Bestandsicherung, Ausbildung, Festvorbereitungen zum 155-jährigen Jubiläum, kameradschaftlicher Zusammenhalt sowie Hilfe über die Gemeindegrenzen hinaus prägten das Vereinsgeschehen bei der Feuerwehr Neubeuern. Die Verbundenheit zur „eigenen“ Feuerwehr bekundeten fast 80 Teilnehmer bei der Jahreshauptversammlung im neuen Rathaus.
Zu Beginn gedachten die Anwesenden bei einer der Versammlung vorausgegangenen Messe in der Kirche von Altenbeuern der elf verstorbenen Mitglieder. Gleichzeitig wurde für ein unfallfreies Jahr gedankt. Wertschätzung für den ehrenamtlichen Dienst zollten auch die Vertreter der Kreisfeuerwehr, Martin Gruber, Franz Aichinger und Hans Huber, ebenso Ehrenbürger und Altbürgermeister Hans-Jürgen Tremmel, Altbürgermeister Josef Trost sowie Bürgermeister Christoph Schneider. Die Bürgermeister sind im Feuerwehrwesen die Dienstvorgesetzten. Mit Florian Stuhlreiter aus der Gemeindeverwaltung konnte im vergangenen Jahr zudem eine fachkompetente Ansprechperson für die Verbindung zwischen Feuerwehr und Gemeinde etabliert werden.
Über das vielfältige Vereinsleben berichtete Schriftführer Hannes Strein. Einsätze, Festbeteiligungen in Roßholzen, Brannenburg und Reischenhart, das eigene Feuerwehrfest, ein Ausflug nach Nürnberg, das Ferienprogramm, Hochzeitsfeierlichkeiten sowie der Feuerwehrball fanden ebenso Erwähnung wie zahlreiche weitere Aktivitäten. Der Kassenbericht von Thomas List wurde ebenfalls anerkennend aufgenommen. Nachdem im Vorjahr noch ein Minus zu verzeichnen war, schloss das Jahr 2025/26 mit einem Plus von rund 5000 Euro ab. Als Gründe nannte List eine starke Beteiligung der Bevölkerung beim Feuerwehrfest sowie eine erhöhte Spendenbereitschaft. Viele Bürger hätten damit auch ihren Dank für den selbstlosen Einsatz der Wehrmänner bei der Hochwasserhilfe zum Ausdruck gebracht.
Kommandant Andreas Heibl blickte angesichts der bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten auf die Anfänge des Feuerwehrwesens in der Gemeinde zurück. Vor 155 Jahren erfolgte unter der Führung von Sebastian Peisl der gemeinsame Schritt zur Gründung einer Wehr für die damaligen Gemeinden Alten- und Neubeuern, mit unterschiedlichen Standorten für das notwendige Inventar. Unter Florian Meyl, der beim Schiffsunglück auf dem Inn im Jahr 1949 ums Leben kam, festigte sich die Struktur des Feuerwehrwesens. Politische Entwicklungen der Nachkriegszeit führten später zur Trennung in die eigenständigen Wehren Altenbeuern und Neubeuern. Richtungsweisend war schließlich 1973 die erneute Zusammenlegung unter der maßgeblichen Arbeit und Weitsicht von Kommandant Franz Spatzier.
Stellvertretender Kommandant Hermann Kruckenhauser bilanzierte im vergangenen Jahr 1505 Arbeitsstunden bei 57 Einsätzen. Rund 37 Prozent entfielen auf Brandeinsätze. Hinzu kamen technische Hilfeleistungen, 28 Sicherheitswachen sowie Rettungsdienste. Auf die derzeit 62 aktiven Feuerwehrmänner sei „blinder Verlass“, betonte Kruckenhauser. Unterstützt wird die Mannschaft von zwei Jugendgruppen mit insgesamt 21 Anwärtern, deren Ausbildungsabschnitte erfolgreich abgeschlossen werden konnten. „Wir sind gut aufgestellt und wollen diesen Stand halten“, so Kruckenhauser, auch in Zusammenarbeit mit der Schülerfeuerwehr von Schloss Neubeuern.
Zur Grundaufgabe der Wehr gehört auch die Wartung der Geräte – sowohl aus Kostengründen als auch im Hinblick auf schnelle Einsatzbereitschaft. Dabei könne auf fachliche Unterstützung aus den eigenen Reihen zurückgegriffen werden, wofür Kruckenhauser ausdrücklich dankte. Über Ausbildungsschwerpunkte wie Atemschutzausbildung, Tierrettung, Sprechfunk oder den Umgang mit Motorsägen berichtete Marinus Artmann. Dank galt unter anderem dem Innkieswerk, wo eine Silorettung geübt werden konnte, sowie dem Kinderhaus Kerb in Pinswang.
Zum Feuerwehralltag gehört auch die Arbeit der Ausbilder Stephan Braml, Andi Pichler sowie Andreas Spatzier und Bernhard Urschel, die die „Schlossfeuerwehr“ betreuen. Kenntnisse über die örtlichen Gegebenheiten des großen Gebäudekomplexes seien im Ernstfall entscheidend. Als Gruppensprecher fungieren hier Florian Born und Frede Kaufmann.
Bei einem Brandeinsatz in der Gemeinde Nußdorf unterstützte die Wehr rund 13 Stunden lang die Nachbarfeuerwehren. Dieses Beispiel verdeutliche die enge Zusammenarbeit der Wehren untereinander – ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens. Auch Firmgruppen, die das Feuerwehrhaus besuchten, erhielten Einblick in die Verbindung von kirchlicher Lehre und verantwortungsvollem Helfen.
Zufrieden mit der Entwicklung der Feuerwehr zeigten sich Vorstand Anton Schneebichler und Bürgermeister Christoph Schneider. Der Bürgermeister betonte die Unterstützung der Gemeinde für die Wehr. So wird im laufenden Jahr ein neues Feuerwehrfahrzeug im Wert von rund 600.000 Euro in Dienst gestellt. Durch eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brannenburg konnten dabei Einsparungen erzielt werden. Das neue Fahrzeug ersetzt ein Modell aus dem Jahr 1985.
Über den Stand der Vorbereitungen zum 155-jährigen Jubiläum informierte ebenfalls Vorstand Schneebichler. Der ursprünglich geplante Termin im Jahr 2021 musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Vorstandschaft, Festausschuss sowie die Festleiter Johann Fritz, ehemaliger Kommandant, und Andreas Artmann, ehemaliger Trachtenvorstand, liegen mit den Planungen im Zeitplan. Schneebichler setzt dabei auch auf die Unterstützung der Bevölkerung – etwa beim Auf- und Abbau, bei kleinen Helferdiensten und durch häufige Besuche im Festzelt.
Für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst zeichnete Kreisbrandinspektor Martin Gruber Georg Gar, Johann Gar, Christian Grießenböck, Andreas Pichler, Johannes Strein und Johann Stuffer aus. „Dienst am Nächsten ist Dienst für uns alle“, betonte Gruber in seiner Laudatio. Anerkennender Beifall galt den Geehrten.
Auch der Verein ehrte langjährige Mitglieder: Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden neun Personen ausgezeichnet, für 40 Jahre Treue Alois Schiefer, Peter Antretter, Peter Hofmann, Hans Hepfengraber und Sepp Hamberger sowie für 50 Jahre Mitgliedschaft Adi Klier, Sepp Mühlauer und Klaus Spatzier.
Bericht und Fotos: Thomas Schwitteck









