KI und Nachhaltigkeit im Zimmererhandwerk 2026
Bezirksversammlung der Zimmerer Oberbayern
Die Zimmerer Oberbayerns trafen sich am 28. Januar 2026 in Bad Aibling zur jährlichen Bezirksversammlung. Dazu begrüßten der Präsident des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Zimmererhandwerks (LIV) Peter Aicher, Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski sowie Bezirksvorsitzender Thomas Pichler neben 130 Teilnehmenden aus der Branche auch den Landrat des Landkreises Rosenheim Otto Lederer und den Ersten Bürgermeister der Stadt Bad Aibling Stephan Schlier.
Zu Beginn jedes Jahres kommen die Mitgliedsbetriebe und Vertreter des Landesinnungsverbandes in jedem der sieben bayerischen Bezirke zusammen. Diese regelmäßigen Treffen dienen dazu, aktuelle Entwicklungen im Zimmererhandwerk und im Holzbau zu besprechen sowie den direkten Kontakt zwischen Verband und den Zimmerern in örtlichen Innungen und Fachgruppen zu pflegen.
Der Bezirksvorsitzende Thomas Pichler begrüßte die Teilnehmenden und zeigte sich von dem Weg der bayerischen Zimmerer überzeugt: „Die heutige Veranstaltung steht unter dem Motto „Holzbau schafft Zukunft“, kaum ein anderer Satz könnte es besser zusammenfassen, packen wir es miteinander an!“ Brigitte Bscheider berichtete als Repräsentantin über die Tätigkeiten der Unternehmerfrauen und unterstrich nachdrücklich die Rolle der Frauen in den Betrieben: „Oft wird das Zimmererhandwerk noch als klassische Männerdomäne gesehen, doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt ein ganz anderes Bild.“
Präsident Peter Aicher informierte in seinem Vortrag über die Arbeit des Landesinnungsverbandes auf landes-, bundes- und europäischer Ebene. Dazu zählen unter anderem die Nachwuchsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, strategische Verbandsentwicklung sowie aktuelle Forschungs- und Innovationsprojekte im Holzbau. „Unser Ziel ist die Etablierung von Holz als neuen Standard im Bauwesen“, betonte Aicher.
Auch der Landrat des Landkreises Rosenheim Otto Lederer und der Erste Bürgermeister der Stadt Bad Aibling Stephan Schlier hießen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kurhaus Bad Aibling willkommen. Lederer betonte, wie wichtig das Handwerk für die Zukunft des Landes sei. Dem schloss sich Schlier an, der sich sehr erfreut über die guten Ausbildungszahlen des Zimmererhandwerks zeigte, zumal sich in der Berufsschule Bad Aibling auch jedes Jahr zahlreiche Zimmerer ausgebildet werden.
Arbeitsschutz und Künstliche Intelligenz
Im Hauptteil bot die Bezirksversammlung den Teilnehmenden einen praxisnahen Überblick über aktuelle Fachthemen, digitale Lösungen und neue Instrumente des Landesinnungsverbands, die den Arbeitsalltag in den Betrieben erleichtern.
Einen praxisnahen Einblick in den Bereich Arbeitssicherheit gab Sarah Kettner der BG Bau. Vorgestellt wurde das Leistungsangebot der BG BAU und ihrer Tochterunternehmen, die Betriebe bei der Organisation von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften unterstützen sowie finanzielle Anreize in Form von Arbeitsschutzprämien bieten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Versammlung lag auf dem Thema Künstliche Intelligenz. Unter dem Titel „KI – Wo geht die Reise hin?“ zeigte Dirk Bräu, Berater Innovation und Technologie von der Handwerkskammer München und Oberbayern, wie Künstliche Intelligenz Handwerksbetriebe bereits heute konkret unterstützen kann, etwa bei der Baustellendokumentation, der Erstellung von Materiallisten oder der strukturierten Bearbeitung von E-Mails.
Neuigkeiten im Jahr 2026, Nachhaltigkeit und digitale Werkzeuge des Verbandes
Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski gab einen Überblick über aktuelle politische und rechtliche Entwicklungen. Themen waren der Bauturbo und seine möglichen Auswirkungen auf die Bauwirtschaft, die Entwicklung der Lohnkosten sowie rechtliche Neuregelungen ab 2026, etwa zur Bewertung von Fahrzeiten als Arbeitszeit. Außerdem stellte er den neuen Nachhaltigkeits-Piloten des Landesinnungsverbandes vor. Das Tool ermöglicht Mitgliedsbetrieben die einfache Berechnung von CO₂-Emissionen sowie die schnelle Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts und steht exklusiv den Innungsbetrieben zur Verfügung.
Valentin Klingler, Verbandsreferent für Nachhaltigkeit und Effizienz im Holzbau, präsentierte im Anschluss aktuelle Forschung und ihren konkreten Nutzen für die Betriebe, gab einen Überblick über die aktuelle Förderlandschaft und beantwortete die Frage, welche Nachweise im Rahmen der PEFC-Zertifizierung erforderlich sind.
Abgerundet wurde das Programm durch einen Vortrag von Andreas Kraft, Verbandsreferent für Technik und Umwelt. Er präsentierte eine neue digitale Lernplattform des Landesinnungsverbandes für seine Mitgliedsbetriebe, mit der Mitarbeiterunterweisungen einfach, schnell und rechtssicher dokumentiert werden können.
Belange des Regierungsbezirks
Wie gewohnt standen im abschließenden Teil der Bezirksversammlung die Besprechung der spezifischen Anliegen des Regierungsbezirks im Mittelpunkt.
Neben den Fachvorträgen wurde auch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder gewürdigt. Michael Andrä, Obermeister der Zimmerer-Innung Oberland und Christian Stemmer, Obermeister der Zimmerer-Innung Neuburg/Schrobenhausen wurden für ihre besonderen Verdienste um das Zimmererhandwerk mit der Silbernen Ehrennadel des Bayerischen Zimmererhandwerks ausgezeichnet.
Bericht: Kreishandwerkerschaft Rosenheim, Zimmerer-Innung
Bildnachweise: LIV







