Leitartikel

Adventskonzert auf der Fraueninsel

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Mitten im Trubel des Christkindlmarkts auf der Fraueninsel stellte Musikerin und Organisatorin Andrea Wittmann im Münster Frauenwörth das Konzert „Altbayerischer Advent – Im Glanz der Vorweihnachtszeit“ unter das Motto des Lichts. Mit „A b’sondere Nacht“ stimmten die Elstätzinger Musikanten rund um Hansl Auer an der Ziach mit Gitarre, Geige, Klarinette, Harfe und Kontrabass auf die „b’sondere Konzertstunde“ ein.

Ihre Weisen aus dem Pongau, ein Hirtenlied, ein Landler oder der Simon-Walzer setzten Akzent-Momente mit wunderbar-echter Volksmusik. Andrea Wittmann (Cembalo, Gesang) und ihre Tochter Viviana (Klarinette, Gesang) berührten zutiefst mit den innig-zweistimmig gesungenen und instrumental begleiteten Liedern „Advent is a Leucht’n“, dem hoffnungsvollen „Es wird ein Stern aufgehen“ mit dem Versprechen eines Wunders und dem symbolischen Appell, die Türe zu öffnen, wenn jemand klopft („Dua auf, wann’s klopft“) in „Is finster draußt“ oder mit einem tänzerisch-empfundenen Landler auf Klarinette und Cembalo.

Das Blockflöten-Ensemble Chiemgau mit orchestral-harmonischem Blockflötenklang von der Sopraninoflöte bis zur mehr als zwei Meter hohen Sub-Bassblockflöte spielte weihnachtlich-wiegende Hirtenmeldien im Siciliana-Stil, wie etwa eine Pastorale und Variationen der Lieder „Es wird scho glei dumpa“ und „Josef, lieber Josef mein“. Ebenfalls besonders aufhorchen ließ die Gesangsgruppe „Penta Vocalis Regensburg“ mit ihrer klang-delikaten Interpretation der Melodien „Macht hoch die Tür“, „Maria durch ein Dornwald ging“, „Es kommt ein Schiff geladen“ oder „O du stille Zeit“, letzteres von Cesar Bresgen mit einem Text von Joseph von Eichendorff, dessen Schwester Placida von Eichendorff bis 1921 Äbtissin im Kloster Frauenwörth war – eine bedeutungsvolle Verbindung von Musik, Literatur und regionaler Geschichte.

Die vier Männer und die junge Dame boten die eigentlich schlichten Gesänge jeweils in einer fünfstimmigen Bearbeitung dar – in einem gemeinsamen Empfinden und Atmen, so dass diese Musik völlig neu erklang, ebenso wie die marianische Hymne „Ave Maris Stella“ aus dem 18. Jahrhundert und die fünfstimmige Fuge in „Veni redemptor gentium“. Beeindruckend waren auch die neun Spieler der Gruppe „Trompes de Bavière“, die in eleganten Uniformen und Stiefeln auf ihren Naturhörnern Teile aus der Hubertusmesse bliesen – zum Beispiel „Hommage aux Piqueux“ und „Offrande“ (gewöhnlich zur Kommunion und als Zwischengesang zu hören), sowie „La Marche des Cerfs“ („Hirschmarsch“). Sie standen im Mittelgang des Hauptschiffes direkt vor dem Altarraum, mit Blick zum Altar und den Trichtern zur Gemeinde wie traditionell üblich.

Der mit dem Publikum gemeinsam gesungene Andachts-Jodler erfüllte nach dem beeindruckenden Adventskonzert den Kirchenraum mit den dankbaren Stimmen der Besucher.

Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka

4202: Applaus für das Ensemble “Trompes de Bavière”

4198: Sehr berührend: der Andachtsjodler mit “Penta Vocalis Regensburg”, sowie Andrea (links) und Viviana Wittmann

4159: Die Elstätzinger Musikanten rund um den Volksmusikpfleger Hansl Auer

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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