Natur & Umwelt

Frühjahrswanderung zu einem ruhigen, versteckten Almidyll am Samerberg

Veröffentlicht von Günther Freund

Wir haben uns heute  das einzige Wanderziel am Samerberg vorgenommen, wo wir noch nicht waren. Es soll auch nur eine kleine, gemütliche Rundtour werden.

Auf einem Landwirtschaftsweg wandern wir eine 3/4-Stunde mäßig steil durch ein kurzes Waldstück, über Wiesen und am Waldrand entlang bergan und stehen vor dem wunderschön daliegenden Almgebäude.
Es ist niemand da, der Zugang zur sonnigen, südseitigen Almbank ist versperrt und ein Plakat hängt an der Absperrung: Zutritt wegen Corona verboten. Der Stall ist blitzsauber, das Gras auf den umliegenden Wiesen steht schon höher wie normal, offensichtlich gut gedüngt. Wahrscheinlich wird Anfang Mai aufgetrieben. Das Gebäude ist in gutem Zustand. Die herrliche Lage würde bestimmt viele Besucher anlocken, wenn es Bewirtung gäbe, was zum Glück nicht der Fall ist. Wir sind froh, daß wir alleine hier sind, gehen weglos hinüber auf einen Bergrücken und machen dort Brotzeit. Es ist kein richtiger Berggipfel sondern nur ein schöner Wiesenrücken, von dem man aber eine tolle Aussicht auf das Inntal, den direkt gegenüber aufragenden Heuberg und die Hochries hat. Im Süden ist auch noch der Spitzstein zu sehen. Wir genießen die Ruhe und die außerordentlich schöne Landschaft.

Weiter geht es  auf einem schmalen Wiesenpfad und entlang an einem Waldstück hinunter zum kleinen Weiler. Kein Mensch ist zu sehen, nur Pferde. Von dort folgen wir dem Wegweiser zu einem noch kleineren Weiler, wo eine Frau Blumen gießt, ohne uns zu beachten. Es geht bis dorthin nicht allzu steil bergab, gegenüber sehen wir eine Kirche alleinstehend im Wald, im Tal den Inn.
Wir wandern auf schmaler Autostraße zurück in Richtung Ausgangspunkt, ohne daß uns ein einziges Auto begegnet, nur ein Traktor, der vom Holzfällen kommt. Nach dem Durchqueren eines Waldstücks haben wir eine schöne Aussicht auf den von Hochries, Karkopf, Feichteck und Heuberg eingerahmten Samerberg, passieren noch einmal einen hübschen Weiler und sind dann gleich wieder beim Auto.
Wo wir waren? Die Samerberger werden es erraten, aber ich nenne keine Namen. Es sollte  dort so bleiben, wie es ist – irgendwie  aus der Zeit gefallen.
Es ist nicht die Dandlbergalm.
Fotos: Günther Freund

Über den Autor

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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