenken und ihnen damit den Zugang zu einer Welt öffnen, in der sie ihr Leben lang Freude, Inspiration und Trost finden können.
Um die Teilnahme für alle möglich zu machen, sollen die Veranstaltungen bei freiem Eintritt, gegen freiwillige Spenden, oder zu sehr gemäßigten Eintrittspreisen stattfinden, erklärt Erika Emans in Ihrem Schreiben an die Bürgerstiftung, die dies nun ermöglicht. „Da das Projekt so großartig ist, haben wir die Spende auf 1.500 Euro erhöht, um noch mehr Möglichkeiten zu schaffen“, so Stiftungsvorsitzende Theresia Petram, die außerdem über die Stiftung informierte.
Foto: Brigitte Janoschka – Spende für die Kinderveranstaltungsserie








