Auch Siegfried Jäger hatte aus Bayern teilgenommen. Im Fokus des Gipfels: Schweinehaltung und Schweinefleischerzeugung, die sich aktuell in einer sehr schwierigen Phase befinden – sowohl mit Blick auf den Markt als auch auf die politischen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Sauenhaltung kämpft in einem angespannten Marktumfeld mit der Bewältigung der hohen Kosten für Um- oder Neubau von Ställe – eine Aufgabe, die aufgrund erhöhter gesetzlicher Auflagen zwingend und innerhalb eines festen Zeitrahmens umzusetzen ist. „Ohne politischen Flankenschutz durch wirksame Förderprogramme einschließlich einer erweiterten Härtefallregelung sowie schnelle und einfache Genehmigungsverfahren droht ein erneuter, massiver Strukturbruch“, so Tierhaltungspräsident Jäger. Bereits in den letzten fünfzehn Jahren – also zwischen 2010 und 2025 – haben allein in Bayern 4.300 von 7.600 schweinehaltende Betriebe aufgehört. Das entspricht knapp 60 Prozent der Betriebe. Die Zahl der gehaltenen Schweine hat sich in diesem Zeitraum um 30 Prozent, das heißt, um über eine Million Schweine verringert. Bei den Zuchtsauen ist der Rückgang noch massiver: Mehr als zwei Drittel der Sauenhalter haben in den letzten fünfzehn Jahren ihren Betrieb aufgegeben. Von 4.300 Sauenhaltern im Jahr 2010 sind aktuell nur noch 1.230 übrig. “Konkret heißt das: Bayerische Ferkel werden immer mehr zur Mangelware und die Erzeugung von bayerischem Schweinfleisch ist akut in Gefahr”, so Jäger.
Gleichzeitig ist es wichtig und nötig, dass die Bundespolitik ihr ganzes Gewicht einsetzt, um Exportmärkte vor allem in Asien wieder für deutsches Schweinefleisch zu öffnen. Hier geht es vor allem um den Export von Schweinefleischprodukten wie zum Beispiel Schweineohren und -füßen. Diese sind für Verbraucher in Deutschland und der EU uninteressant, im asiatischen Raum jedoch als Delikatesse hoch gefragt und bezahlt. „Fünf Jahre nach dem Exportstopp für deutsches Schweinefleisch aufgrund des ersten Falls von afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland braucht es endlich ein Regionalisierungsabkommen mit China“, betont Siegfried Jäger. „Damit könnte Fleisch aus nachweislich ASP-freien Gebieten wieder exportiert werden. Dass Bundeskanzler Merz das auf seiner aktuellen Chinareise thematisiert und zur Chefsache gemacht hat, erkennen wir an. Wir setzen nun darauf, dass Bundesagrarminister Rainer auf seiner Reise im Frühjahr weitere entscheidende Schritte unternimmt.“
Bericht und Bilder: BBV





