Natur & Umwelt

Bayerns Klimawandel in Berlin

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Mit einer grenzüberschreitenden Forschungskooperation zu Agro-Innovationen und zur Anpassung an den Klimawandel gehen Bayern, Südtirol und Österreich neue Wege: Erstmals finanzieren die drei Partner-Länder gemeinsam drei Forschungsprojekte – zu klimaresilienten Bohnen- und Hirsearten, zu Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft sowie zur Verwertung von Apfeltrester.

Dazu Bayerns Staatsministerin Michaela Kaniber: „Weder geopolitische Herausforderungen noch der Klimawandel halten an Grenzen an. Insofern ist es sehr wichtig, länderübergreifend Kräfte zu bündeln. Das machen Bayern, Österreich und Südtirol mit der gemeinschaftlichen Forschungsförderung. Dadurch stärken wir die Resilienz unserer Regionen. Das macht nicht nur unsere Landwirtschaft zukunftsfest, sondern stärkt die regionale Wertschöpfung und kommt so den Bürgerinnen und Bürger unserer drei Partner-Länder zugute.“

Südtirols Landesrat Luis Walcher ergänzte: „Die Herausforderungen durch den Klimawandel und den steigenden Innovationsdruck in der Landwirtschaft machen nicht an Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, dass Bayern, Südtirol und Österreich mit vereinten Kräften in praxisnahe Forschung investieren. Mit der gemeinsamen Finanzierung ausgewählter Projekte setzen wir ein klares Zeichen für eine enge Zusammenarbeit im Alpenraum und für Lösungen, die direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen. Ob neue, klimafitte Kulturen oder innovative Ansätze der Kreislaufwirtschaft – die grenzüberschreitende Forschungskooperation stärkt die regionale Wertschöpfung und erhöht die Zukunftsfähigkeit unserer Landwirtschaft.“

Und Österreichs Bundesminister Norbert Totschnig fügte an: „Mit den grenzüberschreitenden Projekten bündeln wir unsere Kräfte in der Forschung für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft. Gemeinsam können wir gezielt und effektiv Themen wie Klimawandel, Versorgungssicherheit oder Kreislaufwirtschaft beforschen und so einen wichtigen Beitrag zu einer positiven ökologischen und ökonomischen Entwicklung in den drei Regionen leisten.“

Bayern, Südtirol und Österreich setzen mit einer Investitionssumme von insgesamt 1,5 Millionen Euro ein klares Zeichen für eine nachhaltige Land-, Forst- und Wasserwirtschaft in den Regionen. Nach der grenzüberschreitenden Ausschreibung im vergangenen Jahr sind die drei Projekte ausgewählt worden. Eines der Projekte startet bereits im Januar, die anderen beiden im März dieses Jahres. Sie laufen jeweils für drei Jahre

Die Kooperation bündelt die Kräfte der drei Alpenregionen, die in der Land- und Forstwirtschaft vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Im Mittelpunkt stehen Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Klimawandelanpassung sowie die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten sowie der Wissenstransfer in die Praxis. Im Vorfeld hatte ein Expertengremium der Partner-Länder die Projekte wegen ihrer hohen Praxisrelevanz, wissenschaftlichen Qualität und der Zusammenarbeit von Partnern aus mindestens zwei Regionen ausgewählt:

  • HirseBohne – Trockenbohnen und Sorghumhirse: Das Projekt etabliert neue Kulturen für Kreislauf-Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft in Österreich, Bayern und Südtirol. Durch das Entwickeln angepasster Sorten von Trockenbohnen und Sorghumhirse zielt das Projekt darauf ab, in Zeiten des Klimawandels eine erfolgreiche Ernte und Verarbeitung in alpinen Regionen zu stärken. Das Projekt startet im Januar 2026. Die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:
  • Raumberg-Gumpenstein Research & Development
    (d. HBLFA Raumberg-Gumpenstein)
  • Versuchszentrum Laimburg
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
  • KOMY – Anerkennung des Potenzials der Verwertung von Apfeltrester: Ein multidisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk, das zirkuläre Strategien zum Umwandeln von Apfeltrester in hochwertige Produkte, Nebenprodukte und Koppelprodukte entwickelt. Durch das Betrachten von Apfeltrester und dessen Fermentationsnebenprodukte als wertvolle Ressourcen fördert KOMY ein neues Modell der Kreislaufwirtschaft für die Agrar- und Lebensmittelindustrie. Das Projekt startet im März 2026. Die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:
  • Management Center Innsbruck
  • Versuchszentrum Laimburg
  • Hochschule Weihenstephan
  • CAP-AB – Kreislaufwirtschaft zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Österreich & Bayern: Das Projekt zielt darauf ab, die Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe realistisch unter Berücksichtigung von Umweltindikatoren und zusätzlicher Informationen zu Kreislauf- und Bioökonomiepraktiken innerhalb des Datennetzes für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe (FSDN – FarmSustainabilityDataNetwork) der EU einzuschätzen. Das Projekt startet im März 2026. Die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:
  • BAB Project (d. Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen)
  • Technische Universität München

Die Projekte stärken das Vernetzen der Forschungseinrichtungen und sollen konkrete Impulse für Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor setzen. Außerdem möchten die Partner-Länder durch die Förderung der Projekte einen nachhaltigen Mehrwert für die land- und forstwirtschaftliche Praxis liefern. Weitere Informationen und Projektergebnisse folgen auf der DaFNE Forschungsplattform unter www.dafne.at .

Die gemeinsame Förderung baut auf dem seit 2016 bestehenden Forschungs- und Innovationspakt zwischen Bayern, Südtirol und Österreich auf. Beteiligt sind:

  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
  • Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, Autonome Provinz Bozen – Südtirol
  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft – Österreich.

Bericht und Foto: Bayerisches Landwirtschaftsministerium / Henning Schacht  Bild zeigt v.l.n.r. Südtirols Landesrat Luis Walcher, Bayerns Staatsministerin Michaela Kaniber und Österreichs Bundesminister Norbert Totschnig.


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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