Tourismus

Chiemgauer Musikanten bei der Expo Osaka

Mitreißende traditionelle Musik, zünftige Jodler und echte bayerische Lebensfreude brachten die neu gegründeten Musiker der „Stehmaß-Musi“ aus dem Chiemgau jüngst nach Japan.

Nach über fünfzehn Jahren auf dem Münchner Oktoberfest und rund fünfzig Tourneen in aller Weltür  war es fMartin Kurz aus Prien-Atzing Zeit für ein neues musikalisches Projekt. Auf seinen Reisen hatte er den Erdinger Musiker Andi Starek kennengelernt. Die Idee, wieder gemeinsam Musik zu machen, entstand im vergangenen Jahr. Neben den beiden Musikanten gehören auch die Chiemgauer Peter Anner aus Rottau und Jakob Kaufmann aus Hemhof zur Stehmaß-Musi. Martin und Jakob verbindet eine langjährige Freundschaft, die bis zu ihrer gemeinsamen Zeit bei „d’ lustigen Gederer“, einer Oberkrainer-Gruppe aus früheren Jahren, zurückreicht. Zusammen mit Jakobs Cousin Peter spielten die drei mehrere Jahre als „Trio Larivari“ im Stil der Zillertaler Schürzenjäger. So war auch diesmal das vom Veranstalter gewünschte dreistimmige Jodeln kein Problem.

Der Name „Stehmaß“ ist ein humorvolles Wortspiel, inspiriert vom japanischen Ausdruck Stemaska – „Kennst du die?“. Charakteristisch für die Gruppe sind ihre gelb-weißen, im Chiemgau handgestrickten Loiferl, die an einen Maßkrug erinnern. Nach ersten erfolgreichen Auftritten in der Heimat erhielt die Stehmaß-Musi eine besondere Einladung: Im Auftrag von „Invest in Bavaria“, einer Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, durfte sie beim Bayerisch-Japanischen Freundschaftswochenende am Deutschen Pavillon auf der Expo in Osaka auftreten – gemeinsam mit zwei japanischen Gruppen, die sich ebenfalls der alpenländischen Musik verschrieben haben.

Neben der Edelweißkapelle aus Tokio waren auch die Tokio Spitzbuam dabei, gegründet von Andi Starek und dem japanischen Klarinettisten Ado Kihara. Für das Abendprogramm mit typischer Oktoberfestmusik, das bewusst ausschließlich deutschsprachige Titel vorsah, wurde die Stehmaß-Musi um Schlagzeuger Lukas Bichlmayer und Sängerin Ria Reiser aus Mainburg ergänzt.

Nach der Ankunft in Japan stand ein Besuch der Mainburger Partnerstadt mit der Asahi-Brauerei auf dem Programm, wo selbstverständlich auch ein zünftiges Konzert gegeben wurde. Der zweite Auftritt führte die Musiker zu einem gemeinsamen Frühschoppen mit den Tokio Spitzbuam in die Yokohama Brewery. Beide Gruppen wechselten sich ab und spielten zum Abschluss gemeinsam auf. Besonderen Anklang fand dabei die Polonaise mit dem gesamten Publikum, gemeinsames Schunkeln und das Singen des „Prosit“ und „Oans, zwoa, g’suffa“. Auch das deutsch-japanische Lied „Konnichiwa“ von AndiSan (Andi Starek) durfte nicht fehlen. Ein weiterer Höhepunkt war das offizielle Anzapfen des ersten Bierfasses auf der Expo durch Staatssekretär Tobias Gotthardt vom Bayerischen Wirtschaftsministerium, standesgemäß in Oberpfälzer Tracht und mit nur zwei Schlägen. Das Bier stammte vom Tegernseer Braumeister Stephan Rager, der am Fuße des Mount Fuji eine eigene Brauerei betreibt – selbstverständlich nach dem Deutschen Reinheitsgebot.

Beeindruckend war auch die gemeinsame Plattler-Darbietung der Stehmaß-Musikanten, musikalisch begleitet von den Tokio Spitzbuam.

Unter den Gästen befand sich auch die Generalkonsulin Melanie Saxinger aus Bernau. Durch das Programm führte Laura Marie Schurer aus Wasserburg, die in Dirndl und zweisprachig – Deutsch und Englisch – souverän moderierte. Die japanischen Gäste zeigten sich begeistert von echter bayerischer und alpenländischer Musik, aber auch von deutschsprachigen Rock- und Popliedern. Besonders geschätzt wird der persönliche Kontakt zu den Musikern, die man wiedererkennt und mit denen man gerne ins Gespräch kommt. Nach den erfolgreichen Auftritten nutzten die Musiker ihre Zeit, um Japan näher kennenzulernen. Auf dem Reiseprogramm standen ein Besuch von Stephan Ragers Brauerei am Mount Fuji, eine Wanderung auf dem Nakasendo Trail, ein Abstecher auf die Izu-Halbinsel sowie ein Aufenthalt im pulsierenden Tokio.

Zurück in der Heimat laufen die Planungen für das kommende Jahr bereits auf Hochtouren. Fest steht: Die Stehmaß-Musi hat in Japan nicht nur musiziert, sondern auch Freundschaften geschlossen und bleibende Erinnerungen geschaffen. Sayonara – und bis zum nächsten Mal!

Bericht und Bilder: Martin Kurz



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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