Land- & Forstwirtschaft

VLF RO: JHV und Lehrfahrt in die Schweiz

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Josef Grandl, Vorsitzender des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung, konnte im Gasthaus Höhensteiger einige Ehrengäste aus Politik und aus den landwirtschaftlichen Verbänden im Landkreis begrüßen.

Landrat Otto Lederer sprach in seinem Grußwort vom Glück, dass Rosenheim im Bereich der Land- und Hauswirtschaft nicht nur eine funktionierende Berufsschule, sondern auch eine gute Landwirtschaftsschule vorweisen kann. Die Weiterbildung sieht er als Pflicht. Dafür gäbe es auch eine eigene Organisation, nämlich den Verband für landwirtschaftliche Fachbildung, der die Fortbildung für seine Mitglieder organisiere und die Studierenden in der Ausbildungszeit unterstütze. Dafür bedanke er sich sehr, auch im Namen des Landkreises. Der Landtagsabgeordnete Sepp Lausch, selbst ehemaliger Landwirtschaftsschüler gratulierte dem Verband zu seinem „tollen“ Programm.

Behördenleiterin Anna Bruckmeier stellte in ihrer Funktion als Geschäftsführerin die letztjährigen Aktivitäten des Verbandes vor. Neben den Großveranstaltungen wie Milchviehtag, Pflanzenbautag, Almtag und der traditionellen Betriebsbesichtigung am Kirchweihmontag wurden mehrere Lehrfahrten im In- und Ausland durch-geführt, unter anderem eine Flugreise nach Portugal und eine Fahrt in die Schweiz. Eintageslehrfahrten, Diskussionsabende in der Landwirtschaftsschule und zwei große Bälle rundeten das Programm ab.

Der Kassier Thomas Stacheter stellte die Finanzen des Vereins dar. Bei dem vielfältigen Angebot des Verbandes seien die gegenwärtigen 10 € Jahresbeitrag nicht mehr kostendeckend. Der Vorsitzende Sepp Grandl begründete die geplante Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auch mit der Verdoppelung der Abgaben an den Landesverband. Die Versammlung folgte dem Vorschlag und sprach sich einstimmig für die Erhöhung des Beitrages von 10 auf 15 € aus.

Der Höhenpunkt der Versammlung war der Bericht der Studierenden (von links Katharina Lechner aus Unterlaindern, Magdalena Gilg aus Aßling und Thomas Bacher aus Reischenhilgen über die Lehrfahrt „happy cows – happy farmer“ im vergangenen November in die Schweiz, die vom vlf organisiert worden war.

Mit dem Milchkuhexperten Christian Manser, der sich selbst als Fachmann für Kuhsignale bezeichnet, besichtigten sie 9 Milchviehbetriebe im Kanton St. Gallen. Bei der Beurteilung des Kuhkomforts in einem Stall wurden die Studierenden mit zwei wichtigen Fragen konfrontiert: wie kommt die schwächste Kuh im Stall zurecht und möchten Sie Mitarbeiter auf diesem Betrieb sein? Auffällig war, dass nur mehr total offene Außenklimaställe empfohlen werden und für den Sommer Lüfter zur Abkühlung im Einsatz sind. Auch die Kälber fühlen sich draußen wohl und das Jungvieh wird meist an spezialisierte Aufzuchtbetriebe abgegeben. Die Summe aus vielen Kleinigkeiten entscheidet darüber, ob sich die Kuh im Stall wohlfühlt. Die Tiere liegen in komfortablen Boxen meist auf einer Strohmist-Matratze. Um den unterschiedlichen Maßen der Tiere gerecht zu werden, sind flexible Abtrennungen im Einsatz. Eine Kuh muss möglichst viel Freiheit beim Fressen, Gehen und Liegen haben. Großer Wert wird auf eine ausgefeilte Technik gelegt. Automatisches Füttern, Melken und Misten ist in den modernen Betrieben zum Standard geworden. Zur Gesundheit der Tiere gehört auch eine schonende Klauenpflege, die mehrmals im Jahr durchgeführt wird. Die Leiter der jeweiligen Betriebe wurden als visionär, technikbegeistert, wissenschaftsorientiert, innovativ und ökonomisch ausgerichtet dargestellt. Die Betriebe hielten zwischen 16 und 75 Milchkühe mit einer durchschnittlichen Herdenleistung der milchbetonten Rassen zwischen 9000 und 13000 kg. Meist hatten die Betriebe mehrere Standbeine. Der Vortrag der Studierenden wurde im Saal intensiv diskutiert. Besucher, die vor kurzem selbst Stall gebaut hatten, bestätigten die Erfahrungen aus der Schweiz. So wird diese Lehrfahrt die Arbeit mancher Milchviehhalter im Landkreis nachhaltig beeinflussen.

Zum Abschluss wurden einige Mitglieder für 40 Jahre treue Mitgliedschaft geehrt.

Bericht und Fotos: Wolfgang Hampel, Behördenleiter a.D. am AELF Rosenheim

-die Studierenden Katharina Lechner, Magdalena Gilg und Thomas Bacher berichten über die Lehrfahrt in die Schweiz

-Der Vorsitzende Sepp Grandl (zweiter von links) die Behördenleiterin Anna Bruckmeier (rechts) und der ehemalige Lehrer Wolfgang Hampel (dritter von rechts) freuten sich mit den Geehrten über den gelungenen Abend.

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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