Leitartikel

FFW Obing: neue Vorstandschaft gewählt

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Das neue Jahr beginnt in Obing auch mit der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Obing beim Gasthof zur Post, die alle Jahre  großes Interesse in der Gemeinde weckt.

Vorsitzender Simon Frank freute sich die zahlreich erschienen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden begrüßen zu dürfen. Besondere Willkommensgrüße richtete er an den 1. Bürgermeister Josef Huber, die 2. Bürgermeisterin Fanni Mayer, Pfarrer Christoph Kronast, alle anwesenden Gemeinderäte, die Vertreter der Kreisbrandinspektion, Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandinspektor Josef Egginger und Kreisbrandmeister Martin Hochreiter, den Ehrenkommandanten Klaus Thurner,  die Kameraden der Feuerwehr Albertaich, sowie die Vertreter der Ortsvereine. Zum letzten Mal, stellt Simon Frank, wie er verkündet, der Versammlung die Tagesordnung vor und übernimmt im Anschluss das Gedenken der im letzten Jahr vier verstorbenen Vereinsmitglieder.

Schriftführer Rupert Voderhuber folgt mit dem Bericht, das Protokoll der Jahreshauptversammlung am 03.01.1925, bei der 63 Mitglieder anwesend waren, wird vorgelesen. Mit einer positiven Rückschau verwies der Schriftführer auf Jahr 2025, welches durch viele Tätigkeiten Einsätze, Aus- und Weiterbildungen, Veranstaltungen, Jubiläumsfesten der Nachbarwehren und Neuerungen geprägt war. Humorvoll klingen die historischen Protokolle der Generalversammlungen aus den Jahren 1925 und 1926. 1925 wurde per Beschluss ein Strafgeld für unentschuldigtes Fernbleiben bei den Übungen festgelegt. Einmal Wegbleiben kostete zehn Pfennig, mehrmals Wegbleiben ging dann schon ins Geld, bzw. konnte auch die Streichung der Mitgliedschaft mit sich bringen. Am 10. Januar 1926 wurde bei der Generalversammlung anstelle des bisherigen Rottenführers Sebastian Westner, der seine Chargen niedergelegt hatte, per Akklamation einstimmig Josef Wurmannstätter aus Pfaffing gewählt.

Alexander Ullrich tritt mit dem Bericht  des 1. Kommandanten vor die Versammlung und informiert, dass aktuell sind bei der Obinger Feuerwehr 74 Aktive, das heißt 13 Frauen und 61 Männer, leisten ehrenamtlich ihren Dienst. Einsatztechnisch war die Wehr im Vergleich zu 2024 mit 48 Einsätzen etwas weniger gefordert. 2025 rückte die Obinger Wehr zu 13 Bränden, 22 Technischen Hilfeleistungen und 5 Mal zu Sonstigen Einsätzen, wozu Sicherheitswachen und Verkehrsabsicherungen gehören, aus. Insgesamt wurden bei den 40 Einsätzen 913 Einsatzstunden geleistet. Ullrich berichtet von 9 Zugübungen, 9 Maschinisten-Übungen und 8 Atemschutz- und 2 Sanitätsübungen, wobei insgesamt ca. 1.077 Übungsstunden zusammengekommen sind. Eine Hilfeleistungskontingentübung in Eichstätt wurde besucht, an 2 Lehrgängen der Staatlichen Feuerwehrschule und 18 Lehrgängen des Kreisfeuerwehrverbandes wurde teilgenommen. In der Atemschutzwerkstatt wurden von Gerätewart Günter Kirchner 245 Atemschutzmasken, 173 Lungenautomaten, 73 Pressluftatmer gereinigt und geprüft und 226 Atemluftflaschen gefüllt. Bei der Schlauchpflege waren es 424 Schläuche für Obing, Albertaich, Pittenhart und Kienberg, die gewaschen und geprüft wurden. Mit vielen Bildern der Power-Point-Präsentation wird werden die Zahlen und Aktivtäten untermalt. Für das kommende Jahr stehen wieder einige Leistungsabzeichen, Gemeinschaftsübungen, Lehrgänge und Ausbildungslehrgänge auf der Agenda. Reparaturen, Wartungen, Umbauarbeiten und Instandhaltung im Bereich der Fahrzeuge, Modernisierungsarbeiten im Gerätehaus bringt Ullrich beim Rückblick auf 2025 ins Gespräch. Abschließend gilt sein Dank allen Kameraden und der Gemeinde Obing für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung während seines ersten Amtsjahres.

Johannes Thurner, Jugendwart konnte in seinem Bericht sehr erfreuliche Zahlen im Hinblick auf die Zahlen  der Anwärter geben. Mit dem Versprecher, dass beim „Vaterschaftstag“ im Mai 2025, sich 4 Neuzugänge meldeten, hatte er die Schmunzler auf seiner Seite.  Aktuell sind 16 Jungen und Mädchen aktiv bei der Jugendfeuerwehr, einer davon wurde im vergangenen Jahr in den aktiven Wehrdienst gewechselt. Mehr als 20 Übungsabende wurden abgehalten, im Januar fand die Christbaumsammelaktion statt, ein Berufsfeuerwehrtag, zusammen mit Pittenhart wurde veranstaltet, der Kreisjungendfeuertag in Pietling besucht, der Tag der offenen Tür am Vatertag und das Ferienprogramm mit organisiert, am Wissenstest in Trostberg wurde teilgenommen, das Friedenslicht überbracht und die Weihnachtsfeier wurde ausgerichtet. Insgesamt sind für die Übungen, die Arbeiten, ohne der Vorbereitungszeit ca. 1.600 Stunden zusammengekommen.  Für das kommende Jahr plant der Jugendwart wieder ähnliche Aktivitäten mit der Jugendgruppe. Im vergangenen August war die Jugendgruppe aus St. Pauls in Südtirol zu Besuch in Obing. Zusammen wurden Besichtigungen, Übungen und ein gesellschaftliches Miteinander erlebt, was wie Thurner sagt, für beide Wehren ein schönes Erlebnis war. Geplant ist für 2026 der Besuch des Jubiläums der St. Pauls’er Jugend, ein Termin dazu steht aber noch nicht fest.  Mit einem Dank an die aktuelle Vorstandschaft für die finanzielle Unterstützung und allen Kameraden für die Hilfe bei den Jugendübungen endet der Jugendwart seinen Bericht.

Simon Frank fährt mit dem Bericht des Vorsitzenden fort. Eingangs lobt Frank die gepflegte Freundschaft mit der Wehr in Südtirol, deren Fortführung er als sehr tolle und vor allem als sehr wichtige Sache sieht. Aktuell gehören 276 Mitglieder zum Verein, die sich in 139 fördernde Mitglieder, in 89 Aktive plus der Jugend, in 46 Passive und 2 Ehrenmitglieder aufteilen. Frank lässt das vergangene Vereinsjahr Revue passieren. Eine tolle Sache ist das Mitmachen beim Obinger Dorfschiessen, wenn man auch nicht viel trifft, Bekannte in jedem Fall so Simon Frank. Einige Feuerwehrfeste und Jubiläen wurden besucht, so  auch am 15. Juni in Seeon, leider hat es zusammen mit der Zugmusik nicht für den Meistpreis gereicht. Ein Kameradschaftsabend und ein Vereinsausflug haben stattgefunden. Mit herzlichen Dankesworten an die Gemeinde und Ortsvereine,  Vereinskameraden, Gerätewart, Fähnriche, allen Vorstandskameraden, der Jugend samt Leiter, die Austragler die gerne ins Feuerwehraus kommen und an die Nachbarn des Feuerwehrhauses und alle Unterstützer, die das ganze Jahr die Feuerwehr begleiten.

Eine besondere Freude ist es für Simon Frank zum Ende seiner Amtszeit, nach der Ernennung von Klaus Thurner zum Ehrenkommandanten beim Kameradschaftsabend nun auch ein weiteres Vereinsmitglied zu ehren. Für seine langjähriges Engagement für die Obinger Feuerwehr wurde Günther Kirchner die Ehrung als Ehrenkommandant zu teil. Wir haben darüber gesondert berichtet.

Mit dem Kassenbericht von Max Hamm gings in der Tagesordnung weiter. im ideellen Bereich kommen aus Mitgliedsbeträgen, Zuschüsse von Gemeinde und Landkreis, Spenden und sonstigen Einnahmen Gelder in die Vereinskasse, dem entgegen stehen Ausgaben, wie die Retourbuchungen von Mitgliedsbeiträgen, die daraus resultierenden Gebühren, Verwaltungskosten, Kosten für Wehr und Jugendarbeit, Kosten aktive Wehr und Kosten Verein, die die Einnahmen vom mehr als 1.000 Euro übersteigen.  Beim steuerpflichtigen wirtschaftlichen Betrieb sind Einnahmen aus der internen Kasse, aus Veranstaltungen und ist gegenüber den Ausgaben ebenfalls ein Minus zu verzeichnen. Geringer sind auch die Einnahmen aus den Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr ausgefallen. Anschaffungen für Uniformen, Vereinskleidung, Kosten für Teilnahme bei den Festen, den Kameradschaftsabend, der Vereinsausflug und Ehrengaben und wirtschaftliche Ausgaben wurden von Hamm genannt. Positiv hat sich in der Vereinskasse, die von Lorenz Reininger bereits zu Lebzeiten verfügten Spendengelder anlässlich der Beerdigung und die Einnahmen beim Vatertag ausgewirkt. Von den Kassenprüfern Georg Zierer, sen. und Leo Rosenlehner wurden die Kassen und Konten geprüft und für einwandfrei befunden. Zierer dankte dem Kassier für die einwandfreie Arbeit und Rosenlehner bittet die Versammlung um Entlastung der Vorstandschaft.

An Georg Zierer, der sein Amt als Kassenprüfer abgibt, spricht Frank ein herzliches Vergelt‘s Gott für 27 Jahre  geleistete Arbeit bei der Kassenprüfung aus.

Mit auf der Tagesordnung standen Satzungsänderungen, die im Vorfeld bereits auf der Internetseite der FFW Obing veröffentlich waren. Zu den einzelnen Änderungen stimmten die Versammlungsmitglieder per Akklamation einstimmig zu. Unter § 3  der Satzung werden neu die Feuerwehranwärter in einer eigenen Gruppe erfasst. Weiters wird das Mindestalter geändert. Künftig kann jeder ohne Altersgrenze Mitglied der Feuerwehr werden. Vereinfacht wird bei den Jugendlichen auch die Kündigung, die künftig auch mündlich gegenüber den Vorgesetzten erfolgen kann. Näheres siehe die Satzung auf der Homepage der Obinger Wehr. Bürgermeister Josef Huber begann seine Grußworte mit einem Dank, auch im Namen der Gemeinde an die Aktiven Kameraden der Obinger Wehr, für ihr großes Engagement und ihren aktiven Dienst. Es war ein geprägtes Jahr, von verschiedenen Szenarien, was Gemeinde und Feuerwehr betrifft, so Huber. Ganz klar steht er auch die Übung und die Einbindung der Bevölkerung in den Fokus, die mit zum Geschehen der Wehr gehören. Auch 2026 wird die Wehr zu Einsätzen ausrücken müssen, für diesen Einsatz bedankt sich der Bürgermeister im Voraus und wünscht allen, dass sie immer wieder gut heimkommen.

Den Worten des Bürgermeisters schließt sich Kreisbrandrat Christof Grundner an. Grundner spricht die rückläufigen Einsatzzahlen des letzten Jahres an. Erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehren und spricht in diesem Zusammenhang einen Dank an den Jugendwart für sein Engagement aus. Auch das Thema Finanzen, gerade die Kosten für Fahrzeuge und Ausstattung ist bei allen Feuerwehren ein großes Thema. Auf Landesebene wird in Zusammenarbeit mit dem Ministerium versucht kostengünstigere Lösungen zu finden. Eine Ausschreibung für ein landesweites einheitliches LFZ ist am Laufen, worüber auch bei den Gemeinden bereits bzgl. einer Beteiligung angefragt wurde. Die Feuerwehr sei weit mehr als Einsätze  und Ausbildungsbetrieb, jeder einzelne ist elementar wichtig damit die Sicherheitsrelevanz und das Ehrenamt weiter am Leben gehalten werden kann. Ein herzliches Dankeschön und die besten Wünsche für 2026 spricht Grundner den Obinger Kameraden aus.

Neuwahl der Vorstandschaft

Bürgermeister Josef Huber übernimmt die Leitung der Wahl der Vorstandschaft, entsprechend den Vorgaben muss der erste Vorstand schriftlich und geheim gewählt werden. Als Wahlhelfer für die geheime Wahl werden Fanni Mayer und Andreas Voderhuber, sen. bestimmt. Für die Wahl des ersten Vorstandes schlägt der amtierende Vorstand Frank Dominik Baumann vor. Der 28-jährige Obinger ist seit ca. 15 Jahren aktives Mitglied bei der Feuerwehr Obing. Mit 48 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen haben sich die 51 wahlberechtigen Versammlungsteilnehmer für Baumann als neuen ersten Vorstand entschieden. Dominik Baumann tritt die Nachfolge von Simon Frank nach 12 Jahren an. Zum Nachfolger des amtierenden 2. Vorstandes Alexander Fuchs wird der 30-jährige Michael Rothmayer gewählt. Das Amt des Schriftführers wird nach 24 Jahren von Rupert Voderhuber künftig Korbinian Thurner übernehmen.

Max Hamm wird auch künftig die Kasse der Obinger Feuerwehr führen, mit einer Enthaltung hat ihn die Versammlung in seinem Amt bestätigt.

  1. Fähnrich wird künftig Christoph Maier, ihm zur Seite steht Lukas Lademann als 2. Fähnrich.

Für die Kassenprüfung sind für die nächste Wahlperiode Sebastian Eicher als erster Kassenprüfer bestellt. In seinem Amt ist weiterhin Leo Rosenlehner als 2. Kassenprüfer bestätigt.

Nach gut zwei Stunden und einer Vorschau auf das anstehende Vereinsjahr 2026 endet die diesjährige Generalversammlung. Der neue Vorstand Dominik Baumann bittet um zahlreiche Beteiligung bei dem Besuch der Feuerwehrkameraden aus St. Pauls am anstehenden Wochenende, beim Obinger Dorfschiessen im März 2026 und vor allem beim Feuerwehrfest in Rabenden im Mai 2026. Der in früheren Jahren in Rabenden erzielte Meistpreis ist mit einer Wiederholung Ziel der neuen Vorstandschaft.

Bericht und Foto: Emmy Künzner-Hingerl

Die neue Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Obing stellt sich vor (vordere Reihe von links): Michael Rothmayer 2. Vorstand, Dominik Baumann 1. Vorstand, Korbinian Thurner Schriftführe (zweite Reihe von links) Christoph Maier 1.Fähnrich, Lukas Lademann 2. Fähnrich (dritte Reihe von links) Alexander Ullrich 1. Kommandant, Andreas Voderhuber 2. Kommandant, Max Hamm Kassier und Bürgermeister Sepp Huber



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Toni Hötzelsperger

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