Brauchtum

Interview zum Bayer. Landesjugendtrachtenfest

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mitte Mai wird das Landesjugendtrachtenfest des Bayerischen Trachtenverbandes in Pfaffenhofen gefeiert. Dazu befragte Michael Kraus (Pfaffenhofener Kurier) Armin Schmid (Vorsitzender der Bayerischen Trachtenjugend) und Anna Felbermeir (Vorsitzende des Trachtenvereins Ilmtaler Pfaffenhofen).

Worauf darf sich die Stadt Pfaffenhofen einstellen?

Armin Schmid: Darauf, dass Tausende Kinder und Jugendliche aus ganz Bayern nach Pfaffenhofen kommen werden. Sie werden sich kennenlernen, miteinander singen, tanzen, platteln und zusammen Musik machen.  Und es werden viele bairische Dialekte aufeinandertreffen.

Und worauf können sich die Besucher und Zuschauer am 16. und 17. Mai freuen?

Anna Felbermeir: Das Landesjugendtrachtenfest kann man sich vorstellen wie eine „Lange Nacht der Kunst und Musik“ – nur auf boarisch. Es gibt ein abwechslungsreiches boarisches Programm und viel Leben in der Stadt. Wir rechnen mit vielen Zuschauern und Gästen, die das Miteinander und die Ungezwungenheit der jungen Leute, die zu ihrem bayerischen Brauchtum stehen, miterleben wollen. Deswegen bieten wir zwei Tage volles Programm. Es wird vier Bühnen für die Auftritte der jungen Trachtler geben: Zwei am Hauptplatz, eine auf der Insel und eine im Bürgerpark. Natürlich gibt es auch Ausschank, damit es sich jeder gut gehen lassen kann.

Mit wie vielen Teilnehmern und Gästen rechnen Sie am Festwochenende in Pfaffenhofen?

Schmid: Also es wird so ausschaun, dass wir rund 1500 bis 2000 Teilnehmer am Samstag haben. Und am Sonntag, der ja der eigentliche Festsonntag ist, sollen dann 3500 bis 4000 Teilnehmer von  der Bayerischen Trachtenjugend kommen, die dann einen farbenprächtigen Festzug durch Pfaffenhofen organisieren.

Felbermeir: Wir rechnen übers Wochenende auch   mit nochmals 4000 Zuschauern – vielleicht sogar ein bisschen mehr. Wir uns sehr, wenn wir der bayerischen Trachtenjugend eine Plattform für IHR Fest bieten können.

War nicht schon 2017 bei der Gartenschau geplant, das Landesjugendtrachtenfest nach Pfaffenhofen zu holen? Warum hat das damals nicht geklappt?

Felbermeir: Wir hatten bei der bayerischen Trachtenjugend angefragt, die war aber einfach mit der Planung noch nicht so weit. Die Zeit war einfach noch nicht reif, dass man wieder ein Landesjugendtrachtenfest auf die Füße stellt. Da hängen ja doch ein Haufen Kosten dran und es ist ein großer Organisationsaufwand. Stattdessen haben wir damals bei der Gartenschau, als wir das 90-jährige Bestehen des Trachtenvereins Ilmtaler Pfaffenhofen nachgefeiert haben,  ein normales Gautrachtenfest ausgerichtet.

Das Landesjugendtrachtenfest findet erstmals wieder seit 19 Jahren statt. Warum wurde da so lange pausiert?

Schmid:  2007 war in Altusried im Allgäu das Letzte. Seitdem versuchen wir, wieder ein Landesjugendtrachtenfest auf die Beine zu stellen. Unsere Gaujugendleiter, also die Vorsitzenden der einzelnen Gebiete in Bayern, haben uns das auch aufgetragen. Aber es ist schwierig, dass man zum einen den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Anlass findet, zum anderen den passenden Ort, wo man die Teilnehmer auch alle unterbringen kann. Bei den Planungen waren wir mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, die wir nicht so leicht haben stemmen können. Der letzte Anlauf war kurz vor Corona, wo wir das Fest im oberfränkischen Coburg ausrichten wollten.  Dann ist aber die Pandemie dazwischengekommen und die Planungen haben sich zerschlagen.  Jetzt hat sich mit Pfaffenhofen eine neue Gelegenheit geboten: Hier passen die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur so gut, dass wir es diesmal durchziehen können.

Der Aufhänger ist unter anderem, dass der Trachtenverein Ilmtaler heuer 100 Jahre alt wird. Wird das in diesem Rahmen auch groß gefeiert?

Felbermeir: Wir Pfaffenhofener Trachtler haben beim Landesjugendtrachtenfest zwar auch einen Auftritt und werden uns eine halbe Stunde lang mit allen unseren Gruppen präsentieren.  Außerdem führen wir den Festzug am Sonntag an. Das eigentliche 100-Jährige feiern wir aber mit verschiedenen Veranstaltungen das ganze Jahr über, zum Beispiel einem Hoagarten am 21. März oder der Vorstellung eines Bildbands  am  22. November.

Die Ilmtaler haben vor neun Jahren das Gautrachtenfest des Donaugau-Trachtenverbands ausgerichtet. Helfen diese Erfahrungen jetzt bei der Organisation?

Felbermeir:  Eigentlich relativ wenig, weil sich bei den Auflagen und bei den Anforderungen ans Sicherheitskonzept seit 2017 so viel verändert hat. Vieles läuft heutzutage vom Organisatorischen her doch ganz anders als vor neun Jahren.

Aber bis Mai lassen sich alle Hürden nehmen?

Schmid: Wir hoffen, dass wir das bis 16. Mai organisatorisch alles unter Dach und Fach bringen. Wir werden die Sicherheitsauflagen, die aktuell das größte Thema sind, auch erfüllen können. Da sind wir auf einem sehr guten Weg.

Interview und Foto: Pfaffenhofener Kurier – Armin Schmid und Anna Felbermeir in Pfaffenhofen 

Weitere Informationen: www.trachtenverband-bayern.de

 

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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