Wirtschaft

RO: Wohnraum als Standortfaktor

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bezahlbarer Wohnraum entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte. Wie Unternehmen und öffentliche Hand gemeinsam Lösungen entwickeln können, stand im Mittelpunkt der Fachveranstaltung „Wohnraum für Talente – gemeinsam stark“, zu der Wirtschaftsförderung und Bildungskoordination des Landratsamts Rosenheim nach Bad Häring (Tirol) eingeladen hatten.

Mehr als siebzig Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Verwaltung und Forschung aus dem Landkreis Rosenheim sowie aus dem benachbarten Tirol nutzten die Veranstaltung, um sich über aktuelle Fördermöglichkeiten sowie bau- und steuerrechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich zu informieren.

Bei der Begrüßung betonte Landrat Otto Lederer die Bedeutung des Themas für die Region: „Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur eine soziale Frage, sondern auch ein Standortfaktor.“ Damit unterstrich er die zentrale Rolle von Wohnraum für die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises Rosenheim und der gesamten Grenzregion.

Fachliche Impulse lieferten mehrere Expertinnen und Experten aus Verwaltung und Praxis. Dr. Sarah Hartmann vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Quirin Zallinger von der Abteilung Wohnen und Umwelt im Landratsamt Rosenheim sowie Rechtsanwalt Michael Auer von der Kanzlei Heuking erläuterten Förderprogramme, bauordnungsrechtliche Rahmenbedingungen und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten in Deutschland. Die Tiroler Rechtsanwälte Nikolai und Vivian Slatar stellten ergänzend die entsprechenden Regelungen in Österreich vor.

Im Anschluss präsentierten fünf Unternehmen in kurzen Best-Practice-Pitches ihre Modelle des Mitarbeiterwohnens. Dabei wurde deutlich, dass Wohnraum für Beschäftigte nicht nur ein attraktiver Zusatznutzen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein kann, sondern zunehmend auch ein strategisches Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte darstellt.

Die Resonanz auf die Veranstaltung war durchweg positiv. Mehrere Teilnehmende äußerten gegenüber den Veranstaltern bereits den Wunsch nach einer Folgeveranstaltung, um den fachlichen Austausch weiter zu vertiefen und konkrete Projektansätze zu entwickeln. Mit dem erfolgreichen Austausch rückt das Thema Mitarbeiterwohnen künftig stärker in den Fokus der Standort- und Förderstrategien im Landkreis Rosenheim. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum für Fachkräfte künftig stärker als wichtigen Faktor der regionalen Wirtschaftsentwicklung zu berücksichtigen.

Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Euregio Inntal im Rahmen des Interreg-Programms Bayern–Österreich 2021–2027 unterstützt. Lead-Partner waren die Wirtschaftsförderung und die Bildungskoordination im Landratsamt Rosenheim. Weitere Partner sind die Wirtschaftskammer Kufstein, die Wirtschaftsförderung der Stadt Rosenheim, die IHK für München und Oberbayern, die Kreishandwerkerschaft Rosenheim sowie die Arbeitsgruppe „Mitarbeiterbindung“ der Bildungsregion Rosenheim.

Bericht und Foto: LRA Rosenheim / Michael J. Müller – Expertinnen und Experten aus Verwaltung und Praxis lieferten fachliche Impulse zum Thema Mitarbeiterwohnen.  



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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