Land- & Forstwirtschaft

Bayerns Meisterbriefe für elf Fischwirte

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zwei Jahre Fortbildung haben sich ausgezahlt: Elf Fischwirtinnen und Fischwirte haben Mitte März nach erfolgreicher Prüfung am Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Starnberg ihre Meisterbriefe erhalten und können nun beruflich durchstarten. Sechs der frisch gebackenen Fischwirtschaftsmeisterinnen und -meister kommen aus Bayern, je einer aus Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Vor diesem beruflichen Erfolg hatten die Absolventinnen und Absolventen einen langen Weg zu gehen: Nach ihrer dreijährigen Ausbildung waren sie mindestens zwei Jahre Vollzeit in Betrieben der Seenfischerei und Teichwirtschaft beschäftigt und haben sich dabei intensiv in der Praxis mit dem Fischfang, der Vermehrung und Aufzucht von Fischen, der Verarbeitung und Vermarktung von Fischen oder auch der Intensiven Aquakultur befasst. Um an den Fortbildungslehrgängen teilnehmen zu können, haben sie viel ihrer Freizeit geopfert und bis zu 600 Stunden Fortbildung absolviert.

Die Lehrgänge am Institut für Fischerei der LfL in Starnberg und seinen Außenstellen Höchstadt a. d. Aisch und Nonnenhorn am Bodensee umfassen die Themengebiete Karpfen- und Forellenteichwirtschaft sowie Fluss- und Seenfischerei, als auch Vermarktung. Dazu kommen Schulungen in Betriebswirtschaftslehre, Kostenrechnung, Rechnungswesen, Recht, Steuern, Versicherungen und Unternehmerpersönlichkeit.

Am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vertieften die Absolventen ihre Kenntnisse in der Karpfenteichwirtschaft. Der Fortbildungsblock „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ findet in der Jungbauernschule in Grainau statt. Damit haben die elf Meisterinnen und Meister nun auch die Berechtigung zum Ausbilden. Mitte März haben sie schließlich die schriftlichen, praktischen und mündlichen Meisterprüfungen aus dem Produktionsbereich „Fischhaltung und Fischzucht“ oder „Seen- und Flussfischerei“ absolviert.

Die feierliche Vergabe der Zeugnisse und Meisterbriefe fand am LfL-Institut für Fischerei in Starnberg statt. Neben LfL-Präsident Stephan Sedlmayer gratulierten Institutsleiter Dr. Helmut Wedekind, Bayerns Fischereireferent Dr. Reinhard Reiter, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Peter Grimm, und die Aus- und Fortbildungsleiterin Daniela Harrer zu dieser höchsten Stufe der beruflichen Fortbildung. Sie erinnerten dabei auch an die hohe berufliche Verantwortung und die großen Herausforderungen, denen die Fischerei gegenüberstehe – dem Klimawandel ebenso wie den Prädatoren. Die frischgebackenen Fischwirtschaftsmeisterinnen und Fischwirtschaftsmeister seien jetzt Ausbilder, Vorbild und Träger der Branche.

Die Jahrgangsbeste, Katharina Haunberger aus Mühldorf am Inn, wurde vom „Förderverein der Ehemaligen der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei e. V.“ (FELS) mit einer Geldbörse aus edlem Saiblingsleder geehrt. Zweitbeste wurde Maria Thamm aus Berlin und Dritter Peter Schaaf aus Oberaurach (Lkr. Haßberge). Die weiteren erfolgreichen Absolventen waren Florian Binapfl (Lkr. Aichach-Friedberg), Michel Breucker (Lkr. Coesfeld), Till Hattendorf (Lkr. Schaumburg), Aaron Henning (Lkr. Rottweil), Martin Markert (Dachau), Karl Christian Rincke (Lkr. Görlitz), Sebastian Wallner (Lkr. Traunstein) und Emanuel Wirthensohn (Freising).

Bericht und Foto: LfL/Birgit Gleixner  – Von links: LfL-Präsident Stephan Sedlmayer, Maria Thamm, Institutsleiter Dr. Helmut Wedekind, Jahrgangsbeste Katharina Haunberger und Peter Schaaf  

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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