Ökumenischer Gottesdienst der ACK Chiemsee (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen am Chiemsee) zur Einheit der Christen in Bad Endorf
Im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen fand am Sonntagabend ein ökumenischer Gottesdienst in der Dreieinigkeitskirche Bad Endorf statt. Christinnen und Christen aus verschiedenen Konfessionen kamen zusammen, um gemeinsam zu beten, zu singen und über das Thema christlicher Einheit nachzudenken.
Gestaltet wurde der Gottesdienst von Vertreterinnen und Vertretern der römisch-katholischen, alt-katholischen, evangelisch-lutherischen und neuapostolischen Kirche im Rahmen der ACK Chiemsee. Grundlage der Feier war der biblische Leitgedanke aus dem Epheserbrief: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4). In Lesungen, Gebeten und Liedern wurde die Vielfalt christlicher Traditionen sichtbar – und zugleich das Verbindende betont. Besondere Akzente setzten die kurzen Impulse der beteiligten Konfessionen, die das Thema Einheit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten.
Der römisch-katholische Impuls hob die Taufe als verbindendes Element aller Christinnen und Christen hervor. Sie wurde als gemeinsames Fundament des Glaubens beschrieben, das Konfessionsgrenzen überschreitet und Christen weltweit miteinander verbindet. Der alt-katholische Impuls benannte offen die lange Geschichte kirchlicher Spaltungen, machte zugleich aber Mut, Einheit nicht als fertigen Zustand zu verstehen, sondern als gemeinsamen Weg. Einheit entsteht dort, wo sich Christinnen und Christen gemeinsam auf Christus ausrichten und einander trotz bleibender Unterschiede als Geschwister begegnen. Der evangelisch-lutherische Impuls stellte die Hoffnung in den Mittelpunkt, die Christinnen und Christen eint – eine Hoffnung, die Jesus Christus als Quelle und zum Ziel hat, und von ihm getragen wird. Hoffnung, so der Gedanke, trägt auch durch schwierige und unbequeme Situationen und befähigt dazu, Ungewisses auszuhalten, ohne den gemeinsamen Weg aufzugeben. Der neuapostolische Impuls machte deutlich, dass christliche Einheit nicht durch Gleichförmigkeit entsteht, sondern durch Haltung. Ausgehend von der vielfältigen und konfliktreichen Gemeinde in Ephesus wurde betont, dass Unterschiede von Anfang an zur Kirche gehören. Einheit zeigt sich dort, wo Demut, Geduld und Liebe wichtiger werden als Rechthaben oder Abgrenzung.
Die musikalische Gestaltung durch Elena Badlo mit bekannten ökumenischen Liedern sowie das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis und die Fürbitten unterstrichen den verbindenden Charakter des Abends. Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum Austausch bei Tee und Gebäck im Gemeindesaal.
Bericht und Foto: Rita Sandig / ACK – (v. l. n. r.): Diakon Michael Leberle (römisch-katholische Kirche), Pfarrerin Solveig Umbreit (evangelisch-lutherische Kirche), Malte Ruhland (Delegierter der evangelisch-lutherischen Kirche), Yvonne Schmidt (Delegierte der alt-katholischen Kirche), Priester Michael Köhler (alt-katholische Kirche), Diakonin Rita Sandig (neuapostolische Kirche), Prädikant Klaus Lerch (evangelisch-lutherische Kirche), Elke Czarnecki (Delegierte der römisch-katholischen Kirche), Dieter Johannes Strauch (Delegierter der evangelisch-lutherischen Kirche)




