Kultur

Ainringer Konzert zu Ehren Mozarts

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Würdig und standesgemäß wurde Wolfgang Amadeus Mozarts 270. Geburtstag mit seinen Kompositionen im Wohnstift Mozart gefeiert. Vor Beginn des Konzerts mit Wonji Kim-Ozim, Violine, Sebastian Bertoncelj, Violoncello und Gerda Guttenberg-Bastian, Klavier, wurden die Gäste zum Sektempfang geladen, und nach dem Konzert mit einer Mozartkugel verabschiedet.

Mozart sei die Musik selbst, seine Werke strahlen Leichtigkeit aus, hinter der sich die tiefste menschliche Seele verbirgt, sagte die Kulturreferentin des Wohnstifts, Manuela Höfer. Drei Profis erweckten seine Musik zum Leben und beherrschten nicht nur ihr Handwerk, sondern interpretierten Mozarts Geist mit Leidenschaft und nahmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch Mozarts unvergleichliches Universum, genau, wie Höfer es in ihrer Begrüßung versprochen hat.

Das Programmkonzept war wohldurchdacht: Mit der Sonate für Klavier und Violine in F-Dur, KV 376 mit den drei Sätzen Allegro, Andante und Rondeau im Allegretto grazioso stellten sich die Geigerin Wonji Kim-Osim und die Pianistin Gerda Guttenerg-Bastian vor. Danach folgte die Sonate für Klavier und Violoncello in e-moll, KV 304 mit den beiden Sätzen Allegro und Tempo die Menuetto mit dem Cellisten Sebastian Bertoncelj. Quasi als Synthese erklang mit allen drei Musikern zum Schluss das Klaviertrio in B-Dur, KV 502, in dessen drei Sätzen Allegro, Larghetto und Allegretto sich der Geist Mozarts auf seinem Höhepunkt manifestierte.

Schon bei den ersten beiden Sonaten fungierte das Klavier nicht als Begleitinstrument, sondern erwies sich als ebenbürtiger Dialog-Partner der Melodiestimmen. Beide Instrumente spielten sich jeweils die Melodiephrasen im Frage- und Antwortspiel zu und ergänzten sich in einem wunderbaren Miteinander. Bei dem leichten, brillanten Stil der F-Dur-Sonate kam dem Klavierpart virtuoses Gewicht zu. Die Geigenstimme dagegen war eher für eine melodisch-kontrapunktische Ausgestaltung des thematischen Materials zuständig. Wie ein lyrisches Zentrum wirkte der zweite Satz Andante mit seinen langen Phrasen und ausgeprägt warmer und ruhiger Stimmung. Im finalen Rondo kehrte die Lebendigkeit des ersten Satzes zurück und wurde durch mehrere Gegenüberstellungen von Refrain und variationsreichen Episoden noch einmal verstärkt.

Nach dieser Leichtigkeit zeigte sich innig und bewegend Mozarts ernste Seite in der einzigen Mollsonate aus der Serie von sechs Duetten, der e-Moll-Sonate, KV 304, die zwei Sätze – ohne den langsamen Mittel-Satz – aufweist. Der Cellist Sebastian Bertoncelj hatte die Violinstimme für sein Instrument bearbeitet. Mit samtenem Klang arbeitete er die melancholische Grundstimmung des ersten Satzes mit seinem Unisono-Thema heraus. Der frühromantische Zauber des Finales verriet, dass diese Sonate in Paris entstanden ist, wo Glucks Pariser Opern und auch die sentimentalen Arien anderer Opernkomponisten die musikalische Mode bestimmten.

Beim Klaviertrio vereinten sich die drei Instrumentalisten in einem grandiosen Höhepunkt.

Dieses Werk (KV 502) ist kompositorisch mit  der Prager Sinfonie KV 504 verknüpft, die unmittelbar danach entstand und nimmt die Eigenarten der Sinfonie im kammermusikalischen Rahmen vorweg. Ähnlich bearbeitete thematische Motive in beiden Werken, dem Klaviertrio und dem Orchesterwerk, sind ebenso zu hören, wie das Andante der Prager Sinfonie, das an einer Stelle des Trio-Kopfsatzes anklingt. Durch Dur-Moll-Wechsel entstand ein ständiges Spiel mit Licht und Schatten in den variationsreichen Rondoteilen.

Mit „Après un rêve“ („Nach einem Traum“) von Gabriel Fauré bedankte sich das Trio für den begeisterten Applaus im Mozartsaal des Wohnstift Mozart. Ein klangprächtiges Zusammenspiel dreier gleichberechtigter Instrumente.

Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka 

  • Begeisterten im Mozartsaal des Wohnstifts Mozart: Wonji Kim-Ozim (links), Gerda Guttenberg-Bastian und Sebastian Bertoncelj.
  • Ein schwungvoll-energiegeladener Schlussakkord

 

 



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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