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CSU Übersee: Neue Wege im Wohnungsbau

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Neue Wege im Wohnungsbau: CSU Übersee im Austausch mit Bürgermeister Andreas Bratzdrum

Am Aschermittwoch durfte der CSU-Ortsverband Übersee besonderen Besuch begrüßen: Der CSU-Bürgermeister der Stadt Tittmoning, Andreas Bratzdrum, kam ins Wirtshaus Feldwies zum Gesprächsabend „Neue Wege im Wohnungsbau“. Gemeinsam mit der CSU-Vorstandschaft, den Gemeinderatskandidaten sowie Bürgermeisterkandidat Alexander Rank stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele Bürgerinnen und Bürger in Übersee aktuell stark bewegt: die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Zu Beginn schilderte Ortsvorsitzender Franz Wilk jun. die Situation in Übersee. Der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen sei groß – gleichzeitig werde Geschosswohnungsbau, bei dem pro Fläche die meisten Wohneinheiten entstehen, in Übersee fast ausschließlich durch private Investoren realisiert. Die Folge: Neubauwohnungen landen häufig zu Preisen von rund 8.000 Euro pro Quadratmeter auf dem freien Markt. Ohne ausreichend restriktive Vorgaben durch die Gemeinde würden diese Wohnungen zudem nicht selten als Wertanlagen und Zweitwohnsitze genutzt – oft von Käufern aus ganz Deutschland. Wilk betonte: Zwar hätten alle Gruppierungen das Ziel „bezahlbarer Wohnraum“ in ihren Wahlprogrammen, doch konkrete und umsetzbare Lösungsansätze seien selten.

Im anschließenden Vortrag stellte Bürgermeister Bratzdrum zunächst das bekannte „Hüttentaler Feld“ vor – eine Einfamilienaussiedlung, die bereits in den 1990er Jahren entstanden ist. Diese wurde bei Exkursionen des Ortsverbandes bereits besucht und gilt bis heute als Musterbeispiel für gelungene Planung. Sie wird sogar von Hochschulen als Anschauungsobjekt genutzt. Für Übersee besonders interessant war jedoch das aktuell in Tittmoning entstehende Wohnquartier „Am alten Bahnhof“. Die Stadt hat dort rund 30.000 Quadratmeter Grund mitten im Ort erworben, diese Fläche mit neun Wohngebäuden für insgesamt 170 Wohneinheiten beplanen lassen und veräußert die Grundstücke nun an Bauträger – jedoch unter klaren Vorgaben der Stadt. Der Bebauungsplan enthält strenge Anforderungen an Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit. Bratzdrum erklärte dazu: „Dadurch, dass wir das Grundstück selbst besitzen, können wir im Kaufvertrag verbindliche Vorgaben für Dinge wie Mietpreise und Belegung der Wohnungen machen, die allein durch den Bebauungsplan nicht möglich wären. Somit können wir die Wohnungen für den heimischen Bedarf sichern“

Bürgermeisterkandidat Alexander Rank lobte diesen Ansatz ausdrücklich: „Die Gemeinde muss solche Grundstücke selbst kaufen und beplanen lassen. Nur so kann man sicherstellen, dass das, was dort gebaut wird, auch wirklich im Sinne der Gemeinde und der Bevölkerung ist. Wir müssen endlich Maßnahmen ergreifen, dass unser Grund und Boden nicht weiter als Spekulationsobjekt endet!“ Brigitte Stahl zog in der Diskussion Parallelen zum Überseer Deutz-Gelände, das in etwa eine vergleichbare Anzahl an Wohnungen aufweist, jedoch von einem externen Investor erworben wurde. Die Gemeinde könne dort überwiegend nur über den Bebauungsplan Einfluss auf Gestaltung und Nutzung nehmen, sei aber rechtlich stark eingeschränkt, wenn es um Vorgaben zu Mietpreisen oder Belegung gehe. Auch Elisabeth Titz und Artur Schultz äußerte hierzu ihre Bedenken: „Es ist schade, dass die meisten größeren Bauvorhaben in Übersee rein nach wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Firmen realisiert werden.“.

Im weiteren Verlauf des Abends stellte Bürgermeisterkandidat Alexander Rank zudem sein Modell für bezahlbare Grundstücke für Einheimische im Rahmen des Erbbaurechts vor. Damit könne die Gemeinde langfristig Einfluss auf die Nutzung und Bezahlbarkeit behalten und gleichzeitig jungen Familien eine realistische Chance auf Wohneigentum in der Heimat eröffnen. Abschließend wurde auch über die aktuellen Fördermöglichkeiten im Wohnungsbau diskutiert. Dabei wurde deutlich: Gerade bei Projekten mit niedrigen Mietpreisen sind Förderprogramme von Bund und Land oft unerlässlich, um Wohnraum überhaupt wirtschaftlich realisieren zu können.

Der Gesprächsabend zeigte deutlich: Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht von allein – er braucht klare Strategien, politischen Willen und neue Wege. Der Austausch mit Bürgermeister Bratzdrum lieferte hierfür wertvolle Impulse und machte deutlich, wie wichtig es ist, dass Kommunen wieder stärker selbst aktiv werden, wenn Wohnraum langfristig bezahlbar und im Sinne der Einheimischen bleiben soll.

Bericht und Foto: CSU Ortsverbandes Übersee



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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