Leitartikel

100 Jahre Grüne Woche – Bayern in Berlin

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Im Jahr 2026 feierte die Internationale Grüne Woche ihr 100-jähriges Bestehen. 1926 als Landwirtschaftliche Ausstellung gegründet zählt sie heute zu den weltweit bedeutendsten Treffpunkten für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Was einst im Berlin der Goldenen Zwanziger als nationale Leistungsschau begann, ist heute eine globale Plattform – und Bayern ist seit Jahrzehnten einer ihrer wichtigsten und beliebtesten Akteure.

Von Beginn an prägten bayerische Aussteller das Bild der Messe. Die Vielfalt der Landschaften, die Stärke der Familienbetriebe und die tiefe Verwurzelung im Handwerk spiegeln sich in Produkten wider, die international geschätzt werden: Alpenkäse, fränkischer Wein, oberbayerisches Bier oder Spezialitäten aus der Oberpfalz. Bayern bringt Heimat auf die Weltbühne.

Ein Herzstück der Messe ist bis heute die Bayernhalle 22b. Sie verbindet Innovation und Tradition: moderne Biolandwirtschaft, Start-ups im Food-Bereich, Forschungseinrichtungen und Direktvermarkter zeigen, wie zukunftsfähig Landwirtschaft sein kann. Gleichzeitig ist die Halle ein kultureller Treffpunkt – mit Musikkapellen, Trachtengruppen, Alphornbläsern und Goaßlschnalzern, die bayerische Lebensart lebendig machen.Besonders stark vertreten sind Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Tourismusregion Chiemsee-Alpenland. Landrat Otto Lederer, Oberbürgermeister Andreas März, zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Landtagsabgeordneter Sebastian Friesinger überzeugten sich persönlich vom großen Zuspruch. Bei der Eröffnung der Bayernhalle erhielt dieses Engagement ein besonderes Lob von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die den langjährigen Einsatz der Rosenheimer und Chiemseer ausdrücklich würdigte.

Zum Erfolg tragen viele mit Herzblut bei: Der Entenwirt vom Samerberg sorgt seit 2011 mit seinem Team für die Bewirtung. Moderatorin Regina Wallner aus Prien führt seit Jahren souverän durch das Programm. Auf der Bühne begeisterten unter anderem die Günztaler Alphornbläser, Goaßlschnalzer vom Gauverband I, der Trachtenverein Nußdorf am Inn, die Kindsbier-Musi aus Bad Endorf sowie Blaskapellen aus Ober- und Niederbayern.Ministerin Kaniber betonte, die Grüne Woche stehe für Genuss, Tradition und Esskultur – zugleich aber auch für moderne Lebensmittelproduktion. Politisch prägten Themen wie Gemeinsame Agrarpolitik, Tierhaltungskennzeichnung, Nutztierhaltung und das Mercosur-Abkommen die Diskussionen.Zum Jubiläum 2026 blickt die Grüne Woche nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn. Wie sichern wir regionale Wertschöpfung? Wie verbinden wir Innovation mit Identität? Bayern zeigt hier eindrucksvoll, dass beides möglich ist.

Ein Jahrhundert Grüne Woche – und Bayern bleibt ein unverzichtbarer Teil dieser Erfolgsgeschichte.

Bericht: Fritz Lutzenberger, Bayernbund (Weiß-Blaue Rundschau) – Fotos: Hötzelsperger (Eindrücke vom Staatsempfang in der Bayernhalle)

 


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Toni Hötzelsperger

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