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Bürgerantrag in Rott am Inn

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Rott am Inn. Der Bürgerantrag der Freien Wähler zur Prüfung eines Nahwärme- und Stromkonzepts im Baugebiet Rotter Feld war kein Wahlkampfmanöver, sondern eine Reaktion auf bereits laufende Erschließungsarbeiten. Gerade weil im Rotter Feld bereits Fakten geschaffen werden, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen, die Energieversorgung umfassend und vorausschauend zu betrachten.

In der Gemeinderatsdebatte wurde argumentiert, es gebe im Rotter Feld keine relevanten Großverbraucher, weshalb sich weder eine Strom-Insellösung noch ein genossenschaftliches Nahwärmemodell rechnen würde. Diese Einschätzung greift zu kurz. Für das Gebiet sind unter anderem betreutes Seniorenwohnen sowie ein Discounter vorgesehen – Nutzungen mit dauerhaftem und planbarem Energiebedarf. Wenn diese Projekte in der Energie- und Infrastrukturplanung keine Rolle spielen, stellt sich die Frage, welchen Stellenwert sie tatsächlich in der weiteren Entwicklung des Baugebiets haben werden.vBislang wurde ausschließlich ein Investorenmodell aus dem Jahr 2021 betrachtet. Alternative Ansätze, etwa genossenschaftliche Modelle oder eine schrittweise Entwicklung aus dem bestehenden Ortsgebieten heraus, wurden nicht ernsthaft geprüft – genau darum ging es im Bürgerantrag. Die Freien Wähler stehen für pragmatische Lösungen und regionale Wertschöpfung. Ob Nahwärme aus Biogas oder Hackschnitzeln – entscheidend ist, dass Energie vor Ort erzeugt, genutzt und bezahlt wird. So bleiben Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region, statt Abhängigkeiten weiter zu zementieren.

Dazu gehört auch, Infrastruktur so zu planen, dass Straßen nicht wenige Jahre später erneut aufgerissen werden müssen, weil Leitungen für Nahwärme oder Strom fehlen. Das Baugebiet grenzt zudem an das vor rund 20 Jahren erschlossene Gebiet Rott Nord, wo in absehbarer Zeit viele Heizungen erneuert werden müssen. Auch diese mögliche Verbindung blieb unberücksichtigt. Die Abstimmung im Gemeinderat fiel mit acht gegen sechs Stimmen knapp aus. Dennoch entschied sich die Mehrheit – insbesondere aus den Reihen der CSU – gegen eine weitergehende Prüfung. Aus Sicht der Freien Wähler wurde damit eine wichtige Chance für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung des Rotter Feldes vertan.

Bericht und Foto:  FREIE WÄHLER Rott am Inn  – www.fw-rott.de   –  Auf dem Foto: Kandidaten für den Rotter Gemeinderat bei der Aufstellungsversammlung:
von links: Karl Heinz Linnerer, Sepp Hofer, Klemens Seidl, Barbara Stein, Korbinian Hein, Christine Mayer, Nepomuk Poschenrieder, Christine Kochwagner, Kathrin Poschenrieder, Günther Hein, Sepp Lausch fehlend: Christian Jendel

 

 


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Toni Hötzelsperger

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