Von dem seit über 20 Jahren bestehenden Chiemgauer Freundeskreis für die Erzdiözese Ternopil im Westen der Ukraine werden bedingt durch den Krieg seit vier Jahren verstärkte Hilfsmaßnahmen für das dortige Priesterseminar und für die Bevölkerung geleistet. Dabei ist der Helferkreis mit den Vorsitzenden Kathi Schmid aus Höhenmoos und Fritz Tischner aus Rohrdorf selbst auf vielfältige Unterstützung angewiesen. Neben Hand- und Spanndiensten bei den inzwischen über zwei Dutzend LKW-Transporten haben auch Sach- und Geldspenden eine zentrale Bedeutung.
Eine der Säulen bei der Finanzierung der Hilfsprojekte ist die Einrichtung „Sternstunden“ beim Bayerischen Rundfunk. Zu diesem machten sich die Verantwortlichen des Helferkreise auf dem Weg um zusammen mit Weihbischof Volodymyr Firman und Pfarrer Ivan Vynnyk als Übersetzer Dank für bisherige Hilfe zu sagen die aktuelle Not-Situation zu erläutern und nächste Maßnahmen abzustimmen. Empfangen wurde die Chiemgauer Delegation von Marianne Lüddeckens, der Leiterin der Sternstunden-Einrichtung, von Geschäftsführerin Gabriele Erhart sowie von Babett Theile-Ochel, zuständig für “Sternstunden-Projekte”.
Bischof Firman bedankte sich für die von “Sternstunden” unterstützen Projekte, besonders für Mütter mit ihren Kindern. „Das fast tägliche Aufsuchen der Schutzräume bei Luftalarm, der stundenlange Ausfall von Strom und Heizung – dazu eisige Temperaturen über Wochen hinweg – all das zermürbt die Kinder. Sie sind dadurch allesamt physisch und psychisch schwer angeschlagen“ – so der Bischof. Firman dankte in diesem Zusammenhang dem “Helferkreis Ternopil” für die große Hilfe, die seit Jahren den Menschen in der Ukraine Hoffnung gibt und ihnen zeigt, dass sie nicht alleine gelassen werden.
“Sternstunden” unterstützt seit Kriegsbeginn die Genesungsangebote für Kinder- und Jugendliche. So ist geplant, dass in diesem Jahr in den Sommermonaten ca. 1.500 Kinder die Möglichkeit erhalten, sich für zwei Wochen unter Aufsicht und psychologischer Betreuung in den Karpaten oder im Wallfahrtsort Zarvanytsja zu erholen. Unterstützt wird Bischof Firman auch bei seinem Projekt “Schulspeisung”. An die 250 Kinder erhalten in der Dorfschule und in zwei kirchlichen Kindergärten gesundes Essen. Da der Staat nicht für alle Kinder zahlt, übernimmt die Diözese Ternopil mit Hilfe der Sternstunden die Differenz, damit alle Kinder ausreichend zu essen bekommen. Aus Kostengründen kann die Versorgung mit Lebensmitteln jetzt nur noch ein Mal im Monat an ca. 2.500 Personen erfolgen. Jeder Flüchtling mit amtlichem Ausweis erhält kostenlos ein Lebensmittelpaket mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln im Wert von jeweils ca. 10 Euro. Sternstunden finanziert hier monatlich 1.000 Pakete für die Familien mit Kindern.
Bischof Firman stellte den Verantwortlichen von Sternstunden noch viele weitere Projekte vor. So möchte er gerne in einem Kinderkrankenhaus eine Abteilung für psychisch kranke Kinder einrichten. Ein von der Diözese Ternopil übernommener staatlicher Kindergarten bräuchte sowohl in der Betreuung als auch in der Ausstattung Verbesserungen. Durch eine zusätzliche Schulung des Personals soll die psychologische Betreuung der vom Kriegsgeschehen schwer getroffenen Kinder verbessert werden. Es gäbe – so die weiteren Ausführungen- noch viele Projekte, um den Frauen und Kindern in der Ukraine in ihrer Notlage zu helfen. Dazu bedarf es aber weiter finanzieller Mittel für den Helferkreis, die nur durch die Aktivitäten der Mitglieder und durch Spenden aufgebracht werden können. Beeindruckt von den Ausführungen Bischof Firmans gaben Frau Lüddeckens und Frau Erhart dem Helferkreis die Zusage, dass auch für das Jahr 2026 wieder ein Zuschussantrag zur Finanzierung seiner Projekte gestellt werden kann. Nicht nur der persönliche Kontakt mit dem Chiemgauer Helferkreis und der Besuch in München waren das Ziel von Bischof Firman – am nächsten Tag ging es weiter nach Paris zu einem Treffen, zwei Tage später nach Brüssel und nach St. Gallen in die Schweiz – eine kleine “Weltreise” – mit dem Ziel, weitere und dringend notwendige Hilfe für die leidgeplagten Menschen in der Ukraine zu erbitten.
Zweimal 800.000 Euro Spenden
„In den letzten vier Jahren bekamen wir für unseren Verein und zweckgebunden von Sternstunden ca. 800.000 Euro an Zuwendungen speziell zur Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher mit ihren Familien, sowie für deren Unterbringung. Ebenso Erholungsmaßnahmen für durch den Krieg traumatisierte Kinder und Jugendliche sowie viele weitere Projekte“ – fasst Kathi Schmid die Kooperation mit Sternstunden zusammen und erklärt zum eigenen Vereins-Aufkommen: „Das Spendenaufkommen für den Helferkreis war in den ersten Kriegsjahren 2022 und 2023 sehr hoch, hat aber in den letzten beiden Jahren wieder stark nachgelassen. Es konnten bis jetzt 25 große LKW-Ladungen in die Region Ternopil geschickt werden, beladen mit all den Dingen, die laut einer Liste aus der Ukraine beschafft und eingekauft wurden. Dazu kamen noch viele Zuschüsse für Projekte, die das Leben und die allgemeine Situation der leidgeplagten Menschen erleichtern sollten. Insgesamt erreichen die finanziellen Leistungen bisher ebenfalls ca. 800.000 Euro, zuzüglich der vielen gespendeten Sachleistungen“.
Fotos: von links: stellvertretender Vorsitzender “Helferkreis Ternopil” Fritz Tischner, Projektleitung “Sternstunden” Marianne Lüddeckens, Babett Theile-Ochel, Projekte Geschäftsführerin Gabriele Erhart, Weihbischof Volodymyr Firman, Vorsitzende, “Helferkreis Ternopil” Kathi Schmid, Pfarrer Ivyn Vynnyk, Dolmetscher.








