Kultur

Grenzenlose Musik am Chiemsee

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Ein eindrucksvoller Konzertnachmittag erfüllte Ende Februar die Aula des Kloster Frauenwörth mit Klang und Emotion. Das junge Streicherensemble Strings in Motion begeisterte Bewohnerinnen und Bewohner der Fraueninsel ebenso wie angereiste Musikliebhaber und Vertreter regionaler Institutionen.

Bereits in den beiden Wochen vor dem Konzert hatte das Ensemble intensiv auf der Fraueninsel gearbeitet. Neun Stunden tägliche Proben zeugen von der hohen künstlerischen Disziplin und dem Anspruch der jungen Musikerinnen und Musiker, die aus Bayern, Tirol, Südtirol, der Ukraine, Südkorea und weiteren Ländern stammen.

Unter der künstlerischen Obhut von Professor Christos Kanettis präsentierte das Ensemble ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Schumann, Bach bis zu Rota. Mit großer Leidenschaft und einem bedingungslosen Gestaltungswillen überzeugten die jungen Streicherinnen und Streicher das Publikum. Besonders eindrucksvoll gestalteten sich die solistischen Beiträge einzelner Ensemblemitglieder, die dem Konzert zusätzliche Strahlkraft verliehen. Paolo Tedesco aus Italien, Marinus Kreidt aus Kolbermoor und Stylianos Mastrogiannis aus Griechenland waren die drei jungen Solisten.

Doch nicht nur das musikalische Niveau stand im Mittelpunkt des Nachmittags. Im Gespräch mit dem Publikum stellte der international bekannte  Bratschist Marinus Kreidt  die Vision  des Ensembles vor: Strings in Motion verfolgt die Idee, auf der Fraueninsel ein eigenes Streicherfestival zu etablieren. Unterschiedliche Orte der Insel – vom Steg bis zu überraschenden, atmosphärischen Plätzen-wie Kirchen oder nahe der alten Linde – könnten dabei als außergewöhnliche Konzertstätten dienen. Musik soll so in besonderer Weise mit der Landschaft des Chiemgaus und dem Panorama der Voralpen verbunden werden. Neben dieser Fusion von Orten, welche der Insel ihren Charakter geben,  soll zudem ein intimer Einblick in die Inselwelt geboten werden, welcher einem bei einem klassischen Besuch verwehrt bleibt.

Unter den Ehrengästen befanden sich Vertreter des Bayernbundes – Wilhelm Schmidt und Sepp Käser u.a. sowie Repräsentanten aus dem Musik- und Kulturbereich – Prof. Hansjörg Schellenberger & Dieter Höpfner u.a.

Sie zeigten sich ebenso begeistert wie das Publikum. Auch die Geschäftsführung der Riege Inntal, die das Ensemble seit mehreren Jahren begleitet, betonte die besondere Qualität des grenzüberschreitenden Projekts. Die Auftritte des Ensembles reichen von Südtirol über Bayern und Tirol bis nach Griechenland und verbinden junge Talente über Ländergrenzen hinweg . Die Geschäftsführerin der Euregio Inntal, Esther Jennings, bekräftigte, wie stolz die Euregio sei, das Ensemble seit mehreren Jahren unterstützen und begleiten zu dürfen. Jedes Konzert sei ein Geschenk für die Region und für alle Musikinteressierten und verbinde Menschen weit über Grenzen hinweg, so Jennings. Auch ein begeistertere „ Inselbewohner“  führte aus: „….ein Rausch von Klängen, ein Höhepunkt für den Insulaner, ein faszinierendes Konzert schwungvoller junger Künstler, das im Inneren noch lange nachwirkt.“

Zum Abschluss lud Christos Kanettis alle Interessierten ein, an dieser Vision mitzuwirken. Ziel sei es, den Zauber der Musik an diesem besonderen Ort für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen.

Bericht: Esther Jennings – Fotonachweis: Strings on motion / Esther Jennings



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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