Zweiter Jahrgang der oberbayerischen Baumwartausbildung erfolgreich abgeschlossen – Eine gute Pflege und Erziehung des Obstbaums legen den Grundstein dafür, dass ein Baum alt und widerstandsfähig werden kann. Das nötige Wissen und Können vermittelt die Ausbildung zum Obstbaumwart. In einem feierlichen Rahmen wurden nun 55 frisch gebackene Baumwarte und Baumwartinnen aus Oberbayern geehrt. Vier der neuen Baumwarte stammen aus dem Landkreis Rosenheim: Florian Schex, Michael Bliemel, Samuel Klee und Michael Kammermeier.
In 110 Stunden eigneten sich die Teilnehmenden umfassende Kenntnisse und praktische Fähigkeiten im Bereich der Obstbaumkultur an. Klar im Fokus stand dabei die Praxis. Etwa zwei Drittel der Zeit standen die Teilnehmenden vor oder auf einem Obstbaum. Zehn Module, unter anderem zum Erziehungsschnitt, der Obstverwertung und Baumgesundheit, ergänzten die Ausbildung. Damit sind die Absolventinnen und Absolventen nun bestens gewappnet für die Pflege von Obstbäumen, aber auch für die Beratung von Obstbauern und Hobbygärtnern.
„Die Ausbildung war eine großartige Gelegenheit, mein Wissen über Obstbäume zu vertiefen und praktische Erfahrungen zu sammeln“, berichtete einer der Absolventen. „Ich hätte nicht gedacht, was es bei Streuobstwiesen alles zu beachten gilt und fühle mich nun gut gerüstet, um in der Praxis zu arbeiten und mein Wissen weiterzugeben.“ Markus Breier, Bezirksverband für Gartenkultur und Landespflege, hob die Bedeutung dieser Ausbildung im Rahmen der Abschlussfeier hervor: „Die Obstbaumwart-Ausbildung ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der Obstkultur in Oberbayern. Die Absolventen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Tradition des Obstbaus in unserer Region zu bewahren und weiterzuentwickeln.“
Laut Martin Landes, Leiter des Kurses, besteht die größte Herausforderung unserer Zeit im Streuobstanbau nicht darin, alte Bestände zu pflegen und zu erhalten, sondern darin, dass die neu gepflanzten Bäume sich gesund und zukunftsfähig entwickeln können. Hierfür seien vor allem die richtige Pflanzhöhe, ein jährlicher, fachgerechter Erziehungsschnitt und die ausreichende Versorgung der Bäume mit Wasser und Nährstoffen maßgeblich. Auch das Freihalten der sogenannten Baumscheibe während der ersten drei Jahre, darunter versteht man offenen Boden im Umkreis von 30 bis 40 Zentimeter um den Stamm, hilft dem Baum, sich deutlich schneller am Standort zu etablieren.
Ins Leben gerufen hat die Ausbildung vor zwei Jahren Streuobstberater Martin Landes in Zusammenarbeit mit einigen oberbayerischen Kreisfachberatern im Zuge des Bayerischen Streuobstpakts. Auch seitens des Landwirtschaftsministeriums ist die Ausbildung anerkannt, was die Absolventen berechtigt, im Auftrag des staatlichen Streuobstpflegeprogramms KULAP I82 (landwirtschaftliche Fördermaßnahme) Maßnahmen auszuführen. Das Angebot ist beliebt: Der Jahrgang 2026 ist bereits ausgebucht. Möglichkeiten zur Weiterbildung im Bereich Obstbaum gibt es trotzdem. Das Landratsamt Rosenheim veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Rosenheim e. V. jährlich mehrere zweitägige, kostenlose Obstbaum-Schnittkurse, in denen die Grundlagen vermittelt werden. Informationen gibt es unter www.landkreis-rosenheim.de.
Bericht und Foto: Landratsamt Rosenheim / Hans Stoll – Martin Landes (1. v. rechts) freut sich mit den frischgebackenen oberbayerischen Obstbaumwarten und Obstbaumwartinnen über den Abschluss der Ausbildung.



