Nach schwerer Krankheit und völlig überraschend starb im Alter von 80 Jahren Johann Wallner aus Prien-Siggenham. Die Trauerfeier für den Bauern vom „Gaberhell´n-Hof“ fand in der nahen Filial- und Wallfahrtskirche von St. Salvator unter großer Beteiligung der Verwandten, Nachbarn, Vereine und Freunde statt.
„Als Mitglied der Kreuztracht von St. Salvator war er in dieser Kirche zeitlebens daheim, auch war er ein treuer Kirchgänger in Prien“ – so Pfarrer Philipp Werner am Vortag zum Beginn des 40stündigen Gebetes und charakterisierte den Verstorbenen als einen Mann, dem die Umwelt, die Natur und die Chiemgauer Heimat ein ebenso zentrales Anliegen waren wie das Wahren von Traditionen. „Hans Wallner war heimatverbunden, handwerklich geschickt, stets zufrieden und immer hilfsbereit, der in der Kirche Nahrung für seine Seele fand“, so der Pfarrer. Der Nebenerwerbslandwirt war beruflich in der Priener Zimmerei Stocker sowie beim Chiemsee Golf Club in Bauernberg beschäftigt.
Der „Filus“, wie Hans Wallner allseits bekannt und geschätzt war, war ein hochaktiver Trachtler. Daran erinnerte Erster Vorstand Konrad Huber vom Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing. In diesem war er von Jugend an und damit seit fast 70 Jahren dabei. Er wurde mehrfach vom Verein und auch vom Chiemgau-Alpenverband ausgezeichnet. Hans Wallner war ab 1968 für vier Jahre der erste gewählte Jugendleiter im Atzinger Trachtenverein, er war hernach noch Erster Vorplattler, Beisitzer, Fahnenbegleiter, Kassenprüfer sowie Zugführer und Festausschuss-Mitglied beim Gaufest 1987 in Atzing. Zudem war er Preisrichter, Probenhelfer für die Vereinsgruppe und zusammen mit seiner Frau Marille lange Zeit verantwortlich für die Auswertungen bei Preisplatteln und Dirndldrahn in Atzing. Namens der Atzinger Goaßlschnalzer dankte Konrad Huber auch dafür, dass er dieser Gruppe von der Gründung 1980 an fünfzehn Jahre lang aktiv angehörte. Der Trachtenverein und die Goaßlschnalzer dankten mit einer Kranzniederlegung und mit einer Blumenschale am Grab. Einen weiteren Kranz legte die Freiwillige Feuerwehr Atzing nieder. Zweiter Vorstand Stefan Meier erinnerte daran, dass Hans Wallner 1963 der Wehr beitrat, von 1966 bis 1969 das Ehrenamt des Fähnrichs übernahm und sich viele Jahre bereit erklärte, die historische Feuerwehrleiter auf seinem Hof aufzubewahren. Trachtenverein, Feuerwehr und auch der Rauchclub Wildenwart ehrten ein langjähriges und treues Mitglied mit ihrer Fahnenabordnung. Viele Verdienste erwarb sich Wallner auch für die Jagdgenossenschaft Atzing, dessen Vorsitzender er 10 Jahre war. Die musikalische Gestaltung in der Kirche übernahm Kirchenmusiker Bartholomäus Prankl mit Orgelweisen und Kirchengesang, den Trauerzug vom Leichenhaus zum Friedhof spielten fünf Mitglieder der Blaskapelle Prien, für die Hans Wallner viele Jahre bei deren Veranstaltungen Kassendienste übernahm.
Foto: 1. Hans Wallner, verstarb überraschend im Alter von 80 Jahren. 2. Sterbefoto






