Tourismus

„Chiemsee Reggae Summer“ kommt wieder

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Festival in neuer Form von Freitag, 26. Juni bis Sonntag, 28. Juni beim Almdorado  – Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – die Vorbereitungen für den neuen „Chiemsee Reggae Summer“ (CRS) sind in vollem Gange.

Was für die einen wunderbare Jugenderlebnisse sind, sind für die anderen eher Horrorvorstellungen von nächtlichen Störungen und Polizeikohorten in Übersee. Nun soll der CRS nach neun Jahren erstmals wieder in abgespeckter Form und nur noch knapp drei Tage lang stattfinden. Das hatte der Gemeinderat in seiner Januarsitzung 2025 mit zwei Gegenstimmen beschlossen und damit dem Antrag der Aloha Promotion GmbH & Co. KG auf Durchführung des Reggae Festivals ab dem Jahr 2026 mit einer maximalen Zahl von 10 000 Besuchern auf dem Festivalgelände Almfischer zugestimmt. Heuer aber ist es erstmal eine Art Versuchsballon, denn der Gemeinderat legte sich nicht auf weitere Jahre bis 2030 fest, wie vom Veranstalter beantragt. Vorsichtig heißt es in dem Beschluss, der Gemeinderat könne sich auch eine Durchführung in den folgenden Jahren mit der begrenzten Besucherzahl vorstellen. Danach sind auf der Grundlage eines Sicherheits- und Verkehrskonzepts eine jährliche Antragstellung und ein Genehmigungsbescheid notwendig. Mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitungen ist Bürgermeister Herbert Strauch hoch zufrieden: „Wir sind in enger Abstimmung mit dem Veranstalter und den beteiligten Behörden. Derzeit ist in keinster Weise ein Chaos oder Zustände wie früher zu befürchten“. Er bedauert auch, dass manche Bürger schon jetzt „das Chaos vorprogrammiert“ sehen.

Das Reggae Fest hatte zwischen 1995 und 2017 stattgefunden, wobei sich die Besucherzahl laufend erhöht und die Belastungen für die Dorfbewohner und weitere Umgebung fast untragbar geworden waren.

Aus Lärmschutzgründen werden die Konzerte heuer auf der Zeltbühne am Freitag ab 18 Uhr bis 2 Uhr nachts stattfinden, an Samstag von 14 bis 2 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14.30 Uhr. Biergarten und Almstadl sind am Freitag und Samstag ab 12 bis 3 Uhr geöffnet, am Sonntag 12 bis 16 Uhr. Am Campingplatz und auf dem Gelände des Almdorado darf von 18 Uhr bis 23 Uhr am Freitag und Samstag unter Aufsicht nur mit dem bereit gehaltenen Holz gegrillt werden.

Neues Veranstaltungskonzept

Das Veranstaltungskonzept sieht jetzt ganz anders aus als noch 2017. Die Besucherzahl ist streng begrenzt auf 10 000 – früher zwei Drittel mehr, außerdem sind keine Jugendlichen unter 18 Jahren erlaubt. Das werde beim Einlass streng kontrolliert, sagt Veranstalter Martin Altmann beim Gespräch mit unserer Zeitung. Außerdem dürfen Glas und Gaskartuschen wegen der Explosionsgefährdung nicht mitgeführt werden. Aus Tierschutz- und Hygiene-Gründen dürfen auch keine Tiere mitgebracht werden.

Wie angekündigt hat der Veranstalter bereits vier öffentliche Infoveranstaltungen für die Anlieger und alle Interessierten durchgeführt, so für die Bereiche Almfischer und Almdorado, Osterbuchberger Weg und Stegen. Mit Polizei- und Sicherheitsbehörden wurde ein umfangreiches Sicherheitskonzept erarbeitet, das detaillierte Pläne für alle Eventualitäten wie Unwetter, Feuer, Überschwemmung oder Anschlägen im Visier hat, unter Federführung von Herbert Greiner von der Win Event Consulting GmbH erstellt.

Heuer werden rund 4000 Camper erwartet, was gegenüber früher relativ wenige sind, erklärt Martin Altmann. Ein detailliertes Verkehrskonzept sieht vor, dass die Staatsstraße entlang des Geländes lediglich von Freitag bis Sonntagnachmittag gesperrt ist und Beschilderungen den Verkehr umleiten.  An allen drei Tagen gibt es einen Shuttle-Bus vom Bahnhof Übersee bis zum CRS sowie nachmittags bis abends einen Badebus zum Chiemseestrand, betrieben von der RVO. Auch für Unterbringungen auf dem Gelände ist gut gesorgt: Hinter der Veranstaltungsfläche und dem Festzelt liegen verteilt drei Wohnmobilstellplätze und drei größere und kleinere Campingplätze. Außerdem gibt es in den Almhütten auf dem Gelände rund 150 Übernachtungsmöglichkeiten.

Wie schon bei den Anmeldungen deutlich wurde, reisen diesmal weit weniger Besucher als früher (rund 60 Prozent) mit der Bahn an und haben vielfach schon lange Hotels oder andere feste Unterkünfte gebucht. Die meisten der Besucher kommen aus Bayern und Baden Württemberg, viele aber auch aus Rheinland-Pfalz, Hessen bis Niedersachsen, Berlin und Schleswig Holstein.

„Klasse statt Masse“

„Wir haben spätestens bis Ostern alle Tickets verkauft“, freut sich Martin Altmann über die riesige Nachfrage. Fast alle, die wieder kommen wollen, seien heute zwischen 25 und 30 Jahren und sagen „das war damals so toll, da müssen wir wieder hin“ erzählt der Veranstalter. Das ganze Festival werde so regional wie möglich mit den örtlichen Vereinen, lokalen Firmen und Mitarbeitern durchgeführt. „Wir haben eine wirklich gutes Miteinander“, sagt Altmann besonders im Blick auf die Gemeinde mit Florian Gnadl, der in allem Ansprechpartner für die Gemeinde ist.

„Wir sagen Klasse statt Masse“, so Altmann. Er und sein Geschäftspartner Wolfgang Huber wollten den RCS gerne wieder machen, weil es für sie eine „Herzblutsache“ sei, die sie von 1995 bis 2017 organisiert hatten. Angefangen hatte es auf der Höhe der Seewirtschaft 1995 Am Chiemsee, war aber im folgenden Jahr aus Platz und Umweltschutzgünden das letzte Mal am See. Der damalige Bürgermeister Peter Stöger und die gemeinde suchten Ersatzgelände, so dass 1997 das Festival erstmals in Almau stattfand. Dann gab es zahlreiche Baumaßnahmen – ein Abwasserkanal, den Bau einer Frischwasserleitung, Befestigungen im Bereich der Hauptbühne – insgesamt Investitionen von 400 000 Euro durch die Aloha GmbH. Zwischen 2001 und 2013 folgten dank der Unterstützung durch die Grundstückseigner weitere Baumaßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro für ein überregional wettbewerbsfähiges Veranstaltungsareal, das regional einzigartig ist. „ Höchste Zeit, dieses Vorzeigelände kulturell wieder zu nutzen“, so Martin Altmann.

Bericht und Bilder: Christiane Giesen  – Martin Altmann, Veranstalter des CRS von der Aloha Promotion GmbH & Co. KG mit Martin Steiner, technischer Leiter des CRS und Geschäftsführer der Almdorado GmbH, auf dem Gelände, wo bald das Reggae Festival in neuer Form stattfinden wird.

    

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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