Tourismus

Bayerns neuer Tourismusrekord

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Bayerns Tourismus blickt auf ein starkes Jahr 2025 zurück. Trotz eines angespannten konjunkturellen Umfelds und spürbarer Konsumzurückhaltung zieht Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber auf der Jahrespressekonferenz eine positive Bilanz: „2025 war das zweite Rekordjahr in Folge für den Tourismus in Bayern. Die Menschen wollen verreisen – und Bayern steht bei vielen ganz oben auf der Urlaubsliste. Unsere Gäste suchen Urlaub mit Authentizität, Charakter und Lebensfreude – und genau das finden sie bei uns: lebendige Städte, starke Regionen und eine Gastfreundschaft, die von Herzen kommt.“

Gästeankünfte und Übernachtungen konnten im Vergleich zum Vorjahr auf sehr hohem Niveau weiter zulegen. Insgesamt reisten knapp 41,0 Millionen Gäste nach Bayern, was einem Plus von 0,9 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Die Zahl der Übernachtungen legt ebenfalls leicht zu: Mit rund 102,9 Millionen Übernachtungen lagen sie um +0,2 Prozent über dem Vorjahreswert. „Bereits 2024 war ein außergewöhnliches Rekordjahr, geprägt von zahlreichen Großveranstaltungen, die 2025 nicht in gleicher Form stattgefunden haben. Umso bemerkenswerter ist es, dass das weitere Wachstum im vergangenen Jahr aus dem klassischen touristischen Segment heraus erzielt wurde. Das unterstreicht einmal mehr die enorme Attraktivität Bayerns im Tourismus.“, so Kaniber.

Die Branche zeigte sich im vergangenen Jahr in ganz Bayern sehr robust: Sechs der sieben Regierungsbezirke konnten mehr Gäste als im Vorjahr begrüßen. Lediglich in Oberfranken lagen die Ankunftszahlen leicht unter dem Vorjahresniveau. Besonders Niederbayern und die Oberpfalz, die 2024 noch etwas schwächer abgeschnitten hatten, holten 2025 wieder spürbar auf und erzielten die höchsten Zuwächse bei den Gästeankünften (s. Grafik). „Die gute Entwicklung in ganz Bayern bedeutet weit mehr als bloße Statistik. Sie verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus als zentralen Standortfaktor für unser Land. Tourismus steht für regionale Wertschöpfung, Infrastruktur und nicht verlagerbare Arbeitsplätze in ganz Bayern – in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum“, betonte Kaniber.

Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Binnentourismus. Noch nie zuvor wurden so viele Gäste aus Deutschland in Bayern gezählt wie im vergangenen Jahr. „Urlaub im eigenen Land boomt. Bayern profitiert dabei besonders mit seiner sprichwörtlichen Gastfreundschaft, seiner landschaftlichen Vielfalt und seinem ganzjährigen Angebot – vom Wandern und Radfahren bis zu Kultur, Kulinarik und Wellness“, so Kaniber.

Der Incoming-Tourismus hingegen entwickelte sich insgesamt etwas schwächer als im Vorjahr. Sowohl aus Europa als auch aus Nord- und Südamerika gingen die Gästezahlen unter dem Strich leicht zurück. Positiv verlief erneut der asiatische Markt: Die Zahl der Gästeankünfte aus dieser Region legte nochmals zu, China verzeichnete mit 267.450 Gästeankünften ein zweistelliges Wachstum im Vergleich mit dem Jahr 2024 (+10,7 %). „Die gute Entwicklung der Gästezahlen aus China ist auch darauf zurückzuführen, dass es beim Flaschenhals der Visaverfahren endlich Fortschritte gibt. Die Bearbeitungszeiten gehen zurück. Unsere Hartnäckigkeit gegenüber der Bundesregierung zahlt sich aus. Wir werden aber auf weitere Erleichterungen insbesondere bei chinesischen Geschäftsreisenden drängen, um ihnen einen längeren Aufenthalt, etwa im Rahmen einer Messe oder eines Kongresses, bei uns zu ermöglichen.“, sagte die Ministerin.

Trotz der insgesamt guten Zahlen sei die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe im Gastgewerbe weiterhin angespannt. Steigende Kosten, Personalmangel und Konsumzurückhaltung belasten insbesondere das Gastgewerbe. „Die Herausforderungen für die Branche sind größer, als es die reinen Gästezahlen vermuten lassen“, stellte Kaniber klar. Die dauerhafte gesenkte Mehrwertsteuer in der Gastronomie sieht sie als wichtigen Schritt. „Das ist ein echter Mehrwert – nicht nur für die Branche, sondern auch für die Einheimischen. Denn Gaststätten sind mehr als bloße Betriebe. Sie sind die Wohnzimmer unserer Dörfer und Städte. Die dauerhaft verankerte niedrigere Mehrwertsteuer schafft finanzielle Spielräume für Investitionen in die Qualität, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe“, betonte Kaniber.

Um den Tourismus trotz aller Herausforderungen langfristig stabil und zukunftsfähig aufzustellen, geht Bayern nun den nächsten strategischen Schritt. Mit der Initiative „Bayern.Vision.Tourismus“ soll der bayerische Tourismus in einem breit angelegten Dialogprozess weiterentwickelt werden. Ziel ist es, gemeinsam mit der Branche tragfähige Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten. Dabei sollen insbesondere die Synergien zwischen Landwirtschaft, regionalen Lebensmitteln und Tourismus noch stärker genutzt werden. „Im Dialog wollen wir Lösungen entwickeln, praxisnahe Ideen erarbeiten und daraus konkrete Maßnahmen ableiten, die den Menschen vor Ort und den Betrieben spürbar und dauerhaft helfen“, so die Ministerin.

Bericht und Foto: Bayerisches Landwirtschafts- und Tourismusministerium / Steffi Büchl/StMELF –  Bild zeigt Tourismusministerin Michaela Kaniber gemeinsam mit Peter Berek (Vorsitzender d. Bayerischen Heilbäder-Verbands) und Angela Inselkammer (Präsidentin des DEHOGA Bayern e.V.)

 



Redaktion

Toni Hötzelsperger

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!