Mit einer Leseprobe im Pfarrheim Bad Endorf startete die Theatergesellschaft Bad Endorf ihre Vorbereitungen für die Neuinszenierung des Stücks “Pater Rupert Mayer”, das vom 25. Mai bis 28. Juni im Volkstheater Bad Endorf aufgeführt wird. Die Spielleitung übernehmen Werner Hofmann und Franziska Deindl. Hofmann hat das ursprüngliche Skript von Hubert Bomba für die aktuelle Produktion leicht überarbeitet und modernisiert. In der Hauptrolle ist Markus Krug zu sehen, der bei der Aufführung des Stücks im Jahr 2003 die Spielleitung innehatte.
Gerhard Kristen, der Pater Rupert Mayer in den Jahren 1992 und 2003 verkörperte, übernimmt in der Neuinszenierung 2026 die Rolle des Pater Provinzial Rösch. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat Dr. Florian Herrmann, MdL, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, übernommen.
Ein Leben für Zivilcourage und Menschlichkeit
Das Theaterstück erzählt in fünf Akten die bewegende Geschichte von Rupert Mayer, der 1876 in Stuttgart geboren wurde und 1900 in den Jesuitenorden eintrat. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Feldseelsorger diente und schwer verwundet wurde, übernahm er in München die Seelsorge an der Bürgersaalkirche. In den wirtschaftlich und gesellschaftlich schwierigen Jahren der Weimarer Republik entwickelte er sich dort zu einer moralischen Instanz. Mit großer Klarheit erkannte Mayer früh die Gefahren der nationalsozialistischen Ideologie. Bereits 1933 kritisierte er öffentlich den Totalitätsanspruch des Regimes und warnte davor, dass kein Christ zugleich Nationalsozialist sein könne. Seine deutlichen Worte führten zu einem Predigtverbot, mehreren Verhaftungen und schließlich zu seiner Internierung im Kloster Ettal. Trotz dieser Repressionen blieb er seinem Gewissen treu. Pater Mayer war kein politischer Aktivist, sondern ein Seelsorger, der aus christlicher Überzeugung handelte. Seine Kritik an Unrecht und Menschenverachtung beruhte auf dem Glauben an die unantastbare Würde jedes Einzelnen.
Historische Figur in aktuellem Kontext
Heute, da demokratische Grundwerte zunehmend in Frage gestellt werden, rückt das Beispiel Rupert Mayers erneut in den Fokus. Sein Mut, sich einer verbreiteten Meinung entgegenzustellen, erinnert daran, dass Zivilcourage und Gewissensstärke keine historischen Tugenden, sondern aktuelle Notwendigkeiten sind.
Die Theatergesellschaft Bad Endorf setzt mit ihrer Neuinszenierung die historische Gestalt bewusst in einen modernen Kontext und wirft die Frage auf, wie individuelle Verantwortung in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten gelebt werden kann. Damit wird die Geschichte des unbeugsamen Jesuiten nicht nur erinnert, sondern neu erzählt – als Mahnung, dass Freiheit, Glaube und Menschlichkeit stets verteidigt werden müssen.
Karten für die Aufführungen im Volkstheater Bad Endorf sind über die Webseite der Theatergesellschaft unter www.theater-endorf.de erhältlich.
Gemeinschaft der Mitwirkenden der Theatergesellschaft Bad Endorf zum heurigen Stücke „Pater Rupert Mayer“.




