Der Markt für Bio-Lebensmittel erlebt einen kräftigen Schub. „Der Bio-Markt wächst wie schon lange nicht mehr – und davon profitieren vor allem unsere bayerischen Betriebe“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im Vorfeld der internationalen Leitmesse BioFach in Nürnberg. Brancheninsider rechnen für das Jahr 2025 mit einem Wachstum des Ökomarktes von bis zu 10 Prozent. „Das ist ein klares Signal an unsere Landwirte: Bayerische Bio-Produkte werden wieder gezielt nachgefragt“, so Kaniber.
„Die Chancen für umstellungswillige Betriebe sind so gut, wie schon lange nicht mehr“ betonte Kaniber. Die Preise für Biomilch seien stabil auf hohem Niveau, Molkereien suchten aktiv neue Lieferanten. Auch für Getreide aus der Umstellungszeit würden attraktive Preise bezahlt. „Wer jetzt über eine Umstellung nachdenkt, findet ein Marktumfeld vor, das Mut macht. Und mit jährlich rund 120 Millionen Euro Förderung allein für die ökologische Erzeugung setzt Bayern ein klares und verlässliches Signal für den Ökolandbau“ sagte die Ministerin. Bayern investiere so viel in den Ökolandbau wie kein anderes Bundesland. Gleichzeitig fordert die Ministerin aber auch ein klares Bekenntnis des Handels zur heimischen Bio-Erzeugung: „Es passt nicht zusammen, mehr Ökolandbau in Bayern zu fordern und gleichzeitig günstigere Bio-Ware aus dem Ausland zu importieren. Bio aus Bayern muss Vorrang haben“.
Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher sieht die Ministerin in der Verantwortung. Jeder Einkauf ist eine Entscheidung. Wer gezielt zu bayerischen Bio-Produkten greift, stärkt unsere heimischen Betriebe“, sagt die Ministerin. Orientierung bietet dabei das Bayerische Bio-Siegel: Es steht für Herkunft, Qualität und Vertrauen – und ist ein verlässlicher Wegweiser im Regal.
Die Entwicklung der bayerischen Ökobetriebe und der Ökofläche spiegelt die gestiegene Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln leider noch nicht vollständig wider. „Nach vorläufigen Zahlen hat Bayern im vergangenen Jahr von bislang 430.000 Hektar Ökofläche bis zu 5.000 Hektar verloren“ so Kaniber. Etwas mehr als 300 der rund 11.800 Ökobetriebe sind aus der Förderung des Ökolandbaus ausgestiegen, vor allem wegen der von der EU geforderten Weidepflicht. Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr auch 266 Betriebe neu in die Öko-Förderung eingestiegen. „Diese Zahlen zeigen: Es gibt Bewegung in beide Richtungen“, so Kaniber.
Bayern ist aber weiterhin das Land mit der mit Abstand größten Ökofläche und den meisten Ökobetrieben. Rund jeder dritte deutsche Ökobetrieb wirtschaftet im Freistaat. „Auch wenn der Ausbau des Ökolandbaus zuletzt stagnierte, halten wir am Ausbauziel für den Ökolandbau in Bayern von 30 Prozent Flächenanteil bis 2030 fest“ versicherte Kaniber. Aktuell liegt der Flächenanteil bei unter 14 Prozent. „Wir sind weiter entschlossen, den Ökolandbau konsequent auszubauen“, so Kaniber.
Aus diesem Grund bietet Bayern neben der bundesweit führenden Ökoförderung auch das am besten ausgestattete Programm zur Förderung des Ökosektors, das Landesprogramm BioRegio 2030 an. Mit Maßnahmen in Bildung, Beratung, Förderung, Forschung und Vermarktung stärkt Bayern die gesamte Bio-Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher. „Wir verbessern Schritt für Schritt die Rahmenbedingungen für den Ökolandbau in Bayern und geben unseren Betrieben Planungssicherheit“, so Kaniber. Dabei setzt der Freistaat bewusst auf Freiwilligkeit. „Trotz unseres ambitionierten Ausbauziels werden wir niemanden zwingen, seinen Betrieb auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen oder Bio-Lebensmittel zu kaufen“, stellt die Ministerin klar. „Bayern steht für Überzeugung statt Bevormundung. Unser Weg ist es Chancen zu eröffnen, Qualität sichtbar zu machen und den Markt für bayerisches Bio nachhaltig zu stärken.“
Bericht und Foto: Bayerisches Landwirtschaftsministerium / Claudia Gräber / StMELF – Foto zeigt Produkte mit dem Bayerischen Biosiegel.







