Offizieller Startschuss für landkreisweiten Rufbus mit 3 Bediengebieten, 7 Fahrzeugen und über 1.000 Haltestellen
Mit der Einführung des WatzMobils kommt der ÖPNV noch näher zu den Menschen im Landkreis. Mit einem offiziellen Auftakt wurde am 16. März das landkreisweite Rufbusangebot WatzMobil Berchtesgadener Land gestartet. In der Lokwelt Freilassing versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Tourismus, um das neue ÖPNV-Angebot des Landkreises zu eröffnen.
Ab sofort erschließt das WatzMobil Berchtesgadener Land in 13 Gemeinden über 1.000 Haltestellen in den drei Beförderungsgebieten Nord, Mitte und Süd – buchbar per App, am PC oder telefonisch.
„Wir stehen hier nicht nur am Beginn eines neuen Mobilitätsangebots, wir schreiben ein kleines Stück Verkehrsgeschichte für einen nachhaltigen und modernen ÖPNV in unserem Landkreis“, erklärte Landrat Bernhard Kern in seiner Eröffnungsrede. Das WatzMobil ergänzt das bestehende Liniennetz als flexibler Zubringer zur Bahn und zu den regulären Buslinien – insbesondere in Randzeiten und in weniger stark besiedelten Gebieten. „Wir bringen den ÖPNV zu den Menschen. Die nächste Haltestelle liegt in der Regel in einem Umkreis von nur 300 Metern. Mit über 1.000 Haltestellen erschließen wir rund 93 % aller Siedlungsgebiete im Landkreis“, so Kern. Die Flotte besteht aus vier vollelektrischen Kleinbussen, die durch drei ÖPNV-Taxis (bzw. vier im Sommerhalbjahr) ergänzt werden. Finanziell gefördert wird das landkreisweite ÖPNV-System durch den Freistaat Bayern im Rahmen eines Förderprogramms zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum.
Betrieben wird das WatzMobil Berchtesgadener Land im Auftrag des Landkreises durch den Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden, der im Berchtesgadener Talkessel das System schrittweise bereits eingeführt hat.
Verbandsvorsitzender Bartl Wimmer betonte die Bedeutung der Ausweitung:
„Mit dem WatzMobil hat das Bergerlebnis Berchtesgaden im Süden des Landkreises frühzeitig neue Wege in der Mobilität beschritten. Als einer der ersten kommunalen Akteure im ländlichen Raum haben wir einen digital gesteuerten On-Demand-Verkehr erfolgreich aufgebaut und selbst im Echtbetrieb erprobt. Die Ausweitung des WatzMobils auf den gesamten Landkreis ist daher ein konsequenter und zukunftsweisender Schritt. Sie stärkt die Mobilität für Einheimische ebenso wie für Gäste. Wir freuen uns, dass wir unsere Erfahrungen aus der Pilotphase nun landkreisweit einbringen können und im Auftrag des Landkreises den Fahrbetrieb übernehmen dürfen. Damit bleibt das WatzMobil in kommunaler Hand und wird gleichzeitig zu einem gemeinsamen Projekt für den gesamten Landkreis – als modernes, digitales und verlässliches Mobilitätsangebot mit Modellcharakter.“
Wie funktioniert das WatzMobil?
Die vollelektrischen Kleinbusse fahren in drei Beförderungsgebieten des Landkreises (Nord, Mitte, Süd). Innerhalb dieser Gebiete erfolgt die Fahrt zwischen den Haltestellen, die vor Ort mit entsprechenden Schildern gekennzeichnet sind – jedoch nur, wenn innerhalb von 30 Minuten vor oder nach der Fahrt kein Linienbus oder Zug zur Verfügung steht. In jedem Beförderungsgebiet wird ein barrierefreies Fahrzeug eingesetzt.
„Die Buchung erfolgt bequem über die „WatzMobil“-App, am PC oder per Telefon (+49 8652 65650-123, täglich zwischen 8 und 17 Uhr)“, erklärt Robert Seibold, Projektmanager Mobilität beim Bergerlebnis Berchtesgaden. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass über 90 % aller Fahrten über die App gebucht werden. Die Telefonzentrale ist jedoch ein wichtiger Service, sodass alle Fahrgäste das WatzMobil einfach und unkompliziert nutzen können – auch ohne Internetzugang oder Smartphone“, so Seibold.
Der Tarif für das WatzMobil ist kilometerabhängig, für jede Fahrt fällt zusätzlich eine Servicepauschale in Höhe von 2 Euro an. Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen jeweils nur die Hälfte; Kinder unter 6 Jahren in Begleitung sowie Schwerbehinderte mit Wertmarke fahren kostenfrei. Bezahlt werden kann in der App oder bargeldlos im Fahrzeug. Die Buchung ist sieben Tage im Voraus möglich.
Deutschlandweiter Vorreiter bei der Einbindung von Taxis:
Deutschlandweit einzigartig ist die Integration von Taxiunternehmer als sogenannte ÖPNV-Taxis in den Rufbusverkehr. „Taxis erweitern das Angebot der WatzMobil-Fahrzeuge, um die Nachfrage bestmöglich zu bedienen. Für den Fahrgast ändert sich dadurch nichts, denn Buchung und Fahrpreis sind identisch zum „klassischen“ WatzMobil“, erklärt Manuel Münch, Leiter der Stabsstelle Landkreisentwicklung. Ob der Fahrgast letztlich in ein WatzMobil-Fahrzeug oder in ein ÖPNV-Taxi einsteigt, liegt also an der Auslastung und der Position des nächstgelegenen Fahrzeugs. Auch im ÖPNV-Taxi werden nur Fahrten von Haltestelle zu Haltestelle durchgeführt.
Erweiterung um Teisendorf und Ainring:
Mit Blick auf die Zukunft kündigte Manuel Münch weitere Ausbauphasen an: Aufgrund noch bestehender Verträge für den Gemeindebus Teisendorf und Rufbus Ainring wird ab 1. Juli 2026 das Beförderungsgebiet Nord um Teisendorf und ab dem 1. Januar 2027 um das Gemeindegebiet Ainring erweitert. Somit ist das WatzMobil für die Fahrgäste ab Jahreswechsel dann im gesamten Landkreisgebiet mit seinen 15 Kommunen unterwegs.
Alle Informationen unter: www.watz-mobil.de
Bericht und Foto: LRA BGL – Landrat Bernhard Kern, Manuel Münch, Leitung Landkreisentwicklung im Landratsamt Berchtesgadener Land, Robert Seibold, Projektmanager Verkehr im Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden, und Dr. Bartl Wimmer, Vorsitzender des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden beim offiziellen Start für das WatzMobil Berchtesgadener Land.




