Kultur

Innphilharmonie gibt Beethovens 9. Symphonie

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

In ihrem diesjährigen Frühjahrskonzert am 18. April lässt die Innphilharmonie Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Gastchor “Coro Desiderio da Settignano” aus Florenz unter der künstlerischen Leitung von Andreas Penninger Ludwig v. Beethovens Symphonie No. 9 op. 125 erklingen.

Dieses grandiose Spätwerk, bei dessen Uraufführung (1824) Beethoven bereits völlig ertaubt war, ist mehr als Musik. Penninger erklärt hierzu: “Es ist eine Haltung. Freiheit, Würde, Brüderlichkeit und Hoffnung sind keine historischen Begriffe, sondern Fragen unserer Gegenwart. In einer Zeit von Spaltung und Unsicherheit stellt es die radikale Frage: Wie wollen wir als Menschen miteinander leben?”

Mit der Einbeziehung von Gesang in die Symphonie sprengt Beethoven alle Konventionen. Die Neunte ist ein künstlerischer Aufbruch, der zeigt, dass Fortschritt nur durch Mut zur Veränderung entsteht. Wurde die “Ode an die Freude” aus dem Schlusssatz, deren Originaltext der Feder des jungen Friedrich Schiller entstammt, auch Europahymne, dürfe sie niemals zur Folklore erstarren, betont Penninger: “Jede Aufführung ist eine neue Befragung: Meinen wir diese Werte heute noch ernst? Oder hören wir nur schöne Klänge?” fragt er nachdenklich.

Die ersten drei Sätze ringen, zweifeln, kämpfen. Erst im Finalsatz wird das Gelingen der Gemeinschaft hörbar. Chor, Solisten, Orchester verschmelzen. Die Neunte zeigt musikalisch, dass Gemeinschaft nicht selbstverständlich ist, sondern errungen werden muss. Allein deshalb ist es wichtig, auch und gerade heute dieses monumentale Werk, Wendepunkt in der Musikgeschichte, aufzuführen. Dass die Innphilharmonie gemeinsam mit italienischen Gästen musizieren darf, unterstreicht diesen Aspekt.

Eingerahmt wird das musikalische Erlebnis durch Texte des Schriftstellers und Drehbuchautors Christian von Aster. In kurzen Vorreden zu den einzelnen Sätzen der Sinfonie trachte er danach, auf geistreich unterhaltsame Weise zwischen Poesie und Anekdoten Hintergründe und Kuriosa zu Beethovens Neunter sowie deren Rezeption über die Zeit, Musik und allzu Menschliches sowie die beruhigende Erkenntnis einer objektivierbaren Form künstlerischer Meisterschaft zu reflektieren, erläutert von Aster seine Intention. Wer Texte dieses Autors – wie etwa die “Mitternachtshüpfburg” kennt, darf  sich auf vergnügliche Worte freuen..

Ausführende:

Chor und Orchester der Innphilharmonie Rosenheim

Coro Desiderio da Settignano, Florenz

Christian von Aster, Orator

Yvonne Steiner, Sopran

Franziska Rabl, Alt

Markus Herzog, Tenor

Franz Hawlata, Bass

Leitung: Andreas Penninger

Das Konzert findet statt:

18.4.2026, 19 Uhr KuKo,  Rosenheim

Eintritt: 40,80 € oder 33,10 € sowie ermäßigte Karten

Vorverkauf KuKo, Kufsteinerstraße 4, 83022 Rosenheim, Tel: 08031 365 9 365

Bericht und Plakat:  Dr. Eva-Maria Glofke-Schulz, Innphilharmonie Rosenheim e.V.

 



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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