Brauchtum

Bezirk Schwaben: Haararbeiten in Stoffenried

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Eine haarige Angelegenheit:   Am 19. April bieten die Trachtenkultur-Beratung und die Kreisheimatstube Stoffenried von 13 bis 18 Uhr einen Haararbeiten-Kurs an. Eine Gelegenheit, die Interessierte beim Schopfe packen sollten!

Künstler Rudolf Kombosch beschäftigt sich schon lange mit einem Handwerk, das viele Menschen heute nicht mehr kennen. Dabei war es früher weit verbreitet: Die Rede ist von Haararbeiten, also von der Herstellung von Bildern und Schmuckgegenständen aus Menschenhaar.

Andenken an besondere Menschen

Die kleinen Kunstwerke wurden früher als Geschenke für geliebte Menschen hergestellt. Sie waren Ausdruck der besonderen Beziehung – sei es Verwandtschaft, romantische Liebe oder Freundschaft. Als Andenken an verstorbene Verwandte bewahrten Familienmitglieder gerne eine Haarlocke auf. Daraus ließ sich ein gerahmtes Haarbild anfertigen. Die kunstvoll in Form einer Blume geflochtenen Haare waren für die Angehörigen eine dauerhafte Erinnerung an ihre Vorfahren.

Liebesgabe aus Echthaar

Insbesondere in der Zeit des Biedermeier fertigten die Menschen Uhren- und Halsketten, Ohrringe, Armbänder, Broschen und Ringe aus Echthaar als Liebesgabe an. Junge Frauen schenkten ihren Verlobten Uhrenketten, die sie selbst oder aber Friseurinnen, Friseure und Juwelierinnen oder Juweliere aus einer Strähne ihres Haupthaares geflochten hatten. Und bei Pferdefans durfte es auch gerne einmal Schweifhaar vom eigenen Pferd sein.

Das Handwerk lernen

Der Kurs bietet einen ersten Einstieg in die Welt der Haararbeiten und vermittelt die wichtigsten Grundtechniken des Blütenwickelns für Haarbilder. Haare zur Verarbeitung sind vorhanden, gerne darf aber auch eigenes Material mitgebracht werden. Die Kreisheimatstube bietet zum Kurs Kuchen, Kaffee und weitere Getränke zum Kauf an.

Veranstaltungstermin:

Datum: Sonntag, 19. April, 13:00 bis 18:00 Uhr

Ort: Kreisheimatstube Stoffenried, Schwaningerstraße 19, 89352 Ellzee

Kosten: Die Teilnahme am Kurs kostet 50 €.

Die Anmeldung ist möglich bis zum 1. April per E-Mail an: trachtenkulturberatung@bezirk-schwaben.de

Bericht und Foto:Bezirk Schwaben / Rudolf Kombosch –  Optisch erinnern viele Haararbeiten an Klosterarbeiten – anstelle von Edelmetallen wird aber menschliches Haar verwendet. 



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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