Gastronomie

Trauer um Seniorwirtin vom Duftbräu

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Fleiß, Verlässlichkeit und ein Herz für Andere“ – diese Charakter-Eigenschaften nannte Diakon Günter Schmitzberger bei der Trauerfeier für Maria Wallner, die im Alter von 80 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb. Die „Duftbräu-Seniorenwirtin“ erfreute sich überaus großer Beliebtheit, so dass die Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Törwang kaum alle Gläubigen fassen konnte. 

Wie Diakon Schmitzberger in seinem Nachruf erinnerte, kam Maria Wallner, geborene Fahringer als zweites von insgesamt neun Kindern zur Welt und schon früh musste sie   auf dem Hof im Tiroler Rettenschöss anpacken und Verantwortung übernehmen. „Sie machte eine Lehre als Tierarzthelferin, verbrachte mehrere Almsommer auf der Kelez (Köndlöz) im Trockenbachtal, lernte dort Matthäus Wallner kennen, heiratete diesen im Mai 1965 in Birkenstein und baute mit ihm eine Existenz auf“. Trotz der vielen Arbeit, oft Tag und Nacht, war ihr Tun – so der Prediger weiter – von Herzlichkeit und Wärme geprägt. Weitere Herausforderungen waren für Maria Wallner die Pflege ihrer Schwiegermutter, mehrere eigene Krankheiten, 1986 der Brand des Dachstuhls beim Duftbräu und im März 1997 der Tod ihres Mannes. Dessen Begräbnistag war ebenso wie für seine Frau Maria der 12. März.  Maria Wallner war zeitlebens zufrieden und großzügig, wenn es um die Hilfe für Leute ging, die nicht auf der Sonnenseite des Samerbergs lebten.

Besondere und gute Zeiten waren die letzten 20 Jahre als Maria Wallner wieder gesund und rüstig war, sie teilte ihr Leben mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkelkindern, hatte ihre Freude an der Gastfreundschaft im Duftbräu, war gerne in der Natur unterwegs und sie pflegte oft ihr starkes Gottvertrauen in der Duftbräu-Kapelle. Neben dem Glauben und der Zugewandtheit zu ihrer Familie waren Lebensfreude, Hilfsbereitschaft und Humor bis zu ihrem Lebensende wesentliche Charakter-Eigenschaften.

Jahrzehntelange Verbundenheit mit Flötzingerbräu

Darauf wies auch Marisa Steegmüller, geschäftsführende Gesellschafterin von Flötzingerbräu Rosenheim hin, sie sagte in ihrem Nachruf: „Maria war mehr als ein vertrauter Mensch vom Samerberg, sie war Teil einer jahrzehntelangen und generationenübergreifenden Geschäfts-Freundschaft zwischen zwei Häusern. Sie war eine Gastgeberin mit Herz, Wärme und Gespür für ein gutes Miteinander“. Eng verbunden war Maria Wallner auch mit den Ortsvereinen. So dankte die Samerberger Frauengemeinschaft mit ihrer Vorsitzenden Gisela Schober für 30jährige Mitgliedschaft mit einem Vaterunser. Der Grainbacher Trachtenverein Hochries-Samerberg und der Leonhardiverein Rossholzen würdigten ihre Mitgliedschaft durch die Anwesenheit der Vereinsfahne bzw. Standarte.  Die musikalische Gestaltung des Auferstehungs-Gottesdienstes mit Trauerfeier auf dem Friedhof übernahmen der Montini-Chor unter der Leitung von Hans Berger sowie Weisenbläser aus den Reihen der Musikkapelle Samerberg.

Fotos: 1. Sterbefoto Maria Wallner – 2. Eindrücke von den Trauerfeierlichkeiten für Maria Wallner, Seniorwirtin vom Duftbräu.



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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