Kultur

Buchtipp: Katharina Zweig, Weiß die KI, dass sie nichts weiß?

Veröffentlicht von Günther Freund

Brandaktueller Überblick über die Möglichkeiten und Risiken moderner KI-Systeme.

Dass Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend über Menschen und ihre Zukunft entscheiden, ist längst Realität. Intelligente Chatbots wie ChatGPT buchen Urlaube, übersetzen Texte oder formulieren Glückwünsche. Doch wie funktionieren diese Systeme eigentlich? Besitzen sie Fähigkeiten, die den menschlichen ähneln – oder diese gar übertreffen? Wird KI uns eines Tages überlegen oder gar gefährlich werden? Die Informatikprofessorin Katharina Zweig erklärt in 31 Kapiteln, wie generative Sprachmodelle wie ChatGPT, Gemini, Llama oder DeepSeek tatsächlich arbeiten – und dass sie Inhalte auf Basis von Wahrscheinlichkeiten erzeugen, ohne dabei wirklich zu verstehen, was sie sagen. Nach einer einleitenden Darstellung geht es im ersten Teil darum, was KI eigentlich ist und wie maschinelles Sprachverständnis grundsätzlich funktioniert. Der zweite Teil beleuchtet die Arbeitsweise großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) und zeigt nachvollziehbar, dass diese Modelle lediglich Wortfolgen generieren, ohne inhaltliches Bewusstsein oder Verständnis. Im dritten Teil werden die Grenzen der Systeme aufgezeigt: Wo KI erstaunlich gut funktioniert, wo sie Fehler macht – und wo sie grundlegend scheitert. Anhand zahlreicher Beispiele macht Zweig deutlich, dass KI zwar beeindruckende Ergebnisse liefert, jedoch keine echten intellektuellen Fähigkeiten besitzt. Im abschließenden Kapitel fasst Zweig die zentralen Erkenntnisse zusammen: Maschinen und menschliche Leistungen dürfen nicht verwechselt werden. Sprachmodelle können im menschlichen Sinne weder verstehen, vergleichen noch bewerten, und sie werden in absehbarer Zeit kein eigenes Bewusstsein oder eigene Ziele entwickeln. Die Autorin warnt eindrücklich vor den Risiken unreflektierter KI-Nutzung und betont, dass entscheidende Verantwortung immer beim Menschen liegen muss.

“Weiß die KI, dass sie nichts weiß?”  der deutschen Informatikprofessorin Katharina Zweig ist ein weiterer Beitrag  einer der wichtigsten öffentlichen Stimmen zu ethischen Fragen von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz in Deutschland. Die Autorin, die  sich insbesondere für Transparenz, Rechenschaftspflicht und gesellschaftliche Kontrolle algorithmischer Entscheidungssysteme einsetzt, liefert mit ihrem neuesten Buch einen fundierten, anschaulich geschriebenen Überblick über die Möglichkeiten und Risiken moderner KI-Systeme. Sehr zu empfehlen.

Buchprofile-Rezension von Günther Freund

Katharina Zweig, Weiß die KI, dass sie nichts weiß? Wilhelm Heyne Verlag (2025),
272 Seiten, ca. 20,00 €

ISBN 978-3-453-21907-6

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Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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