Wasser dort zurückhalten, wo es vom Himmel herunterfällt – und zwar lange bevor Regenmengen zum Problem werden: Das ist der Ansatz, den die Ländliche Entwicklung in Bayern mit dem dezentralen Wasserrückhalt in der Fläche verfolgt. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind seit 2015 in Sachen Retention insgesamt 290 Maßnahmen umgesetzt und ein Rückhaltevolumen von rund 300.000 Kubikmetern geschaffen worden.
Dazu Staatsministerin Michaela Kaniber, die neben Land- und Forstwirtschaft auch für die Ländliche Entwicklung im Freistaat zuständig ist: „Dezentrales Zurückhalten von Wasser ist aktive Klimavorsorge. Damit entlasten wir unsere Gewässer, schützen unser Eigentum und ergänzen den technischen Hochwasserschutz wirkungsvoll in der Fläche. Gleichzeitig stärken wir die natürlichen Funktionen unserer Kulturlandschaft und schützen unsere Gemeinden besser vor den Folgen des Klimawandels.“
Während die Wasserwirtschaftsverwaltung im Freistaat für den technischen Hochwasserschutz zum Beispiel mit Dämmen und Flutpoldern entlang von Gewässern zuständig ist, spielt die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung eine zentrale Rolle beim dezentralen Wasserrückhalt. In den vergangenen elf Jahren hat sie unter anderem 117 Regenrückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von mehr als 244.000 Kubikmetern initiiert und gefördert. 81 neu angelegte Landschaftsstrukturen ergänzen diese: beispielsweise Hecken oder breite Grünstreifen, die nicht nur dem Naturschutz dienen, sondern auch Wasser bremsen und zurückhalten. Darüber hinaus sind natürliche Retentionsflächen entstanden. Diese speichern Wasser bei einem Starkregenereignis kurzzeitig und geben es zeitverzögert wieder ab. Das entlastet Bäche, Flüsse und die örtliche Kanalisation entscheidend. Hinzu kommen 51 Renaturierungsprojekte, die den Gewässern wieder mehr Platz geben sowie zwölf Weganhebungen mit gezielter Rückhaltefunktion.
Die Vielfalt der umgesetzten Projekte zeige, „dass Wasserrückhalt in der Fläche nicht nur wirksam, sondern flexibel ist. Zudem lassen sich die Maßnahmen gut in bestehende Landschafts- und Siedlungsstrukturen integrieren“, so Ministerin Kaniber. Außerdem ergänzten die vorbeugenden großräumigen Maßnahmen den technischen Hochwasserschutz hervorragend.
Die Projekte setzen die Ämter für Ländliche Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Landwirten und Grundeigentümern sowie weiteren regionalen Akteuren um. „So entstehen passgenaue Lösungen aus einer Hand, die Wasserrückhalt in der Fläche und das Anpassen an den Klimawandel sowie den Naturschutz sinnvoll miteinander verbinden“, betonte Kaniber. „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen durch diese vielen wirksamen Maßnahmen vor Ort gut. Die Ländliche Entwicklung leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag.“
Ein Umsetzungsschwerpunkt lag in den vergangenen Jahren in Nordbayern; der Regierungsbezirk Mittelfranken leistete dabei in Sachen Rückhaltevolumen den größten Beitrag. Alle umgesetzten Projekte sind im Bayernatlas aufgeführt und einsehbar. Sie zeigen: Der Wasserrückhalt in der Fläche ist ein zentraler Baustein der Hochwasservorsorge und eine gemeinsame Aufgabe im ganzen Freistaat.
Bericht und Foto: Bayerisches Landwirtschaftsministeirum / Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz -Bild zeigt das Silberbachtal in Mittelfranken. Auf einer Fläche von rund neun Hektar wurde durch die Zusammenarbeit von Wasserwirtschaft und Ländlicher Entwicklung rund 200.000 Kubikmeter Rückhaltevolumen geschaffen.




