Berchtesgadener Land. Wenn im Winter die karge Zeit beginnt – und auch in Gärten, Parks und anderen siedlungs- und naturnahen Bereichen die Nahrung knapp wird – beginnt für viele heimische Vögel eine harte Zeit. Schnee, Frost und ausgeräumte Grünflächen machen die Nahrungssuche schwierig – vor allem im Spätwinter. Mit einfachen Mitteln kann jeder dazu beitragen, dass Amsel, Meise & Co. diese kritische Phase besser überstehen.
Idealerweise finden Vögel in Wäldern und Wiesen, in naturnahen Gärten und Parks ausreichend Nahrung. In der Realität sind jedoch viele Grünflächen – besonders in Städten – stark ausgeräumt. Mit der naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens kann man ihnen bereits sehr über den Winter helfen. Tipps zur naturnahen und vogelfreundlichen Gestaltung des Gartens hat die Kreisgartenfachberatung bereits in der Pressemitteilung „Winterdienst für kleine Piepmätze“ vom 30. Januar 2026 gegeben (nachzulesen auch online unter https://www.lra-bgl.de/aktuelles1/details/news/hilfe-fuer-gartenvoegel-im-winter/).
Gerade im Spätwinter sind jedoch die meisten Samen und Früchte aufgebraucht oder Schnee erschwert die Futtersuche. Mit Futterstellen kann man die zahlreichen dagebliebenen Vögel unterstützen. Amsel, Rotkehlchen, Blaumeise, Buch- und Bergfink, Eichelhäher, Spatz, Erlenzeisig, Schwanzmeise, Wacholderdrossel, Zaunkönig, Spechte, Star, Hausrotschwanz, Gimpel – die Liste der dagebliebenen Vogelarten ist lang und genauso unterschiedlich sind auch ihre Nahrungsansprüche.
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Weichfutter- und Körnerfressern:
Zu den Weichfutterfressern zählen Amseln, Stare, Rotkehlchen, Heckenbraunellen oder Zaunkönige: Sie fressen kein Körnerfutter und suchen ihre Nahrung am Boden. Ihnen kann man Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen oder Obst anbieten. Finken, Sperlinge und Ammern haben kräftige Schnäbel und gehören zu den Körnerfressern. Für sie eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanf oder Sämereien. Einige Arten wie Meisen, Spechte oder Kleiber sind „Allesfresser“ und nehmen sowohl Körner- als auch Weichfutter an – und auch fettreiche Mischungen aus Fett und Körnern wie Meisenknödel.
Um die unterschiedlichen Nahrungsansprüche der Vögel möglichst abzudecken, kann man im Handel Futtermischungen kaufen. Geeignet sind etwa Körner-Mixe aus Sonnenblumenkernen, Hanfsaaten, gehackten Nüssen, Haferflocken und Sämereien – oder Weichfutter-Fett-Mischungen wie Meisenknödel. Bei den Meisenknödel bitte beachten, diese ohne Plastiknetz anzubieten, da sich die Vögel darin verfangen können.
Beim Kauf von Vogelfutter sollte man darauf achten, hochwertiges Futter aus biologischem Anbau zu kaufen. Günstiges Vogelfutter kann mit den Samen invasiver Pflanzenarten (Neophyten) verunreinigt sein – etwa mit der Ambrosie, die allergieauslösend sein kann. Auch mit Weizenkörnern gestrecktes günstiges Futter ist weniger sinnvoll, da Weizenkörnern als Nahrungsmittel für Vögel nicht besonders attraktiv sind und oft auf dem Boden landen, ohne gefressen zu werden.
Neben Futterstellen sind auch Vogeltränken im Winter eine wichtige Hilfe. Vögel benötigen ganzjährig Wasser – nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Gefiederpflege. Da natürliche Wasserquellen wie Bäche, Teiche oder Pfützen bei Frost zufrieren können, kann man den Vögeln helfen, indem man Vogeltränken anbietet – das kann auch eine Tonschale sein. Die Tränken sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf mit handwarmem Wasser nachgefüllt werden. Man kann auch kleine beheizte Vogeltränken mithilfe einer Grabkerze, einem Ton-Blumentopf und einem Wasserschälchen leicht selbst zusammenstellen, auf denen das Wasser eisfrei bleibt. Kurze Anleitungen hierfür finden sich auf diversen Internetseiten. Wichtig ist, die Tränken sauber zu halten und täglich zu reinigen, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.
Neben der naturnahen Gestaltung der Gärten und einem natürlichen Angebot an Nahrungs- und Rückzugsorten kann man so mit Futterstellen und Vogeltränken direkt vor der Haustür den Gartenvögeln gezielt durch den Winter helfen.
Bericht: Kreisfachberatung im LRA BGL – Foto: Rainer Nitzsche




