Brauchtum

Hungerbaum-Brauch in Pittenhart

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Seit Sonntag staunen die, aus Pittenhart kommenden Autofahrer über den am Ortsrand von Oberbrunn stehenden megagroßen exotischen Bonsai nicht schlecht. Das seltene Exemplar wurzelt in einer alten Badewanne und trägt neben seinen grünen Ästen ganz komische Früchte, eigentlich Gerümpel, wie einen ausgedienten Reitsattel, Kaminrohre, Kuchengitter, Schlittschuhe, Autoreifen und allerlei Haushaltsgeräte.

In Oberbrunn lebt ein alter bayerischer Brauch wieder auf, der sogenannte Hungerbaum – bayrisch „Hungabam“ wie er gerade im Chiemgau verbreitet ist, wird für Paare gepflanzt, die seit sieben Jahren zusammen, aber noch nicht verheiratet sind. Den „Baum“ auf dem Grundstück der Familie Eisenbarth in Oberbrunn haben die Freunde von Sophia Bachmann und Benedikt Eisenbarth aufgestellt und sehr einfallsreich geschmückt. Nach altem Brauch ist jetzt bis zur Hochzeit von Soso und Eisi, wie sie von ihren Freunden genannt werden, jedes Jahr an ihrem Kennenlerntag eine Einladung zum Essen und Trinken für die Freunde fällig. Die Freunde wissen genau wann sich Sophia und Bene kennengelernt haben, steht ja auch groß auf dem Schild. Die „Baumpflanz-Aktion“ hat den  Freunden, Sophia und Bene schon mal richtig Spaß gemacht und wurde mit Grillwürstel und entsprechenden Flüssigem schon mal gebührend gefeiert. Mit einem strengen 10 Punkte-Katalog wurde das Pärchen von den Freunden für die Zeit der sogenannten „Verleumdung einer Eheschließung„ zudem ausgestattet, bleibt abzuwarten wie viele Festl sie bis zu ihrer Hochzeit veranstalten müssen.

Bericht und Fotos: Emmy Künzner-Hingerl

– einen riesen Spaß haben die Freunde beim Ausstellen des Hungerbaums für Sophia Bachmann und Benedikt Eisenbarth

– sämtliches Gerümpel aus Keller und Speicher hängt an dem Hungerstangerl


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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