Kirche

Frasdorf: Trauer um Gertraud Riepertinger

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von 78 Jahren verstarb im Seniorenheim Priental nach längerer Krankheit Gertraud Riepertinger vom Sturm-Anwesen im Frasdorfer Ortsteil Haslau. Die „Sturm-Traudi“ hat sich in vielerlei Weise um das Vereins- und Kulturleben in Frasdorf verdient gemacht. Dies zeigte sich eindrucksvoll beim Auferstehungs-Gottesdienst in der Pfarrkirche „St. Margaretha“ mit Pfarrer Paul Janßen, assistiert von den Ruhestandspfarrern Konrad Kronast und Herbert Holzner. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Singgemeinschaft Frasdorf unter Leitung von Christine Klinger, das Harfenduo Fischer sowie Albert Osterhammer Klarinette.

In der Kirche wurde an den Lauf des Lebens von Gertraud Riepertinger erinnert, sie kam als drittes von vier Geschwistern beim Kistler in Haus bei Rossholzen auf dem Samerberg zur Welt. Dem Schulbesuch folgten eine Lehre der Städtischen Hauswirtschaft mit Gesellenprüfung, Anstellungen in Privathaushalten, im Internat Neubeuern und im Kinderheim Samerberg-Friesing sowie ein Kurs in der Landvolkshochschule am Petersberg bei Dachau, der sich als prägend für ihre religiöse, musische und gesellschaftliche Bildung erwies. Nach der Heirat mit Gust Riepertinger im Mai 1969 widmete sich die Familie dem „Dreimäderlhaus“ (Bernadette, Monika und Ursula) mit Nachzügler Markus, dem Aufbau des Jugendhauses in Haslau auf dem Sagberg und einigen Ehrenämtern. So war die Verstorbene ab 1982 und bis 1990 Vorsitzende des neu gegründeten Frauenbundes, 1990 wurde sie mit der späteren Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller als erste Frauen in den Gemeinderat gewählt.

Auf ihre Initiative wurden 1991 der Heimat- und Kulturverein Frasdorf sowie die Frasdorfer Dorfzeitung ins Leben gerufen. Viel Freude hatte Gertraud Riepertinger an der Musik und am gemeinsamen Singen, eine Leidenschaft, die sie auch an ihre Kinder weitergab. Für den Heimat- und Kulturverein dankte Vorstandsmitglied Josef Wollschlager: „26 Jahre war sie zweite Vorsitzende des Vereins. In den ersten Jahren gehörte auch die Belebung des örtlichen Fremdenverkehrs zu den Vereinsaufgaben. Ein Fremdenverkehrsbüro war auf die Füße zu stellen, ein neuer Ortsprospekt zu entwerfen, die Wanderwege waren in Ordnung zu bringen und weitere Maßnahmen zur Dorfverschönerung anzustoßen. Auch um die Recherchen für das Frasdorfer  Höfebuch und für das Heft `Frasdorfer Persönlichkeiten` sowie um die Gründung des Höhlenmuseum machte sich Gertraud Riepertinger verdient“. Für all die Verdienste für Gesellschaft und Gemeinde bedankte sich im Namen von Erstem Bürgermeister Daniel Mair und namens der beiden erkrankten Bürgermeister-Stellvertreter Gemeinderatsmitglied Lorenz Wollschlager unter anderem mit den Worten: „Traudi war ein Mensch, der nicht nur zuhören konnte, sondern auch anpackte, wenn Hilfe gebraucht wurde. Mit ihrem engagierten Wirken und ihrem ausgleichenden Wesen hat sie das Leben in unserer Gemeinde außerordentlich bereichert.“

Foto: Gertraud Riepertinger   


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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