Kirche

Abschied mit und für Pfarrer Rainer Maier

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Marquartstein – Bei seinem Verabschiedungs-Gottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche war Pfarrer Rainer Maier überwältigt und sehr erfreut über die vielen Besucher aus dem ganzen Achental, die sich persönlich von ihm verabschieden wollten. Der Pfarrer verlässt nach 14 Jahren aus familiären Gründen zum Ende des Monats das Achental und tritt eine Pfarrstelle an seinem Heimatort in Nürnberg an.

Er erinnert sich, als er vor 14 Jahren die Stelle im Achental antrat, hat ihm ein Mentor einen wichtigen Satz mit auf den Weg gegeben, mit dem Sinn, dass „Begegnungen auf Augenhöhe“ geschehen sollten. Das hat ihn bis heute begleitet und geführt.

Dazu passten auch die Verabschiedungsworte des Dekan Peter Bertram, der sich an eine Beurteilung des Pfarrers bei einem Priesterseminar von 1995 erinnerte. Rainer Maier hörte schmunzelnd zu, als der Text vorgelesen wurde, dass er schon damals als zurückhaltend galt, anderen gern den Vortritt ließ, aber sich aus vollem Herzen für soziales Engagement einsetzte. Das konnte Rainer Maier an der hiesigen Pfarrstelle gut zusammen mit der Diakonie umsetzen. Der Dekan gab seinen Segen für den Pfarrer für seinen neuen Weg in die Zukunft. Pfarrerin Claudia Buchner von der Pfarrstelle Ruhpolding stellte sich vor, sie wird die Arbeit von Rainer Maier interimsmäßig weiterführen, sie bedankte sich schon jetzt beim ehrenamtlich tätigen Kirchenvorstand und allen anderen Akteuren, die „den Laden am Laufen halten“.

Grußwort des Bürgermeisters

Andreas Scheck bestätigte dem Pfarrer, dass er nicht nur Gottesdienste gehalten, sondern Gemeinschaft gestiftet hat, nicht nur Strukturen verwaltet, sondern Menschen berührt hat. Der Bürgermeister hatte sich einen Satz aus einer der vielen berührenden Predigten gemerkt „Viele Wege führen zu Gott, einer über die Berge“. Scheck fand, dieser Satz beschreibt nicht nur unsere Landschaft – er beschreibt auch das Wirken des Pfarrers. Er habe es verstanden, dass Glaube nicht nur im Kirchenraum stattfindet, er begegnet im Gespräch nach dem Gottesdienst, bei der Taufe, bei der Trauung, bei Beerdigungen, bei Seniorennachmittagen, in Momenten der Freude und in Stunden der Einsamkeit. Der Bürgermeister sah den Pfarrer als Brückenbauer zwischen den Generationen, zwischen unterschiedlichen Lebensentwürfen, Religionen und Konfessionen, Kirche und politischer Gemeinde. Rainer Maier war nahbar, zugewandt und mit großer Menschlichkeit, das verdient Anerkennung und Wertschätzung, führte Andreas Scheck aus. „Lieber Herr Pfarrer Maier, sie haben in Marquartstein und im Achental Spuren hinterlassen. Nicht laut, nicht spektakulär – sondern beständig, menschlich und glaubwürdig. Und das ist oft das Wertvollste“. Der Bürgermeister dankte Pfarrer Maier im Namen der Gemeinde für sein Engagement, seine Zeit, seine Haltung und seinen Dienst am Menschen und wünschte für den neuen Lebensabschnitt Zuversicht, Gesundheit und Gottes reichen Segen. Der Bürgermeister überreichte ein großes Bild vom Achental, das den Pfarrer an seiner neuen Arbeitsstelle an die Zeit hier erinnern soll.

Beate Ammer-Schönhaar, Vertrauensfrau vom Kirchenvorstand, überreichte einen Korb mit Produkten aus dem Achental, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, verbunden mit großer Dankbarkeit für einen Menschenfreund. Zurück bleiben zwei unbesetzte Stellen für einen Pfarrer und einen Diakon.

Nach soviel Anerkennung sprach Pfarrer Rainer Maier auch noch sehr persönliche Worte. Er habe die Zeit hier sehr genossen und auch viel gelernt, zum Beispiel die Arbeit in einer Diakonischen Gemeinde. Er fühlte sich immer willkommen, gab zu, dass er manchmal auch durchaus anstrengend sein konnte. Vielleicht durch die Prägung im Elternhaus, der Vater war Gewerkschaftler und die Mutter lebte gehörlos in der NS-Zeit und musste sich entsprechend durchsetzen. Der Pfarrer sah bei sich die Eigenschaften Geduld und Hartnäckigkeit, die Menschen so zu nehmen, wie sie sind und Türen offen zu halten. Zum Schluss meinte er, dass er sich keine Sorgen mache, dass die Gemeinde so lebendig bleibt, weil viele Menschen in ihr wirken.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Zusammenkommen im Foyer statt.

Text und Bilder: Sybilla Wunderlich

-Dekan Peter Bertram spendet den Abschiedssegen

-Pfarrer Rainer Maier (links) bekommt ein Abschiedsgeschenk von Dekan Peter Bertram

-Ein Bild vom Achental übergibt Bürgermeister Andreas Scheck an Pfarrer Rainer Maier

 

 



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Toni Hötzelsperger

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