Kultur

Einblicke in Landesausstellung 2026 “Musik in Bayern”

Das Haus der Bayerischen Geschichte und die Stadt Freyung gewährte der Öffentlichkeit erste Einblicke in das TonYversum sowie in die Bayerische Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“ . Es wurde deutlich, welch einzigartiges kulturelles Großereignis die Region erwartet. Im Schulterschluss mit den Partnern der Stadt Freyung wird „Musik in Bayern“ die erste Bayerische Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte, die an den 199 Ausstellungstagen vom 25. April bis zum 8. November 2026 täglich ein musikalisches Live-Programm quer durch alle Sparten der Musik anbietet.

Ein klingendes Jahr für die Region

Ein ambitioniertes Vorhaben mit engem Zeitplan nannte der Freyunger Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich die Idee, die Landesausstellung nach Freyung zu holen. Er sprach von einem „sportlichen Plan“ und „heißen Ritt“, zugleich aber von einer Gemeinschaftsleistung, die Freyung bereits bei der Landesgartenschau ausgezeichnet habe: „Viele stellen eigene Interessen zurück, wenn etwas fürs Gemeinwohl entsteht.“ Heinrich dankte allen am Umbau Beteiligten – von den Planern über die Baufirmen bis zur Nachbarschaft, die die intensiven Bauphasen mitgetragen hat. Der zweijährige Umbau und Neubau rund um das Pröbstlhaus sei herausfordernd gewesen, doch geprägt von Zusammenarbeit und Verständnis. Freyung versteht die Gastgeberrolle laut Heinrich als eine besondere Aufgabe, die langfristig wirkt: Nach der Landesausstellung zieht ein Mitmachmuseum in das TonYversum ein.

Historisches Gebäude neu gedacht

Architekt Christian Lankl von der ppp Planungsgruppe blickte auf die Geschichte des traditionsreichen Färberhauses bzw. Pröbstlhauses, das heutige TonYversum. Das Gebäude zählt zu den prägendsten Häusern am Freyunger Stadtplatz. Während das denkmalgeschützte Haus saniert wurde, entstand parallel ein Neubau – zu großen Teilen durch Firmen aus Freyung und der Region. Mit 1.294 m² Nutzfläche, über 1.000 m² Ausstellungsbereich und 5.659 m³ umbautem Raum wird das Gebäude nun an das Haus der Bayerischen Geschichte übergeben. Bemerkenswert: Die geplanten Gesamtkosten wurden unterschritten.

Hereinspaziert in die Ausstellung mit großem Kino

Zu einem Phantasierundgang durch die geplanten Ausstellungsräume lud Dr. Peter Wolf, stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichten, ein. Es ist großes bayerisches Kino, was die Besucherinnen und Besucher am Beginn des Ausstellungserlebnisses erwartet: Im Cineplex des Stadtplatzcenters erzählt eine klanggewaltige und emotionale Filmstory von Menschen aus dem Bayerischen Wald und aus Bayern, deren Schicksale über Musik und Musikinstrumente über Generationen hinweg miteinander verwoben sind. Filmmusik, Naturklänge, Bilder und die Geschichte verschmelzen zu einer Einheit und bereiten auf den Ausstellungsrundgang vor. Drehbuch und Regie stammen von Christian Lex, die Musik komponierte Florian Burgmayr. Drehorte waren unter anderem die Buchberger Leite, das Carbidwerk Freyung und das Freilichtmuseum Finsterau.

Vom Kino hinüber ins Ausstellungsgebäude geht es über eine Klangbrücke und mitten hinein ins „Bayerische Spektakel“. Eine multimediale Bühnenshow samt eigens von Stefan Schubert für die Ausstellung komponierter Musik präsentiert den theatralischen Festzug musizierender Menschen. Bayerns Musik quer durch alle Zeiten und Genres: Von Gregorianischen Chorälen aus Klöstern und Domkirchen über die Musik des Bürgertums der Reichsstädte bis hin zu höfischen Opern. Vom großen Sängerfest in Nürnberg über die Bayreuther Festspiele bis hin zu den Wirtshausbühnen in München, auf denen um 1900 Volkssängerinnen und Volkssänger für Furore sorgten. Ein Blick in die dunkle Zeit: Besonderes Augenmerk gilt jenen Musikerinnen und Musikern, die in der NS-Zeit verfolgt und zum Verstummen gebracht wurden. In der Nachkriegszeit bringen GIs Jazz und Swing über den großen Teich, Rock und Pop erobern Radio, TV und die großen Bühnen. Und wie wird der Ton transportiert? Das Grammophon bringt ihn erstmals ins Wohnzimmer, Radio, Fernsehen, Jukebox tun ihr Übriges – bis zu den Trends der Streamingformate von heute.

Musik kennt keine Grenzen: Einflüsse aus aller Welt bereichern die heimische Musiklandschaft. Zum Markenzeichen Bayerns entwickelte sich die moderne, auch politisch kritische Volksmusik. Und eine Medienlounge zeigt: So bunt und vielstimmig wie heute war Musik in Bayern noch nie. Eindrucksvoll belegen kann das ein Medienhaus wie der Bayerische Rundfunk. Als Kulturpartner der Bayerischen Landesausstellung wird der BR aus allen seinen Sparten von Bayern 1 über Bayern 3 bis hin zu BR Heimat Zeit-, Bild- und Tondokumente in der Lounge beisteuern. Mitmachen ist angesagt. Zum Schluss heißt es für die Besucherinnen und Besucher selbst ausprobieren, wenn es um Melodie, Rhythmus, Gesang, Tanz und den Bau von Instrumenten geht. Das große Finale bildet ein Klangzylinder mit verschiedenen Variationen der eigens komponierten Ausstellungsmusik. Ein Ohrwurm, der aus der Ausstellung hinaus und hinein ins Erlebnis „Livemusik“ in Freyung trägt.

Ausstellung als große Partitur

Die Salzburger Ausstellungsgestalter Fritz Pürstinger und Alex Stieg von „wir sind artisten“ präsentierten Visualisierungen und erläuterten die Gestaltungsideen. Die Ausstellung soll „ein Spektakel mit Wow-Effekt“ werden, das Menschen anzieht, berührt und begeistert. Über 100 Originalexponate, 80 Vitrinen, mehr als 30 Medien- und Aktivstationen sowie 30 Hörstationen machen die Musik erfahrbar. Notenlinien, Klanginseln, Bodenprojektionen und Silhouetten realer Musikerinnen und Musiker aus der Region strukturieren die Räume. Ein vierminütiges Spektakel aus Klassik, Volksmusik und Pop auf drei Leinwänden bildet den Einstieg. Besonders freut die Ausstellungsgestalter die nachhaltige Konzeption: So manche Installation wird nach der Landesausstellung dauerhaft im TonYversum genutzt – ab 2027 eine Mitmachausstellung, das in die Welt von Klang, Schall und Musik entführt.

Freyung als Gastgeber mit Herz und Service

Herbert Unnasch, Geschäftsführer der Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH, unterstrich die große Chance, Freyung und die Region als offenen, einladenden Kulturort zu präsentieren. Ziel sei, dass sich Gäste in der Landesausstellung und vor Ort wohlfühlen und von einem umfassenden Service begeistert werden. Die Stadt ist Mitveranstalterin und wichtiger Motor für das Rahmenprogramm rund um die Ausstellung. Gerade auch für Schulen ist gemeinsam mit dem Haus der Bayerischen Geschichte und der Volksmusikakademie in Bayern ein ansprechendes Programm entwickelt worden.

199 Tage Livemusik – Musik für die ganze Region

Ein Novum und eine Herausforderung gleichermaßen: Begleitend zur Landesausstellung gibt es ein tägliches Liveprogramm, das Roland Pongratz, musikalischer Leiter der Volksmusikakademie in Bayern und Ideengeber für die Landesausstellung, koordiniert und organisiert. Pongratz betonte, dass die gesamte Region eingebunden wird: Vereine, Wirtshäuser, Gemeinden und Musikerinnen und Musiker tragen gemeinsam die Konzertreihe.

Sonntags finden im Saal „Schwarzer Bua“ der Volksmusikakademie in Bayern Konzerte verschiedener Genres statt. Montags eröffnet Musica sacra in der Stadtpfarrkirche Freyung die Woche mit geistlichen Klängen. Am Dienstag zieht die Musik weiter in die Freyunger Gemeindeteile mit dem Titel „Dorfplatzmusi“. Jeden letzten Dienstag im Monat wird das Format durch „Gipfelglück“ – die Konzerte finden dann auf dem Gelände der Landesgartenschau 2023 statt – ergänzt. Der Mittwoch gehört der Region: Bei der Landkreistour musizieren Ensembles in allen Gemeinden des Landkreises Freyung-Grafenau. Donnerstags rückt die Freyunger Stadtmitte in den Fokus: Das Format Stadt.Mitte.Erleben. bespielt die Bühne beim Kurhaus, bei schlechtem Wetter die FreYbühne. Immer am ersten Donnerstag im Monat findet Stadt.Mitte.Erleben.  in der Volksmusikakademie statt. Die Konzerte während der Woche sind überwiegend kostenfrei. An den Wochenenden runden Großveranstaltungen und Auftritte bedeutender Klangkörper unterschiedlicher Genres das Programm in Freyung und Umgebung ab.

Ein Abend voller Neugier und Begeisterung

Der Informationsabend im TonYversum stieß auf enorme Resonanz – die Sitzplätze reichten nicht aus, viele folgten der zweistündigen Präsentation im Stehen. Das Ensemble LaMySiKa von Arche Musica unter Leitung von Karl Jell sorgte für den musikalischen Rahmen und gab einen ersten Vorgeschmack auf das, was Freyung 2026 erwartet.

Mit dem TonYversum und der Bayerischen Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“ entsteht ein kulturelles Leuchtturmprojekt, das weit über die Region hinausstrahlt. Die Stadt Freyung präsentiert sich als engagierte, kreative und musikalische Gastgeberin für Bayern – und lädt schon jetzt ein zu einem unvergesslichen, klingenden Jahr 2026.

Bericht und Bilder: Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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