Maßnahme im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen läuft diese Woche
Derzeit wird der Weg für den Bau von drei neuen Eulenvolieren im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen frei gemacht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Fläche von 3600 Quadratmetern, die im Bereich zwischen Wildkatzen- und Bärengehege liegt, wird in dieser Woche von Bewuchs und Bäumen befreit.
Dass die vorbereitenden Maßnahmen bereits jetzt beginnen, hat einen naturschutzfachlichen Grund. „Baumfällarbeiten dieser Art müssen immer vor der Vogelbrutzeit durchgeführt werden“, berichtet Ursula Schuster, Leiterin des Nationalparks Bayerischer Wald. Darüber hinaus gilt es in diesem Bereich des Tier-Freigeländes auch auf die seltene Haselmaus zu achten, die jetzt in den Wintermonaten noch nicht damit begonnen hat, ein Nest zu bauen. Ein Augenmerk liegt auch auf wertvollen Habitatbäumen, die stehen bleiben und auf der Fläche verbleiben. „Wir sind sehr froh, dass wir die entsprechenden naturschutzrechtlichen Einvernehmen von der Regierung von Niederbayern und vom Umweltministerium unter Beteiligung der Naturschutzverbände erhalten haben, um zeitnah mit der Maßnahme starten zu können.“

Dort, wo aktuell Bewuchs entfernt wird, sollen ab Spätsommer drei neue Volieren für Eulen und Käuze entstehen. (Foto: Vinzent Geiger/Nationalpark Bayerischer Wald)
Dass an den Volieren im Tier-Freigelände der Zahn der Zeit nagt, wurde bereits im Sommer 2024 nach einer umfassenden Bauwerksprüfung bekannt. Die Greifvogelvoliere wurde daraufhin abgerissen. „Eine Sanierung wäre sehr kostspielig und nicht verhältnismäßig gewesen“, so Schuster. Abgerissen wurde auch die Aas-Fresser-Voliere, die schon seit Jahren nicht mehr besetzt und außer Nutzung war. An weiteren Volieren fanden Maßnahmen zur Optimierung der Schneeräumung im Winter statt. „Zeitgleich hatte eine Arbeitsgruppe der Nationalparkverwaltung damit begonnen, ein neues Konzept für die Volieren zu erarbeiten.“ Als erstes sollen nun die Käuze ein neues Zuhause erhalten. Wenn alles nach Plan verläuft, kann mit der Baumaßnahme im Spätsommer begonnen werden.
Für Ursula Schuster hat die Ertüchtigung der Einrichtungen im Tier-Freigelände hohe Priorität. „Wir verzeichnen hier jährlich 300 000 Besucher, daher ist es der Nationalparkverwaltung ein großes Anliegen, die Gehege in der beliebten Einrichtung ständig zu sanieren und zu erneuern.“ Das Tier-Freigelände sei nicht nur als Besucher-Hotspot von großer Bedeutung. „Es ist auch ein zentraler Ort der Umweltbildung im Nationalpark.“ Eine große Zahl von Schulklassen und Kindergärten besucht jährlich das Tier-Freigelände und nimmt dort an Führungen durch geschulte Waldführer teil.
Während der Maßnahme zur Baufeldfreistellung und zur Gehölzentnahme müssen Besucher des Tier-Freigeländes mit keinen Einschränkungen rechnen. Es kann lediglich zu kurzzeitigen Sperrungen kommen. In diesem Fall weisen Mitarbeiter des Nationalparks darauf hin.




