Fischotterverordnung außer Vollzug – Kaniber: „So wird aus gut gemeintem Artenschutz ein Problem für Natur, Klima und unsere Teichwirte“
(19. März 2026) München – Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die jagdliche Regelungen zur Fischotterentnahme in Bayern vorläufig außer Vollzug gesetzt. Damit fehlt aktuell ein zentrales Instrument, um Teichwirte wirksam vor massiven Schäden durch den Fischotter zu schützen.
Die für die Teichwirtschaft zuständige Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber warnt vor den Folgen dieser Entscheidung: „Unsere Teichwirte stehen seit Jahren unter enormem Druck. Wenn Fischotter ganze Teiche leerfressen, geht es nicht um Einzelfälle – es geht um Existenzen und um den Erhalt unserer Kulturlandschaft.“ Kaniber kritisiert insbesondere das Vorgehen von Bund Naturschutz und Deutscher Umwelthilfe: „Hier zeigt sich ein paradoxes Verständnis von Naturschutzverbänden. Wer jede pragmatische Lösung blockiert, schadet am Ende genau dem, was er schützen will. Wenn unsere Teichwirte aufgeben müssen, verschwinden nicht nur regionale Lebensmittel, sondern auch wertvolle Lebensräume für viele Arten.“
Die Ministerin verweist auf die ökologischen Zusammenhänge: „Teiche sind Hotspots der Biodiversität – mit Amphibien, Vögeln, seltenen Pflanzen und heimischen Fischarten. Bricht die Teichwirtschaft weg, verlieren wir genau diese Vielfalt. Das hat mit modernem Naturschutz nichts zu tun.“ Zugleich macht Kaniber die klimapolitischen Folgen deutlich: „Wenn es keine heimischen Fische mehr gibt, werden wir mehr Fisch importieren müssen. Das bedeutet längere Transportwege, höhere Emissionen und weniger Kontrolle über Standards. Wer ernsthaft Klima und Umwelt schützen will, darf die regionale Produktion nicht schwächen.“
Mit Blick auf die aktuelle Situation fordert die Ministerin schnelle Lösungen: „Unsere Betriebe brauchen jetzt Klarheit und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Kaniber zieht ein klares Fazit: „So wie es jetzt läuft, haben wir am Ende nur Verlierer: die Natur, die Fische, die Teichwirte und die Verbraucher. Wann wollen das die Naturschutzverbände endlich verstehen?“
Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium – Archiv-Foto: Pia Regnet (Teichwirt Stefan Bär)




