Grüne Woche Berlin

Forstwirtschaft im Rampenlicht am Berliner Funkturm

Viel Prominenz aus Bundes- und Landespolitik beim Waldeigentümerempfang – AGDW-Präsident Prof. Bitter: Forstpolitik mit Realitätssinn gestalten

Zukunft von Wald und Forstwirtschaft gesetzt. Mehr als 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gesellschaft folgten am gestrigen Abend der Einladung ins Palais am Funkturm und machten den Waldeigentümerempfang erneut zum zentralen forstpolitischen Treffpunkt der Hauptstadt. Zu den prominenten Gästen gehörten Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Sachsens Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, zahlreiche weitere Landesministerinnen und -minister, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Abgeordnete aus Bundestag, Landesparlamenten und Europaparlament. AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter wertete den starken Zuspruch als Vertrauensbeweis für die Arbeit der Waldbesitzenden, die durch nachhaltige Waldbewirtschaftung gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.

 Der Empfang wurde in diesem Jahr vom Sächsischen Waldbesitzerverband mitausgerichtet. Dessen Vorsitzender Georg Lindner, ging auf die zentrale Rolle der privaten, kommunalen und kirchlichen Waldeigentümer zur Wahrung unserer Lebensgrundlagen ein. „Gelebte Tradition und Freiheit in der Eigentumsausübung liefern die Rahmenbedingungen für die Vielfalt der Ökosystemleistungen. Zu dieser Vielfalt gehört untrennbar die nachhaltige Holzproduktion mit ihren Wertschöpfungseffekten und ihrem maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärte Lindner und appellierte: „Vertrauen wir unseren Waldbesitzern, dann hat der Wald Zukunft.“ Unterstützt wurden die Sächsischen Waldbesitzer vom Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) sowie dem Staatsbetrieb Sachsenforst, die sich beim Empfang auf einer Sonderfläche präsentierten.

Staatsminister von Breitenbuch: Fehlgerichtete Regularien reformieren
Sachsens Wälder erstrecken sich über die Ebenen im Norden des Freistaats bis zu den Höhenlagen des Erzgebirges und das Elbsandsteingebirge über knapp ein Drittel der Landesfläche. In ihnen spiegele sich das kostbare forstliche Erbe der Nachhaltigkeit, wie Staatsminister von Breitenbuch betonte. „Vom Begründer des Nachhaltigkeitsbegriffs, Hans Carl von Carlowitz, über Heinrich Cotta als Pionier der Forstwissenschaft bis in die Gegenwart steht diese Tradition für Gestaltungswillen und für Verantwortungsbewusstsein gegenüber kommenden Generationen“, unterstrich der Minister. Im Gegenzug trage die Politik Verantwortung gegenüber den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Es gelte, Rechtssetzung praxisgerecht zu gestalten und fehlgerichtete Regularien wie sie mit der EU-Wiederherstellungsverordnung drohten, zu reformieren.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärte in seiner Ansprache: „Weil wir Bürokratieabbau nicht nur predigen, sondern praktizieren, haben wir uns mit Nachdruck und erfolgreich für die Vereinfachung der EUDR eingesetzt: Der Start wurde verschoben und die Belastung der Betriebe deutlich reduziert. Das Ziel des globalen Waldschutzes unterstütze ich ausdrücklich – aber praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig ohne überflüssige Auflagen für Länder ohne Entwaldungsprobleme wie Deutschland“.

 Prof. Bitter: „Wir stehen ein für den Wald der Zukunft“

AGDW-Präsident Prof. Bitter würdigte in seiner Rede die bei der EUDR erzielten Fortschritte und begrüßte den Willen maßgeblicher politischer Akteure zu weiteren Anpassungen. „Angesichts der sichtbaren Veränderungen in unseren Wäldern braucht es eine zukunftsfähige Forstpolitik mit Realitätssinn, welche die offensichtlichen und sich abzeichnenden Entwicklungen in den Wäldern klar im Blick hat“, so Bitter. Forstpolitische Beschlüsse der Agrarminister, so zur Wiederherstellungsverordnung, wiesen in die richtige Richtung. Auf dem eingeschlagenen Pfad einer fach- und sachgerechten Forstpolitik sei weiter voranzuschreiten, weg von immer neuen Auflagen, hin zu Praxistauglichkeit und hinreichender Bewirtschaftungsfreiheit. „Wir stehen ein für den Wald der Zukunft. Diesem Einsatz der Waldbesitzenden gilt es politisch gerecht zu werden“, mahnte der AGDW-Präsident.


Redaktion

Rainer Nitzsche

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Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
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